BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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3.7

Bestehende Anlagen

3.7.1 Allgemeines
3.7.1.1 Vor Beginn der Schornsteinfegerarbeiten haben BSM zu ermitteln, ob
  • die Voraussetzungen nach Abschnitt 3.2 durch den Eigentümer des Grundstückes oder durch den Bauherrn erfüllt sind,
  • oder
  • im vorgesehenen Arbeitsbereich Anlagen vorhanden sind, durch die Versicherte gefährdet werden können.
    Siehe § 16 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).
    Gefahren können ausgehen z.B. von
  • Elektrischen Anlagen,
  • Anlagen mit Explosionsgefahren,
  • Rohrleitungen, Kanäle, Schächte, Behälter o. ä.,
  • Kran-, Befahr- und Förderanlagen,
  • Gefahrstoffen,
  • Sende- oder Radaranlagen.


3.7.1.2


Haben BSM Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung, insbesondere hinsichtlich der Sicherung gegen Unfallgefahr, so haben sie diese dem Grundstückseigentümer unverzüglich – möglichst schon vor Beginn der Arbeiten – schriftlich mitzuteilen.
    Siehe § 13 Abs. 1 Schornsteinfegergesetz.

3.7.1.3

Sind Anlagen nach Abschnitt 3.7.1 vorhanden, müssen die erforderlichen Schutzmaßnahmen im Einvernehmen mit dem Eigentümer oder Betreiber und den zuständigen Behörden festgelegt und durchgeführt werden.
    Siehe § 16 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).

3.7.1.4

Bei unvermutetem Antreffen von Anlagen nach Abschnitt 3.7.1 sind die Arbeiten sofort zu unterbrechen. Der Vorgesetzte nach Abschnitt 3.4.1 ist zu verständigen.
    Siehe § 16 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).


3.7.2


Öffnungen und Vertiefungen
  An Öffnungen in Böden, Decken und Dachflächen sowie Vertiefungen im Bereich von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen müssen Einrichtungen vorhanden sein, die ein Abstürzen, Hineinfallen und Hineintreten von Personen verhindern.
    Siehe § 12 a der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).
    Dieses wird z.B. erreicht, wenn die Öffnungen oder Vertiefungen umwehrt oder begehbar und unverschieblich abgedeckt sind.
    Als Öffnungen gelten
  • Öffnungen mit einem Flächenmaß 9 m2
    oder
  • gradlinig begrenzte Öffnungen, bei denen eine Kante 3 m lang ist.
    Kanten größerer Öffnungen gelten als Absturzkanten und sind nach Abschnitt 4.3 zu sichern.


3.7.3


Nicht begehbare Bauteile
  Für Arbeiten auf Bauteilen, die vom Auflager abrutschen oder beim Begehen brechen können, müssen besondere Arbeitsplätze und Verkehrswege geschaffen werden.
    Siehe § 11 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).
    Bauteile, die vom Auflager abrutschen können, sind z.B. lose aufgelegte Gitterroste. Bauteile, die beim Begehen brechen können, sind z.B. Faserzementplatten, Lichtplatten, Oberlichter, Glasdächer oder Lüftungskanäle.
    Die Anforderungen an besondere Arbeitsplätze und Verkehrswege sind z.B. dann erfüllt, wenn sie Abschnitt 6.1 DIN 18 160-5 für nicht begehbare Bauteile entsprechen.

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