BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, Titel

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DGUV Regel 101-012

Fachausschuss "Bau" der BGZ

Betonpumpen und Verteilermaste

Februar 1999
aktualisierte Fassung Februar 2005

Herausgeber:
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, Inhalt
 

Inhalt


  Vorbemerkung

1 Anwendungsbereich

2 Begriffsbestimmungen

3 Allgemeine Anforderungen

4 Betrieb

4.1 Allgemeines
4.2 Aufstellung, Auf- und Abbau
4.3 Maßnahmen beim Betrieb
4.4 Instandhaltung

5 Prüfung

6 Zeitpunkt der Anwendung

Anhang 1: Qualifizierungslehrgang von Betonpumpenmaschinisten (Maschinenführer)

Anhang 2: Muster für die Dokumentation der Prüfergebnisse

Anhang 3: Vorschriften und Regeln

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, Vorbemerkung

Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BG-Regeln) sind Zusammenstellungen bzw. Konkretisierungen von Inhalten aus

  • staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Gesetze, Verordnungen)
    und/oder
  • berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (Unfallverhütungsvorschriften)
    und/oder
  • den Erfahrungen berufsgenossenschaftlicher Präventionsarbeit.


BG-Regeln richten sich in erster Linie an den Unternehmer und sollen ihm Hilfestellung bei der Umsetzung seiner Pflichten aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder Unfallverhütungsvorschriften geben sowie Wege aufzeigen, wie Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden können.

Der Unternehmer kann bei Beachtung der in BG-Regeln enthaltenen Empfehlungen davon ausgehen, dass er die in Unfallverhütungsvorschriften geforderten Schutzziele erreicht. Andere Lösungen sind möglich, wenn Sicherheit und Gesundheitsschutz in gleicher Weise gewährleistet sind. Sind zur Konkretisierung staatlicher Arbeitsschutzvorschriften von den dafür eingerichteten Ausschüssen technische Regeln ermittelt worden, sind diese vorrangig zu beachten.

Werden verbindliche Inhalte aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder aus Unfallverhütungsvorschriften wiedergegeben, sind sie durch Fettdruck kenntlich gemacht oder im Anhang zusammengestellt. Erläuterungen, insbesondere beispielhafte Lösungsmöglichkeiten, sind durch entsprechende Hinweise in Kursivschrift gegeben.



Vorbemerkung

Betonpumpen- und Verteilermaste unterliegen dem Anwendungsbereich der Betriebssicherheitsverordnung.

§ 7 der Betriebssicherheitsverordnung lautet wie folgt:

§ 7
Anforderungen an die Beschaffenheit der Arbeitsmittel

(1) Der Arbeitgeber darf den Beschäftigten erstmalig nur Arbeitsmittel bereitstellen, die

  1. solchen Rechtsvorschriften entsprechen, durch die Gemeinschaftsrichtlinien in deutsches Recht umgesetzt werden, oder,
  2. wenn solche Rechtsvorschriften keine Anwendung finden, den sonstigen Rechtsvorschriften entsprechen, mindestens jedoch den Vorschriften des Anhangs 1 .

(2) Arbeitsmittel, die den Beschäftigten vor dem 3. Oktober 2002 erstmalig bereitgestellt worden sind, müssen

  1. den im Zeitpunkt der erstmaligen Bereitstellung geltenden Rechtsvorschriften entsprechen, durch die Gemeinschaftsrichtlinien in deutsches Recht umgesetzt worden sind, oder,
  2. wenn solche Rechtsvorschriften keine Anwendung finden, den im Zeitpunkt der erstmaligen Bereitstellung geltenden sonstigen Rechtsvorschriften entsprechen, mindestens jedoch den Anforderungen des Anhangs 1 Nr. 1 und 2.

Unbeschadet des Satzes 1 müssen die besonderen Arbeitsmittel nach Anhang 1 Nr. 3 spätestens am 1. Dezember 2002 mindestens den Vorschriften des Anhangs 1 Nr. 3 entsprechen.

(3) Arbeitsmittel zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen müssen den Anforderungen des Anhangs 4 Abschnitt A und B entsprechen, wenn sie nach dem 30. Juni 2003 erstmalig im Unternehmen den Beschäftigten bereitgestellt werden.

(4) Arbeitsmittel zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen müssen ab dem 30. Juni 2003 den in Anhang 4 Abschnitt A aufgeführten Mindestvorschriften entsprechen, wenn sie vor diesem Zeitpunkt bereits verwendet oder erstmalig im Unternehmen den Beschäftigten bereitgestellt worden sind und

  1. keine Rechtsvorschriften anwendbar sind, durch die andere Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften als die Richtlinie 1999/92/EG in nationales Recht umgesetzt werden, oder
  2. solche Rechtsvorschriften nur teilweise anwendbar sind.

(5) Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die Arbeitsmittel während der gesamten Benutzungsdauer den Anforderungen der Absätze 1 bis 4 entsprechen.

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, 1 Anwendungsbereich

1

Anwendungsbereich

  Diese BG-Regel findet Anwendung auf Arbeiten mit Betonpumpen und Verteilermasten für Pumpbeton einschließlich der zugehörigen Förderleitungen.

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, 2 Begriffsbestimmungen

2

Begriffsbestimmungen

  Im Sinne dieser BG-Regel werden folgende Begriffe bestimmt:
  1. Betonpumpen sind Arbeitsmaschinen, die dazu bestimmt sind, Beton durch Rohr- oder Schlauchleitungen zu den Einbaustellen zu fördern.
  2. Verteilermaste sind kraftbetriebene, aus einem oder mehreren ausfahrbaren oder ausklappbaren Teilen bestehende, schwenkbare Arbeitseinrichtungen zur Führung der Betonförderleitungen.
    Betonpumpen und Verteilermaste können eine Einheit bilden.
  3. Gefahrbereich die Umgebung der Betonpumpe, in der Personen durch arbeitsbedingte Bewegungen des Verteilermastes, des Basisfahrzeuges und der Abstützeinrichtungen erreicht und gefährdet werden können.

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, 3 Allgemeine Anforderungen

3

Allgemeine Anforderungen


3.1 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Arbeiten mit Betonpumpen und Verteilermasten im Sinne dieser Regeln und im übrigen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechend durchgeführt werden. Abweichungen sind zulässig, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise gewährleistet ist.
3.2 Die in dieser BG-Regel enthaltenen technischen Regeln schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, 4 Betrieb

4

Betrieb


4.1

Allgemeines


4.1.1 Betonpumpen und Verteilermaste dürfen nur bestimmungsgemäß unter Beachtung der Betriebsanleitung des Herstellers betrieben werden. Die Betriebsanleitung muss am jeweiligen Einsatzort zur Einsicht bereitgehalten werden.
    Zum Betreiben gehören das Auf- und Abbauen, das Bedienen und das Instandhalten.

4.1.2 Der Unternehmer darf mit dem selbständigen Bedienen und Instandhalten von Betonpumpen und Verteilermasten nur Versicherte als Maschinenführer beauftragen, die
  1. das 18. Lebensjahr vollendet haben,
  2. im Umgang und Instandhalten der Pumpen und des Verteilermastes unterwiesen sind und ihre Befähigung hierzu dem Unternehmer gegenüber nachgewiesen haben
    und
  3. von denen zu erwarten ist, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben zuverlässig erfüllen.
   

Zur Unterweisung gehören außer einer theoretischen Wissensvermittlung die Gelegenheit zum Erwerb einer ausreichenden Fahrpraxis sowie die Fähigkeit, Mängel zu erkennen, die die Arbeitssicherheit gefährden.

Maschinenführer gelten auch als unterwiesen, wenn sie an einem Lehrgang mit den Lehrgangsinhalten nach Anhang 1 mit Erfolg teilgenommen haben.


4.1.3 Der Unternehmer muss Maschinenführer für Autobetonpumpen schriftlich beauftragen.


4.2

Aufstellung, Auf- und Abbau


4.2.1 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Verteilermaste standsicher aufgestellt werden. Dabei sind Sicherheitsabstände von Baugruben, Gräben und ähnlichen Vertiefungen nach Bild 1 einzuhalten.

  Bild 1:     Sicherheitsabstände zu Baugrubenrändern

4.2.2

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für eine standsichere Aufstellung in ebenem Gelände die Bodenpressung in Abhängigkeit von der Bodenart die Werte der Tabelle 1 nicht überschreitet.

Erforderliche Abstützfläche (cm2) =

Stützdruck (N bzw. kg)
___________________________________

zul. Bodenpressung (N/cm2 bzw. kg/cm2)

 

 
Bodenart
zulässige Bodenpressung
(N/cm2 bzw. kg/cm2)
  A) Angeschütteter, nicht künstlich verdichteter Boden

0 - 10 (0 - 1)
  B) Gewachsener, offensichtlich unberührter Boden:
    1 Schlamm, Moor


0
      2 Nichtbindige, ausreichend fest
      gelagerte Böden:
      Fein- bis Mittelsand
      Grobsand bis Kies


15 (1,5)
20 (2,0)
      3 Bindige Böden:
      breiig
      weich
      steif
      halbfest
      fest

0
4 (0,4)
10 (1,0)
20 (2,0)
30 (3,0)
      4 Fels, unverwittert mit geringer Klüftung und in günstiger Lage

150 - 300 (15 - 30)
  Tabelle 1:     Zulässige Bodenpressung verschiedener Bodenarten

4.2.3 Der Maschinenführer hat dafür zu sorgen, dass kraftbetriebene Abstützeinrichtungen nicht aus- oder eingefahren werden, wenn sich Personen im Bereich der Abstützung befinden.

4.2.4 Der Maschinenführer hat bei der Aufstellung die Abstützeinrichtungen vollständig auszufahren und abzustützen sowie ausreichend bemessene lastverteilende Unterlagen zu verwenden.

4.2.5 Der Maschinenführer darf das einseitige Ausfahren von Abstützungen nur vornehmen, wenn der Hersteller dies unter der Berücksichtigung der Standsicherheit zugelassen hat und der Verteilermast nur innerhalb des dafür vorgesehenen Schwenkbereiches bewegt werden kann.

4.2.6 Der Maschinenführer darf das einseitige Ausfahren von Abstützungen nur vornehmen, wenn der Hersteller dies zugelassen hat und der Verteilermast nur innerhalb des dafür vorgesehenen Schwenkbereiches bewegt werden kann.

4.2.7 Der Maschinenführer hat Förderleitungen, insbesondere Steigleitungen, die nicht in Verteilermasten geführt werden, sicher zu befestigen und die dabei auftretenden Kräfte in das Bauwerk oder andere Konstruktionsteile abzuleiten. Dabei sind die Leitungen so zu führen, dass Knicke, scharfe Biegungen und Beschädigungen während des Betriebes vermieden werden.

4.2.8 Der Maschinenführer darf Verteilermaste über die in der Betriebsanleitung angegebenen Längen hinaus nicht verlängern.

4.2.9 Der Maschinenführer darf an Förderleitungen von Verteilermasten weiterführende Leitungen nur anschließen, wenn diese den Mast nicht zusätzlich belasten.

4.2.10 Der Maschinenführer hat darauf zu achten, dass
  • der Endschlauch gegen Herabfallen gesichert ist,
  • der freihängende Endschlauch nicht mit Verlängerungskupplungen, Auslaufteilen oder anderen gefahrbringenden Auslaufeinrichtungen betrieben wird
    und
  • der Endschlauch über die vom Hersteller angegebene Länge hinaus nicht verlängert wird.

4.2.11 Schließt der Maschinenführer anstelle eines Endschlauches eine andere Förderleitung an, darf er diese nicht von Hand führen.

4.2.12 Der Maschinenführer darf für das Einbringen des Betons in hohe Bauteile nur die vom Hersteller zugelassenen Endschläuche verwenden.

4.2.13 Der Maschinenführer hat zur Reduzierung der Betonaustrittsgeschwindigkeit nur die vom Hersteller vorgesehenen Fallbremsen zu verwenden.

4.2.14 Der Maschinenführer hat vor Fahrantritt des Fahrzeuges alle beweglichen Teile vor unkontrollierter Bewegung zu sichern.


4.3

Maßnahmen beim Betrieb


4.3.1 Der Maschinenführer darf fahrbare Verteilermaste, die betriebsmäßig abgestützt werden müssen, nicht mit ausgefahrenem Mast verfahren. Der Transport ist nach den Angaben in der Betriebsanleitung durchzuführen.

4.3.2 Der Standsicherheit dienende Abstützeinrichtungen müssen während des Betriebes vom Maschinenführer überprüft und erforderlichenfalls nachgerichtet werden.

4.3.3 Kann der Maschinenführer nicht bei allen Verteilermastbewegungen das Förderleitungsende beobachten, hat er einen Einweiser hinzuzuziehen.

4.3.4 Der Maschinenführer hat darauf zu achten, dass beim Verstellen des Verteilermastes der nach Tabelle 2 angegebene Mindestabstand zu elektrischen Freileitungen eingehalten wird.
 
Nennspannung
Mindestabstand
  bis 1000 V
1,0 m
  über 1 kV bis 110 kV
3,0 m
  über 110 kV bis 220 kV
4,0 m
  über 220 kV bis 380 kV
5,0 m
  oder bei unbekannter Nennspannung
5,0 m
  Tabelle 2: Mindestabstände zu Freileitungen

4.3.5 Kann der in Tabelle 2 angegebene Mindestabstand zu elektrischen Freileitungen nicht eingehalten werden, ist vom Maschinenführer sicherzustellen, dass diese
  • für die Dauer der Arbeiten freigeschaltet sind
    oder
  • im Arbeitsbereich der Betonpumpen und Verteilermaste umwehrt oder isoliert sind.

4.3.6 Der Maschinenführer darf den Verteilermast nicht als Hebezeug verwenden oder Hindernisse wegdrücken.
    Hindernisse sind z.B. Bäume.

4.3.7 Der Maschinenführer hat dafür zu sorgen, dass sich Unbefugte nicht im Gefahrbereich des Verteilermastes aufhalten.

4.3.8 Beim Anpumpen und bei Unterbrechungen des Pumpbetriebes ist der Aufenthalt im Gefahrbereich des Endschlauches verboten.
    Als Gefahrbereich um den Endschlauch gilt der Durchmesser der doppelten Endschlauchlänge.

4.3.9 Können Gefahrbereiche vom Maschinenführer nicht eingesehen werden, hat er einen Einweiser hinzuzuziehen.
    Solche Gefahrbereiche sind z.B. innerhalb des Schwenkbereichs des Verteilermastes oder am Endschlauch.

4.3.10 Der Maschinenführer hat Verteilermaste bei Erreichen der kritischen Windgeschwindigkeit und bei Arbeitsschluss einzufahren und entsprechend zu sichern.
    Angaben hierzu enthält die Betriebsanleitung.

4.3.11 Der Maschinenführer hat bei Reinigung mit Wasser die Angaben der Betriebsanleitung zu beachten und diese nur von ausreichend großen und trittsicheren Arbeitsplätzen durchzuführen.

4.3.12 Der Maschinenführer hat bei pneumatischer Reinigung der Förderleitung, sofern dies vom Hersteller vorgesehen ist, insbesondere folgendes zu beachten:
  • Einzelne Rohre und kurze bis 10 m lange Rohrstränge dürfen mit Luft nicht ausgeblasen werden.
  • Am Leitungsende sind Rohrbögen oder Schläuche zu entfernen.
  • Am Ende der Rohrleitung ist ein Fangkorb für den Stopfen zu montieren.
  • Personen dürfen sich nicht am Leitungsende und nicht vor der Leitungsöffnung aufhalten, wenn ausgeblasen wird.
  • Aus dem Leitungsende muss der Beton frei austreten können.
  • Das Leitungsende muss so ausgerichtet sein, dass möglicherweise herausschießender Beton Personen keinen Schaden zufügen kann.
  • Zum Ausdrücken des Betons muss ein Pfropfen nach Herstellerangaben verwendet werden, damit die Druckluft nicht schlagartig entweichen kann. Anschließend ist die Leitung durch Betätigung des Ablasshahns am Rohrreinigungskopf drucklos zu machen.
  • Beim Drücken mit Luft ist ständig das Manometer zu beobachten. Besonders auf starken Druckabfall ist zu achten. Fällt der Druck, muss eine schnelle Entlastung über den Ablasshahn erfolgen, um ein beschleunigtes Austreten des Betons zu verhindern.

4.3.13 Nach Beendigung des Betriebes ist die Maschine stillzusetzen und gegen unbefugte Benutzung zu sichern.

4.3.14 Der Maschinenführer hat dafür zu sorgen, dass beim Eintreten einer Störung, die die Betriebssicherheit beeinträchtigt, der Betrieb bis zur Beseitigung des Fehlers unterbrochen wird.

4.3.15 Vor dem Öffnen von Förderleitungsverbindungen muss das Fördersystem drucklos gemacht werden.
    Dies kann z.B. zur Beseitigung von Verstopfern notwendig sein.


4.4

Instandhaltung


4.4.1 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Instandhaltungsarbeiten, Auf- und Abbauarbeiten sowie Prüfungen, die nicht vom Boden aus durchgeführt werden können, von Arbeitsständen oder gleichwertigen Einrichtungen aus durchgeführt werden.
    Gleichwertige Einrichtungen sind z.B. Hubarbeitsbühnen, Leitern.

4.4.2 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Instandhaltungsarbeiten an Sicherheitseinrichtungen nur von Sachkundigen vorgenommen werden. Sicherheitseinrichtungen dürfen nicht verändert, unwirksam gemacht oder entfernt werden.
   

Zu den Instandhaltungsarbeiten zählen z.B. Reparaturen, Einstellen, Auswechseln.

Sicherheitseinrichtungen sind z.B. Gitterabdeckungen, Endschalter.

Sachkundiger ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse über das jeweilige Arbeitsmittel hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Berufsgenossenschaftliche Vorschriften und allgemein anerkannten Regeln der Technik (z.B. DIN- bzw. EN-Normen, VDE-Bestimmungen, technische Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum) soweit vertraut ist, dass er den arbeitssicheren Zustand von Betonpumpen und Verteilermasten beurteilen kann.


4.4.3 Auf Grund des Abriebes sind die Wanddicken von Rohren und Bögen nach den Angaben der Betriebsanleitung festzustellen. Wird die Mindestwanddicke unterschritten, dürfen Rohre und Bögen nicht weiter verwendet werden.

4.4.4 Nach Beendigung von Instandhaltungsarbeiten müssen entfernte Schutzeinrichtungen vor der Wiederinbetriebnahme angebracht werden.

4.4.5 Es dürfen nur Ersatzteile verwendet werden, die den vom Hersteller festgelegten Anforderungen entsprechen.

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, 5 Prüfung

5

Prüfung


5.1

Prüfung durch den Maschinenführer


5.1.1 Die Maschinen sind vor jeder Arbeitsschicht durch den Maschinenführer auf augenfällige Mängel zu prüfen.

5.1.2 Werden Mängel festgestellt, die den sicheren Betrieb beeinträchtigen, ist der Betrieb einzustellen und der Aufsichtführende unverzüglich zu verständigen.
    Aufsichtführender ist, wer die Durchführung von Arbeiten zu überwachen und für die betriebssichere Ausführung zu sorgen hat. Er muss hierfür ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen besitzen sowie weisungsbefugt sein.


5.2

Prüfung durch den Sachkundigen

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Betonpumpen und Verteilermaste einschließlich ihrer Förderleitungen entsprechend den Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, durch einen Sachkundigen auf ihren betriebssicheren Zustand geprüft werden. Der Sachkundige hat die Ergebnisse der Prüfung zu dokumentieren und bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.

    Muster für die Dokumentation der Prüfergebnisse siehe Anhang 2 .

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, 6 Zeitpunkt der Anwendung

6

Zeitpunkt der Anwendung

  Diese BG-Regel ist anzuwenden ab Februar 1999, soweit nicht Inhalte diese BG-Regel nach geltenden Rechtsnormen oder als allgemein anerkannte Regeln der Technik bereits zu beachten sind.

 

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, Anhang 1: Qualifizierungslehrgang von Betonpumpenmaschinisten

Anhang 1

"Qualifizierungslehrgang von Betonpumpenmaschinisten
(Maschinenführer)"

Lehrgangsinhalte des einwöchigen Lehrgangs:

  • Praktische Übungen mit den Betonpumpen einschließlich Erläuterung von Auf- und Abbau, Beseitigung von Störungen, Reinigen der Pumpen
  • Betonpumpentechnik einschließlich Hydraulik und Fehlersuche
  • Betontechnologie mit den Schwerpunkten Wartung und Pflege, Störungssuche, wirtschaftliches Fahren
  • Sicherheitsvorschriften beim Betreiben von Betonpumpen
  • Organisation des Betonpumpeneinsatzes
    (Zusammenarbeit mit Baustellenleitung, Betoniergeschwindigkeit unter Berücksichtigung des Schalungssystems, Verhalten in Stress situationen)
  • Einsatzkriterien von Betonpumpen
    (Leistungs- und Kostenverhalten, Wirtschaftlichkeit, Grenzen des Einsatzes)
  • Einführung und Erläuterung des Anliegens des Lehrganges
  • Prüfung einschließlich Auswertung des Lehrganges

 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, Anhang 2: Muster für die Dokumentation der Prüfergebnisse

Anhang 2

Muster für die Dokumentation der Prüfergebnisse



















 

DGUV Regel 101-012: Betonpumpen und Verteilermaste, Anhang 3: Vorschriften und Regeln

Anhang 3

Vorschriften und Regeln

Nachstehend sind die insbesondere zu beachtenden einschlägigen Vorschriften und Regeln zusammengestellt; siehe auch Abschnitt 3.2:

  1. Gesetze/Verordnungen
    (Bezugsquelle: Buchhandel
    oder
    Carl Heymanns Verlag KG,
    Luxemburger Straße 449, 50939 Köln)

    Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ,

    Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ,

    Maschinenverordnung (9.GPSGV) ,

    PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) ,

    Straßenverkehrsordnung (StVO) ,

    Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA).

  2. Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
    (Bezugsquelle: zuständige Berufsgenossenschaft
    oder
    Carl Heymanns Verlag KG,
    Luxemburger Straße 449, 50939 Köln)

    Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) ,

    Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“ (BGV D 29) ,

    Unfallverhütungsvorschrift „Bauarbeiten“ (BGV C 22) ,

    Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ (BGV A4),

    Unfallverhütungsvorschrift „Lärm“ (BGV B3),

    Unfallverhütungsvorschrift „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz“ (BGV A8).

    „Richtlinien für Funkfernsteuerungen von Kranen“ (ZH 1/547),

    BG-Regel „Einsatz von Schutzkleidung“ (BGR 189) ,

    BG-Regel „Benutzung von Fuß- und Beinschutz“ (BGR 191) ,

    BG-Regel „Benutzung von Kopfschutz“ (BGR 193) ,

    BG-Regel „Einsatz von Gehörschützern“ (BGR 194) ,

    BG-Regel „Einsatz von Schutzhandschuhen“ (BGR 195) ,

    BG-Information „Ladungssicherung auf Fahrzeugen“ (BGI 649),

    BG-Information „Auswahlkriterien für Einrichtungen zur Einleitung von Rettungsmaßnahmen an Einzelpersonen“ (BGI 667).

  3. Normen
    (Bezugsquelle: Beuth Verlag GmbH,
    Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin)
    DIN 13 157 Erste-Hilfe-Material; Verbandkasten C,
    DIN EN 471 Warnkleidung,
    VDI 2700 Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen.

 

Webcode: M1534-1