BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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17 Sprengarbeiten

17.1 Allgemeines

Sind bei Bauarbeiten unter Tage Sprengarbeiten erforderlich, müssen die Bestimmungen der UVV "Sprengarbeiten" (VBG 46) eingehalten werden.

17.2 Sprengberechtigte

Der Unternehmer darf mit der Durchführung von Sprengungen bei Bauarbeiten unter Tage nur Sprengberechtigte beauftragen, die aufgrund einer Erlaubnis oder eines Befähigungsscheines ausdrücklich dazu berechtigt sind.

Sprengberechtigter ist, wer aufgrund einer Erlaubnis nach § 7 Sprengstoffgesetz oder aufgrund eines Befähigungsscheines nach § 20 Sprengstoffgesetz Sprengarbeiten durchführen darf.

Voraussetzung für die Ausstellung einer derartigen Erlaubnis oder eines Befähigungsscheines ist:

  1. die erfolgreiche Teilnahme an einem "Grundlehrgang für Sprengarbeiten und bei Arbeiten unter Tage"
    oder
  2. die erfolgreiche Teilnahme an einem "Grundlehrgang für allgemeine Sprengarbeiten" und an einem "Sonderlehrgang für Sprengungen für unterirdische Hohlräume".

Siehe auch §§ 2 und 66 UVV "Sprengarbeiten" (VBG 46).

17.3 Maßnahmen bei explosionsfähiger Atmosphäre

Soweit bei Sprengarbeiten unter Tage Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube auftreten können, die mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre bilden können, sind vorher die erforderlichen Maßnahmen vom Unternehmer im Einvernehmen mit der Berufsgenossenschaft schriftlich festzulegen.

Siehe auch § 67 UVV "Sprengarbeiten" (VBG 46).

17.4 Beseitigen von Sprengschwaden

17.4.1 Sprengschwaden dürfen nur durch künstliche Belüftung beseitigt werden. Dies gilt nicht, wenn die Sprengschwaden durch natürliche Belüftung in angemessener Frist abziehen.

Im Regelfall gilt eine Frist von 15 Minuten für das Abziehen der Sprengschwaden als angemessen. Siehe auch § 72 Abs.&nbsp1 UVV "Sprengarbeiten" (VBG 46).

Die Begriffe "natürliche" und "künstliche Belüftung" entsprechen der "freien" bzw. "technischen Lüftung" nach der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 5 "Lüftung".

17.4.2 Werden Sprengschwaden abgesaugt, muß sich die Ansaugöffnung der Lüftungsleitung so nahe wie möglich an der Sprengstelle befinden. Die Abluft ist so zu führen, daß sie nicht in die Atemluft der Versicherten gelangen kann.

17.4.3 Zusätzlich zu Abschnitt 17.4.2 muß zur Beseitigung der Sprengschwaden vor der Ortsbrust eine drückende Belüftung eingesetzt werden, wobei deren Ansaugstelle so angeordnet sein muß, daß sie von den Sprengschwaden nicht erreicht werden kann. Die Förderleistung der drückenden Zusatzbelüftung muß mindestens 70 % der Förderleistung der absaugenden Belüftung betragen.

17.4.4 Abweichend von Abschnitt 17.4.2 und 17.4.3 kann die Beseitigung der Sprengschwaden allein durch drückende Belüftung erfolgen, wenn

  • die Versicherten sich vor der Sprengung ins Freie begeben und die Arbeitsstelle erst wieder betreten, nachdem die Sprengschwaden vollständig ins Freie geführt worden sind,
  • die Schwaden so abgeführt werden, daß sie nicht in die Atemluft der Versicherten gelangen können

    oder

  • die Versicherten einen Schwadencontainer aufsuchen.

    Siehe auch § 72 Abs.&nbsp2 UVV "Sprengarbeiten" (VBG 46) und § 40 UVV "Bauarbeiten" (VBG 37) .

17.4.5 Bei Kalottenvortrieb in Tunnels oder Stollen dürfen sich bei Sprengungen in der Strosse Versicherte in der Kalotte nur aufhalten, wenn dies ohne Gefährdung möglich und eine ausreichende Belüftung der Kalotte nach Abschnitt 16 sichergestellt ist. Es muß gewährleistet sein, daß die Sprengschwaden der Strossensprengung nicht in die Belüftungsleitung für die Kalotte gelangen können.

17.5 Sprengsignale

17.5.1 Bei Sprengarbeiten unter Tage dürfen die üblicherweise mit dem Signalhorn zu gebenden Sprengsignale durch Zurufe ersetzt werden.

17.5.2 Die Sprengsignale müssen durch optische Warnzeichen so ergänzt werden, daß sie von jedem Versicherten unter Tage wahrgenommen werden können. Die optischen Warnzeichen müssen sich von anderen Warnzeichen deutlich unterscheiden.

17.5.3 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß die Bedeutung der Sprengsignale den Versicherten bekannt ist.


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