BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 3

Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplanes


1 Allgemeine Daten
- Name des kontaminierten Bereiches/der Altlast
- Name des Auftraggebers
- beteiligte Behörden, der Dienststellen des Arbeitsschutzes, der Gutachter
- Name des Koordinators nach der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (DGUV Regel 101-004) und seiner Stellvertreter einschließlich Festlegung deren Weisungsbefugnisse
- Anlass der Arbeiten
- Bezeichnung des vom Arbeits- und Sicherheitsplanes betroffenen Personenkreises
- Gültigkeitsdauer (zeit- bzw. gewerkbezogen)

2 Standortbeschreibung
- Nutzungsgeschichte des Standortes
- Lageplan mit Gesamtausdehnung der Baustelle und des kontaminierten Bereiches/der Altlast
- Zusammenfassende Darstellung der bisherigen Erkundungen und Sanierungsuntersuchungen einschließlich Lageplan, z.B. zu den Probenahmestellen aus Bausubstanz, Boden, Grundwasser- bzw. Sickerwasser
- Lageplan der einzelnen Kontaminationsherde bzw. -ausdehnungen einschließlich Angaben sicherheitsrelevanter Konzentrationen der Kontaminanten im Boden, Grundwasser, Bausubstanz oder Ähnlichem
- geologisch-hydrogeologische Situation des Kontaminationsbereiches (Schichtenverzeichnisse, Grundwasserverhältnisse)

3 Stoffliche Ermittlung und Gefahrenanalyse
- Tabellarische Zusammenfassung der Ergebnisse zu den Ermittlungen zu Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen
- Tabellarische Zusammenstellung der auf Grund ihrer physikalisch-chemischen oder toxikologischen Eigenschaften und ihrer angetroffenen Konzentration hinsichtlich des Gesundheitsschutzes zu berücksichtigenden Gefahrstoffe gemäß Bewertungsparametern nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 524 "Sanierungen und Arbeiten in kontaminierten Bereichen"
- Zusammenstellung eventueller gefährdungsrelevanter Wirkungen und Symptome der Gefahrstoffaufnahme, z.B. Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Schleimhautreizungen
- Zusammenstellung der bezüglich des Gesundheitsschutzes relevanten biologischen Arbeitsstoffe mit Angaben zu Übertragungsweg und Wirkung (infektiös, sensibilisierend, toxisch)

4 Ermittlung der Arbeitsbereiche, Arbeitsverfahren, Tätigkeiten und der arbeitsbereichs- und tätigkeitsbedingten Faktoren der Exposition ("Arbeitsbereichsanalyse")
- Einteilung der Baustelle in verschiedene Arbeitsbereiche mit potenzieller Exposition
- Beschreibung der Verfahrensschritte und Arbeitsweisen pro Arbeitsbereich bzw. Einzeigewerk einschließlich zeitlicher Ablauf der Bearbeitung,
- Ermittlung der einzelnen Tätigkeiten, bei denen mit einer Gefährdung durch Gefahrstoffe bzw. biologische Arbeitsstoffe zu rechnen ist,
- Ermittlung der verfahrens- und umgebungsbezogenen Kriterien der Emission/Exposition

5 Gefährdungsbeurteilung
- Tätigkeitsbezogene Zusammenführung der Ergebnisse der Gefahren- und Arbeitsbereichsanalyse zur einer halbquantitativen Expositionsabschätzung

6 Arbeits- und Gesundheitsschutz
6.1 Allgemeingültige Schutzmaßnahmen
  • Maßnahmen entsprechend den jeweiligen Schutzstufenkonzepten nach der Gefahrstoffverordnung bzw. der Biostoffverordnung und Festlegung
  • Beschreibung der speziellen Baustelleneinrichtung für Arbeiten in kontaminierten Bereichen incl. Lageplan
  • Einteilung der Baustelle in Schutzzonen, z.B. Schwarz-Weiß-Bereiche, A-B-C-Zonen, einschließlich Lageplan entsprechend der verschiedenen Arbeitsbereiche nach Arbeitsbereichsanalyse
  • Allgemeine Verhaltensregeln einschließlich Vorgaben zur Benutzung der Dekontaminationseinrichtungen und -anlagen
  • Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung
6.2 Arbeitsbereichs- bzw. tätigkeitsbezogene Festlegungen zu technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen und zu persönlichen Schutzausrüstungen
  • Anforderungen an das Arbeitsverfahren, z.B. "emissionsarm"
  • Anforderungen an Maßnahmen zur Gefahrstofferfassung ("Absaugung")
  • Anforderungen an Maßnahmen zur blasenden Bewetterung
  • Anforderungen an Maschinen, Fahrzeuge und Geräte
  • Anforderungen an eventuell notwendige Abschottungsmaßnahmen, z.B. Folientüren, Unterdruckhaltung
  • Besondere Verhaltensregeln für den Gefahrenfall, gegebenenfalls Beschreibung möglicher Gefahrfälle
  • Anforderungen an Brand- und Explosionsschutz
  • Ermittlung von Leitparametern zur messtechnischen Überwachung
  • Ermittlung der stoffbezogenen Schwellenwerte für den Einsatz zusätzlicher Schutzmaßnahmen beim Auftreten von Gefahrstoffen in der Atemluft in Staub-, Nebel-, Dampf- oder Gasform (10% der Arbeitsplatzgrenzwerte)
  • Festlegung der Intervalle von Unterweisung und gegebenenfalls Übungen
  • Festlegung der persönlichen Schutzausrüstungen
  • Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung von persönlichen Schutzausrüstungen, insbesondere Atemschutzgeräten (Wartung und Pflege)


7 Messkonzept zur Überwachung der Arbeitsplatzbedingungen
- Festlegung des Messziels am Ort der Tätigkeit
  • Überwachung von Akutgefahren (O2, UEG, TOX),
  • Auslösung von Schutzmaßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten,
  • Kontrolle der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen,
  • Dokumentation der Einhaltung bzw. Unterschreitung von Grenzwerten,
- Festlegung der Messgeräte und -verfahren
- Festlegung der mittels direktanzeigenden Messgeräten mit Alarmfunktion kontinuierlich durchzuführenden Überwachungsmessungen (UEG, O2, Auslösung von Maßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten)
- Festlegung der Intervalle routinemäßig durchzuführender Kontrollmessungen, z.B. zur Überprüfung der Gültigkeit von Leitparametern
- Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung der Messgeräte (Wartung und Pflege)

8 Entsorgung
- Verhaltensregeln zur Handhabung und Entsorgung kontaminierter Schutzausrüstung und anderer kontaminierter Gegenstände
- Verhaltensregeln z.B. zur Handhabung und Entsorgung kontaminierten Wassers aus Dekontaminationsanlagen und sonstiger Abfälle, wie gebrauchte Atemfilter, Schutzkleidung

9 Dokumentation, Nachweise
- Festlegung der von den verschiedenen Beteiligten (Bauleiter des Bauherrn, Koordinator bzw. ausführenden Unternehmen) vorzunehmenden Dokumentationen
- Festlegung der vom einzelnen Auftragnehmer vorzulegenden Nachweise, z.B. Arbeitsmedizinische Vorsorge, Filterbuch.

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