BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Kapitels werden folgende Begriffe bestimmt:

  1. Schmiedehämmer sind Umformmaschinen, bei denen die zu schmiedenden Teile (Werkstücke) durch die schlagartig umgesetzte Energie des Hammerbären umgeformt werden. Für die Umformung wird der Hammerbär beschleunigt und gibt beim Auftreffen die in ihm gespeicherte Bewegungsenergie ab, ohne dass ihm während und nach Ablauf des Schlagvorganges eine weitere Energie zur Umformung zugeführt wird.
    Schmiedehämmer sind z. B. Schabotte- und Gegenschlaghämmer.

    Zu den Schabottehämmern zählen z. B. Fallhämmer, Oberdruckhämmer, Lufthämmer, Dampfhämmer, Federhämmer, Längsschmiedemaschinen. Längsschmiedemaschinen können auch Gegenschlaghämmer sein.

    Die gelegentlich nach dem Schlagvorgang bei Freiformhämmern anstehende Kraft am Hammerbären dient zum Halten des Werkstücks und nicht zur Umformung.
  2. Automatisch arbeitende Schmiedehämmer sind Umformmaschinen nach Nummer 1, an denen die Werkstücke mit maschinell angetriebenen und steuerungstechnisch mit dem Schmiedehammer verbundenen Einlege- und Entnahmeeinrichtungen zugeführt und entnommen werden und an denen während des Betreibens keine Tätigkeiten im Gefahrbereich durch Personen erforderlich sind.
  3. Nicht automatisch arbeitende Schmiedehämmer sind Umformmaschinen nach Nummer 1, an denen die Werkstücke mit kraftbetriebenen Einlege- und Entnahmeeinrichtungen zugeführt und entnommen werden, die
    • vom Schmied direkt betätigt
      oder
    • automatisch durch den Fertigungslauf gesteuert
    werden.
  4. Gefahrbereiche sind begehbare Bereiche, in denen sich ungesicherte Gefahrstellen, Gefahrquellen oder beides befinden.
  5. Annahmebereitschaft ist eine in bestimmten Grenzen einstellbare Zeitspanne, in der Schläge des Hammerbären ausgelöst werden können.
  6. Eine pneumo- oder hydromechanische Steuerung ist eine Steuerung, bei der der Steuerbefehl unter Zwischenschaltung von pneumatischer oder hydraulischer Hilfsenergie ohne Verwendung eines elektrischen Steuerstromes den Kraftfluss für die Umformung freigibt.
  7. Schmiedwerkzeuge sind z. B. Gesenke und Sättel.
  8. Schmiedehilfswerkzeuge sind z. B. Haumesser, Aufsetzeisen, Dorne, Maßklötze.
  9. Hilfswerkzeuge sind z. B. Zangen, Hebeleisen (Knippstangen).

 

 

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