BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 3

Nicht geeignete Werkstoffe zur Herstellung von Anlagen- und Ausrüstungsteilen für bestimmte Gase


In Gasanlagen werden an die Beschaffenheit der gasbeaufschlagten Anlagen- und Ausrüstungsteile bestimmte Anforderungen hinsichtlich der verwendeten Werkstoffe gestellt. So wird z. B. gefordert, dass die Werkstoffe von den Gasen nicht in gefährlicher Weise angegriffen werden und mit diesen keine gefährlichen Verbindungen eingehen dürfen; siehe Abschnitt 3.6.

In der folgenden Tabelle werden beispielhaft Werkstoffe aufgezählt, die zur Herstellung von Anlagen- und Ausrüstungsteilen bei Beaufschlagung mit den genannten Gasen nicht geeignet sind. Diese Aufzählung soll nur Hinweise geben und berechtigt nicht zu der Schlussfolgerung, dass alle anderen nicht genannten Werkstoffe geeignet sind. In jedem Fall ist zu prüfen, ob der für die Herstellung von Anlagen- oder Ausrüstungsteilen verwendete oder vorgesehene Werkstoff für die betreffende Gasart geeignet ist. Dies gilt insbesondere bei Einsatz von Gasgemischen und unter anderen als atmosphärische Bedingungen. Auf die DECHEMA-Werkstofftabellen wird hingewiesen.

Gasbezeichnung   Nicht geeignete Werkstoffe
Acetylen (C2H2)  

Dimethylformamid- und acetonlöslicher Naturkautschuk und synthetischer Kautschuk (z. B. Neopren); Kupfer und Kupferlegierungen mit mehr als 70 Gew.-% Kupfer (z. B. Messing, Bronze), Silber und silberhaltige Legierungen mit mehr als 46 Gew.-% Silber und mehr als 37 Gew.-% Kupfer, wobei beide Bestandteile maximal 76 % nicht überschreiten dürfen. Siehe auch Nummer 4 der Technischen Regeln für Acetylenanlagen und Calciumcarbidlager TRAC 204.

Ammoniak (NH3)   Kupfer und Kupferlegierungen, Zink und Zinklegierungen

Ammoniak feucht:   abhängig vom %-Gehalt: Kupfer und Kupferlegierungen, Nickel Nickellegierungen (z. B. Monel, Alloy); Polyester, Polyvinylchlorid

Brommethan (CH3Br)   Aluminium
Bromwasserstoff (HBr)   Leichtmetallegierungen, ferritischer Stahl, Kupfer, Zinn; synthetischer Kautschuk aus Polymerisaten auf Butadienbasis (z. B. Buna S, Buna N, Neopren); Schmiermittel: Öl und Fett

Gasbezeichnung   Nicht geeignete Werkstoffe

Butin-1   Kupfer, Silber

Carbonylchlorid
(COCl2) Phosgen)
  Gummi, Polyvinylchlorid, Polyethylen, Polybutylen-1

Chlor (Cl2)   Zinn, Zinnlote; Schmiermittel: Wachse, Öle, Fette

Chlor feucht:   Aluminium, Kupfer, Kupferlegierungen, Eisen-Siliziumlegierungen, Magnesiumlegierungen, Nickel und Nickel- Chromlegierungen (z. B. Inconel)

Chlorethan
(C2H5Cl)
  Aluminium, Zink, Magnesium

Chlormethan
(CH3Cl)
  Aluminium, Zink, Magnesium

Chlortrifluorethen
(C2ClF3)
  Naturkautschuk

Chlortrifluorid (ClF3)   Glas, Quarz; Schmiermittel: Öl, Fett

Dimethylamin
((CH3)2NH)
  Blei, Kupfer und Kupferlegierungen, Zinn, Nickel, Zink, Zinklegierungen, Silber; Celluloseacetate

Distickstoffoxid (N2O)   Schmiermittel: Öl, Fett

Ethylamin (C2H2NH2)   Blei, Kupfer und Kupferlegierungen, Zink und Zinklegierungen, Zinn, Nickel, Silber; Celluloseacetate

Ethylenoxid (C2H4O)   Kupfer, Silber

Flüssiggas nach DIN 51 622   Synthetischer Kautschuk aus Butadien-Mischpolymerisaten (z. B. Buna S), Silikongummi, Naturkautschuk, Polyisobutylen, Ethylcellulose

Fluor (F2)   Aluminium und -legierungen, Chrom-Aluminium-Stähle und Chrom-Molybdän-Stähle Schmiermittel: Öl, Fett bei höheren Temperaturen: Kupfer

Fluor feucht:   Glas, Quarz

Fluorwasserstoff (HF)   Glas, Quarz

Kohlenmonoxid (CO)   Bei Drücken über 35 bar: Eisen, Nickel, Kobalt, Mangan

Methylamin (CH3NH2)   Silber, Kupfer und Kupferlegierungen, Zinn, Nickel, Zink und Zinklegierungen; Celluloseacetate, Naturkautschuk, synthetischer Kautschuk aus Butadien-Mischpolymerisaten (z. B. Buna S, Buna N)

Methylamin feucht:   Aluminium und Aluminiumlegierungen können angegriffen werden

Methylmercaptan (CH4S)   Kupfer und Kupferlegierungen

Sauerstoff (O2)   Siehe §§ 8 und 13 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift „Sauerstoff“ (BGV B7); diese Unfallverhütungsvorschrift wird voraussichtlich Ende 2004 außer Kraft gesetzt; ausgewählte Betriebsbestimmungen siehe Kapitel 2.32 dieser BG-Regel.

Schwefeldioxid (SO2)   Nickel, bei höheren Temperaturen: Molybdän, Nickel und Nickellegierungen (z. B. Monel, Hastelloy)

Schwefeldioxid feucht:   Kupfer-Zinklegierungen, Kupfer-Nickellegierungen

Schwefelwasserstoff (H2S)   Feinsilber, Kupfer und Kupferlegierungen, Aluminium bei erhöhter Temperatur: Naturkautschuk

Stickstoffdioxid (NO2)   ferritischer Stahl;

(Stickstofftetroxid)   Kunststoffe (Elastomere) auf der Basis von Vinyliden- oder Ethen- Polymerisaten (z. B. Tygon, Hypalon, Viton, Kel-F); Schmiermittel: Öl, Fett

Stickstoffmonoxid (NO)
  Kupfer und Kupferlegierungen

Tetrafluorhydrazin (N2F4)   Schmiermittel: Öl und Fett

Trimethylamin
((CH3)3N)
  Kupfer, Kupferlegierungen, Blei, Zinn, Nickel, Silber, Zink und Zinklegierungen; Naturkautschuk, synthetischer Kautschuk aus Butadien-Mischpolymerisaten (z. B. Buna S, Buna N), Celluloseacetate

Vinylchlorid (C2H3Cl)   Kupfer und Kupferlegierungen

Vinylfluorid (C2H3F)   Kupfer, Silber

Wasserstoff (H2)   Titan, Palladium, Zirkon

 

 

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