BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Kapitels werden folgende Begriffe bestimmt:

  1. Schleifwerkzeuge sind
    a)  Schleifkörper aus gebundenem Schleifmittel,
    Schleifkörper aus gebundenem Schleifmittel sind z. B. Schleifscheiben und Trennschleifscheiben, Schleifkörper auf Tragscheiben, Schleifteller, Schleifsegmente, Schleifstifte, Schleiftöpfe, Schleifkegel, gekröpfte Schleifscheiben, bei denen Korunde oder Siliciumcarbide als Schleifmittel verwendet werden, Natursteine.

    Siehe auch DIN 69 111 „Schleifkörper aus gebundenem Schleifmittel; Einteilung, Übersicht“ und DIN ISO 525 „Schleifkörper aus gebundenem Schleifmittel; Allgemeine Anforderungen“.
    b) Schleifkörper mit Diamant oder Bornitrid oder mit Werkstoffen vergleichbarer Eigenschaften als Schleifmittel,

    Die Schleifkörper können sowohl aus Vollkörpern bestehen, in denen das Schleifmittel eingebunden ist, als auch aus Grundkörpern mit aufgebrachten Schleifmittelbelägen.

    Schleifmittelbeläge können z. B. durch Pressen, Kleben, Löten, Schweißen, Sintern oder galvanisches Beschichten aufgebracht sein. Der Grundkörper kann z. B. aus Metall, Keramik oder Kunstharzmassen bestehen.

    Siehe auch DIN 69 800-1 „Schleifkörper mit Schleifbelag aus Diamant oder Bornitrid; Übersicht, Benennung“ und DIN 69 800-2 „Schleifkörper mit Schleifbelag aus Diamant und Bornitrid; Formschlüssel, Bezeichnung“.
    c) Schleifmittel auf Unterlage,

    Schleifmittel auf Unterlage sind z. B. Vulkanfiberschleifscheiben, Fächerschleifscheiben, Schleifblätter, Schleifbänder, Schleifhülsen, Lamellenschleifscheiben und -schleifstifte.

    Siehe auch DIN 69 183 „Lamellenschleifstifte“ und DIN 69 184 „Lamellenschleifscheiben“.

    d) Schleifkörper aus Faservlies mit Schleifmittel,
    Schleifkörper aus Faservlies mit Schleifmittel sind z. B. Scheiben mit und ohne Vulkanfiberrücken, Stützteller oder Schaft, bei denen das Schleifmittel in ein synthetisches Faservlies eingebunden ist.
    e) Schleifmittelträger in Verbindung mit Schleifpasten und Schleifmitteln, die für die Fertigungsverfahren Schleifen, Polieren, Honen und Läppen verwendet werden.
    Schleifmittelträger sind z. B. Pließt-, Polier- und Läppscheiben. Antriebs- oder Umlenkrollen von z. B. Bandschleifmaschinen sind keine Schleifmittelträger.

    In Schleifpasten sind feinkörnige Schleifmittel, z. B. Korund, Siliciumcarbid, Bornitrid, Diamant pastös gebunden und homogen verteilt.
  2. Schleifmittel sind Korund, Siliciumcarbid, Diamant, Bornitrid oder andere Werkstoffe mit vergleichbaren Eigenschaften.
  3. Schleifarten sind:
    • Umfangschleifen, das Schleifen mit der Umfangfläche des Schleifwerkzeuges,
    • Seitenschleifen, das Schleifen mit der Seitenfläche des Schleifwerkzeuges,
    • Hochdruckschleifen, das Umfangschleifen mit hohem Anpressdruck,
    • Trennschleifen, das Umfangschleifen zum Ablängen oder Schlitzen von Werkstücken.
    Siehe auch DIN 8589-11 „Fertigungsverfahren Spanen; Schleifen mit rotierendem Werkzeug; Einordnung, Unterteilung, Begriffe“.
  4. Bürstwerkzeuge sind Werkzeuge, die aus Bürstenkörper und Besteckungsmaterial bestehen und die für die Fertigungsverfahren Bürstspanen, Bürsten und Reinigungsschleifen verwendet werden.
    Siehe auch
    DIN EN 1083-1 „Kraftbetriebene Bürstwerkzeuge; Teil 1: Definitionen und Nomenklatur“,
    DIN 8589-8 „Fertigungsverfahren Spanen; Bürstspanen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe“,
    DIN 8592 „Fertigungsverfahren Reinigen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe“.
  5. Besteckungsmaterial bildet den Arbeitsteil eines Bürstwerkzeuges und besteht aus metallischen Drähten, synthetischen oder natürlichen Fasern oder aus Mischungen der genannten Werkstoffe, die ihrerseits mit Schleifmitteln besetzt oder durchsetzt sein können.
  6. Arbeitshöchstgeschwindigkeit ist die höchstzulässige Umfangsgeschwindigkeit eines rotierenden Schleif- oder Bürstwerkzeuges.
  7. Zulässige Drehzahl ist die Drehzahl eines rotierenden Schleif- oder Bürstwerkzeuges bei Arbeitshöchstgeschwindigkeit.
    Arbeitshöchstgeschwindigkeit vzul und zulässige Drehzahl nzul eines rotierenden Schleif- oder Bürstwerkzeuges sind bestimmt durch:

    vzul
    =
    D · n zul · 3,14
    in m/s
    60 · 1000

    nzul
    =
    v zul · 60 · 1000
    in 1/min
    D · 3,14

    In den vorgenannten Gleichungen sind einzusetzen:

    vzul   in m/s

    nzul   in 1/min

    D (Außendurchmesser des Schleifwerkzeuges) in mm

     

 

 

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