BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe

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Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe

Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten oder Zellkulturen können bei Kontakt Erkrankungen auslösen.

Gesundheitsgefahren

Der Gefährdungsgrad ist abhängig von

  • der Konzentration,
  • den Eigenschaften,
  • den Übertragungswegen,
  • der Exposition,
  • der Wirksamkeit evtl. vorhandenen Impfschutzes.

● Durch Übertragung und Ansteckung ist die Verursachung von Infektionskrankheiten, Pilzerkrankungen der Haut, Schleimhäute und der inneren Organe möglich.

● Auch sensibilisierende (allergiebereitende) und toxische (direkt schädigende) Wirkungen sind möglich.

● Erkrankungen müssen nicht unmittelbar nach Exposition, sondern sie können erst später auftreten.

● Immungeschwächte Menschen und Menschen mit akuten Infekten können sich leichter anstecken.

● Einteilung in Schutzstufen:

  • Schutzstufe 1: Biologische Stoffe mit äußerst geringem Risiko, z. B. Reinigungsarbeiten, normale Erdbauarbeiten.
  • Schutzstufe 2: Krankheitsauslösung möglich, epidemische Verbreitung unwahrscheinlich, z. B. Arbeiten in Abwasserbereichen, einfache Reinigungsarbeiten in bestimmten Krankenhausbereichen, Entfernung von Verunreinigungen durch Tauben.
  • Schutzstufe 3: Auslösung schwerer Erkrankungen möglich, Gefahr der Entwicklung einer Epidemie kann bestehen, z. B. Reinigungsarbeiten auf Tuberkulosestationen, Milzbrand bei Gerbereistandorten.
  • Schutzstufe 4: Auslösung schwerster Erkrankungen, Gefahr der Entwicklung einer Epidemie groß. Im Baugewerbe nicht anzutreffen.

Maßnahmen zum Gesundheitsschutz

● Gefährdungsbeurteilung durchführen.

● Gegebenenfalls Beratung durch Betriebsarzt oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

● Ermittelte Gefährdung entsprechenden Schutzstufen zuordnen.

● Beschäftigte unterweisen.

● Allgemeine Hygienemaßnahmen einhalten.

● Zusätzliche Schutzmaßnahmen bei sensibilisierenden oder toxischen Gefährdungen sowie spezielle regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten.

● Bei Gefährdungen durch Mikroorganismen, gegen die eine Impfmöglichkeit besteht, ist eine Impfung zu empfehlen.

● Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Beratung durch den Betriebsarzt.

 

Weitere Informationen:


BGV A1 „Grundsätze der Prävention"
BGR A1 „Grundsätze der Prävention"
Biostoffverordnung
TRBA 500 „Allgemeine Hygiene: Mindestanforderungen"
BGI 858 „Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung"
BGI 892 „Gesundheitsgefährdungen durch Taubenkot"
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)



07/2010

 

Webcode: M353-50


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