BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gefährdung durch Lärm und Vibration

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Lärm und Vibration

●  Lärm und Vibrationen sind physikalische Schwingungen, die zu Gesundheitsgefahren wie z. B. Beeinträchtigung des Hörvermögens führen können.

●  Schallwellen werden über Ohrmuschel und Gehörgang zum Trommelfell geleitet und im Mittelohr durch die Gehörknöchelchen auf die Gehörschnecke im Felsenbein übertragen.

●  In der Gehörschnecke findet durch die Hörzellen die Umwandlung von mechanischen Schallwellen in elektrische Impulse statt, die von den Hörnerven an das Gehirn weitergeleitet werden.

Gesundheitsgefahren

●  Lang andauernder Lärm oder hohe Lärmspitzen können die Hörzellen so schädigen, dass sie absterben und für immer ihre Funktion verlieren. Lärm kann Stress erzeugen.

●  Schwingungen durch vibrierende Maschinen können bei langjähriger Tätigkeit zum Verschleiß der Hand-Arm-Knochen und -Gelenke sowie bei Ganzkörperschwingungen zur Schädigung der Bandscheiben führen.

Lärmgrenzwerte

●  Tagesexpositionspegel:

  • Unterer Auslösewert: 80 dB (A),
  • Oberer Auslösewert: 85 dB(A).

●  Spitzenschalldruckpegel:

  • Unterer Auslösewert: 135 dB(C),
  • Oberer Auslösewert: 137 dB(C).

●  Maximal zulässiger Expositionswert:

  • 85 dB(A) bzw. 135 dB(C)

unter Einbeziehung der dämmenden Wirkung des Gehörschutzes.

Vibrationsgrenzwerte

Tages-Vibrationsexpositionswerte:

●  Hand-Arm-Vibrationen

  • Auslösewert: 2,5 m/s2
  • Expositionsgrenzwert: 5 m/s2

●  Ganzkörper-Vibrationen

  • Auslösewert: 0,5 m/s2
  • Expositionsgrenzwert:
    z-Richtung: 0,8 m/s2
    x-, y-Richtung: 1,15 m/s2

Maßnahmen zum Gesundheitsschutz

●  Gefährdungsbeurteilung durchführen.

●  Wenn Expositionswert gegenüber Lärm oder Vibrationen nicht genau bekannt: qualifizierte Messungen durchführen.

●  Wechsel- und Kombinationswirkungen mit gehörschädigenden Gefahrstoffen beachten.

●  Technische Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen.

●  Erreichen oder Überschreiten des unteren Auslösewertes bei Lärm:

  • technische und/oder organisatorische Lärmschutzmaßnahmen
  • Beschäftigte unterweisen
  • geeigneten Gehörschutz zur Verfügung stellen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen
  • audiometrische Untersuchung anbieten

●  Erreichen oder Überschreiten des oberen Auslösewertes bei Lärm:

  • arbeitsmedizinische Untersuchung des Gehörs veranlassen
  • Lärmbereiche kennzeichnen
  • Beschäftigte unterweisen
  • geeigneten Gehörschutz tragen
  • Lärmminderungsprogramm festlegen
  • Gesundheitsakte führen

●  Erreichen oder Überschreiten des Auslösewertes bei Vibrationen:

  • arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung anbieten
  • Beschäftigte unterweisen
  • Vibrationsminderungsprogramm festlegen

●  Erreichen oder Überschreiten des Expositionsgrenzwertes bei Vibrationen:

  • Absenkung der Werte durch technische/organisatorische Maßnahmen
  • arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung veranlassen
  • Gesundheitsakte führen

 

Weitere Informationen:


BGV A1 „Grundsätze der Prävention"
BGR A1 „Grundsätze der Prävention"
Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrations-ArbSchV)
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbmedVV)
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge"
BGR 194 „Benutzung von Gehörschutz"
BGI 5024 „Gehörschutzinformationen"



07/2010

 

Webcode: M263-50


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