BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Fußschutz

Icon: Baustein

 

Teile eines Schuhes

Gefährdungen

  • Auf Baustellen und in ähnlichen Bereichen besteht die Gefahr des Stolperns, Rutschens, Stürzens, Verbrennens, dass Nägel durch Schuhsohlen durchgetreten werden oder dass schwere Teile herabfallen.

Auswahl/Benutzung

  • Geeigneter Fußschutz ist entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung auszuwählen. Zu berücksichtigen sind hierbei auch ergonomische Aspekte, wie z. B. Passform, Schuhverschluss, Schuhform.
  • Nur CE-gekennzeichnete, baumustergeprüfte Produkte bereitstellen/benutzen.
  • Fußschutz vor der Benutzung durch Inaugenscheinnahme prüfen und ggf. festgestellte Mängel melden. Nicht ordnungsgemäßer Fußschutz ist der Benutzung zu entziehen.
  • Fußschutz gemäß Herstellerangaben reinigen.
  • Bei erhöhtem Fußschweiß sollte der Fußschutz täglich gewechselt werden, damit der Fußschutz durchtrocknen kann.

Bauarten/Materialien

Schuhformen

A = Halbschuh
B = Stiefel niedrig
C = Stiefel halbhoch
D = Stiefel hoch
E = Stiefel oberschenkelhoch

Klassifizierungsarten

I = Schuhe aus Leder oder anderen Materialien
II = Schuhe vollständig geformt oder vulkanisiert (z. B. PU oder PVC-Stiefel)

Fußschutzarten

  • Sicherheitsschuhe (S) mit Zehenkappen für hohe Belastungen (Prüfenergie 200 Joule/Druckkraft 15 kN), Berufsschuhe (O) besitzen keine Zehenkappe.

Sicherheitsschuhe

  • Fußschutz mit durchtrittsicherem Schuhunterbau (S3, siehe Tabelle) ist z. B. erforderlich bei
    • Rohbau-, Tiefbau- und Straßenbauarbeiten,
    • Gerüstbau,
    • Abbrucharbeiten,
    • Ausbauarbeiten (Putzer-, Stuck-, Fug-, Fassadenverkleidungsarbeiten),
    • Arbeiten in Beton- und Fertigteilwerken mit Ein- und Ausschalarbeiten,
    • Arbeiten auf Bauhöfen oder Lagerplätzen.
  • Metallische Einlagen verwenden, wenn Gefahr des Durchstichs von Nägeln etc. mit Durchmesser < 4 mm besteht.
  • Fußschutz ohne durchtrittsicheren Schuhunterbau (siehe Tabelle ) sind ausreichend, sofern nicht mit dem Hineintreten in spitze oder scharfe Gegenstände zu rechnen ist, z. B. bei
    • Arbeiten in Betonwerken ohne Ein- und Ausschalarbeiten sowie anderen ortsfesten Betriebsstätten,
    • Arbeiten im Bereich von Hebezeugen, Kranen usw. (ausgenommen auf Baustellen),
    • Ausbau-, Umbau- und Instandhaltungsarbeiten (Installations- und Plattenlegearbeiten).

Sonderschuharten

Fußschutz für Arbeiten mit handgeführten Spritzeinrichtungen

  • Bei hohen Drücken (> 250 bar) und kurzer Lanzenlänge (< 0,75 m) ist spezieller Fußschutz (I oder II) erforderlich oder es sind spezielle Gamaschen zu verwenden (Schutzbereich durchgehend vom Fußrücken bis zum Schienbein).

Fußschutz zum Schutz gegen Kettensägenschnitte

  • Je nach Kettengeschwindigkeit gibt es unterschiedliche Schutzniveaus mit durchgehendem Schutzbereich vom Fußrücken bis zum Schienbein.
  • Das Schutzmaterial muss dauerhaft am Schuh befestigt sein. Zulässig sind Sicherheitsschuhe (I, II) der Schuhformen C, D oder E.

Fußschutz zum Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen

  • Diese müssen der elektrischen Klasse 00 (500 V~ oder 750 V=) oder ggf. der elektrischen Klasse 0 (1000 V~ oder 1500 V=) entsprechen.
  • Der Fußschutz muss generell der Klassifizierungsart II entsprechen.

Orthopädischer Fußschutz

  • Auch orthopädischer Fußschutz muss baumustergeprüft und zertifiziert sein sowie ein CE-Zeichen tragen. Für einen Überblick über orthopädischen Fußschutz siehe Internetseite des Sachgebietes „Fußschutz“.

Fußschutz zum Schutz gegen Chemikalien (I, II)

  • Fußschutz der Klasse I soll gegen bestimmte Chemikalien schützen (Schuhform A ist nicht zulässig).
  • Fußschutz der Klasse II ist gegen bestimmte Chemikalien hochwiderstandsfähig (Schuhform A oder B sind nicht zulässig).

Fußschutz mit wärmeisolierendem Schuhunterbau (Sohlenkomplex)

  • Dieser ist bei Arbeiten auf heißen (z. B. Schwarzdeckeneinbau) oder extrem kalten Untergründen erforderlich.

Tabelle: Sicherheitsrelevante Grund- und Zusatzanforderungen

Kennzeichnung

  • Kennzeichnung des Arbeitsbereiches

Gebotszeichen: Fußschutz benutzen!

Weitere Informationen:
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Regel 112-191 Benutzung von Fuß- und Knieschutz
Leitlinie „Risikobeurteilung von Arbeiten mit Verletzungsgefahren von Fuß- oder Knie“ (www.dguv.de/psa )

07/2015

 

 

Webcode: M1158-50


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