BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Icon: Baustein

Verlegen von dachziegeln

Gefährdungen

  • Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren können zu arbeitsbedingten Erkrankungen und damit zu erhöhten Ausfallzeiten führen. Sie mindern die Produktivität eines Unternehmens.

Heben eines Zementsackes

Allgemeines

  • Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren sind Gefahren für die Gesundheit eines Beschäftigten, die im Zusammenhang mit der Arbeit auftreten können. Typische arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren können entstehen durch:
    • körperliche Fehlbelastungen,
    • psychische Fehlbelastungen,
    • Belastungen aus der Arbeitsumwelt wie Lärm, Klima, Vibration, Gefahrstoffe, Biostoffe, Strahlung.
    Eine der Hauptbelastung im Baugewerbe ist die körperliche Belastung mit den Schwerpunkten:
    • Heben und Tragen schwerer Lasten Nummer 2,
    • häufiges und schnell aufeinanderfolgendes Aufnehmen und Umsetzen von leichten Lasten,
    • Arbeiten in Zwangshaltungen Nummer 1, z. B. im Knien, Hocken, über Schulterhöhe und in verdrehter Körperhaltung,
    • sich ständig wiederholende Bewegungsabläufe mit hohem Kraftaufwand, z. B. hämmern, binden von Bewehrungselementen,
    • Hand-Arm-Vibrationen z. B. bei Arbeiten mit Handmaschinen (Bohrer, Meißel, Sägen, Fräsen, Polier- und Schleifmaschinen), Ganzkörper-Vibrationen, z. B. Fahren in Baumaschinen.
  • Die Beurteilung der arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren erfolgt mit Hilfe der:
    • Gefährdungsbeurteilung,
    • Beratung durch Arbeitsschutzbeauftragte und Betriebsarzt,
    • Krankenstandsanalysen im Unternehmen.

Schutzmaßnahmen

  • Um die Belastungen so gering wie möglich zu halten, ist eine vorausschauende Arbeitsvorbereitung, u.a. durch die Auswahl weniger belastender Arbeitsverfahren, entscheidend.
  • Maschinen und Geräte sowie ergonomische Hilfsmittel wie Minikrane, Hebebühnen, Bauaufzüge, Bordsteinversetzgeräte, Bewehrungsbindegeräte u.a. einsetzen.
  • Höhenverstellbare Arbeitsgerüste/Arbeitsbühnen verwenden.
  • Transportmittel wie Schub-/Sackkarren, Transportzangen u.a. einsetzen.
  • Arbeitsmittel unter ergonomischen Gesichtspunkten (Griffgestaltung, vibrationsarm, lärmgemindert) auswählen.
  • Staubarme Trenn- und Abbruchverfahren einsetzen.
  • Ersatzstoffprüfung von Gefahrstoffen (Substitution), z. B. lösemittelfreie Produkte, chromatreduzierte Zemente.
  • Lastgewichte durch kleinere Gebindegrößen reduzieren.
  • Besondere Maßnahmen bei Winterbau (z. B. Beheizung, Beleuchtung, Möglichkeiten zum Aufwärmen und Trocknen) durchführen.
  • Besondere Maßnahmen bei Hitze durchführen, z. B. Schattenspender, Getränke bereitstellen, vermehrte Kurzpausen im Schatten einrichten.
  • Baustelleneinrichtung unter ergonomischen Gesichtspunkten planen, z. B.:
    • Reduzierung von Transportwegen durch Lagerung von Materialien am Einbauort,
    • Lagerung von Materialien in optimaler Höhe,
    • Ordnung und Sauberkeit auf der Baustelle.
  • Beschäftigte zum manuellen Handhaben von Lasten unterweisen.
  • Gestaltung von Arbeitsabläufen z. B. einseitige Bewegungsabläufe bzw. Zwangshaltungen durch andere Tätigkeiten unterbrechen.
  • Lärmbereiche abgrenzen.
  • Mitarbeiter beteiligen und Betriebsklima fördern.
  • An Arbeitsbedingungen und Witterungslage angepasste Kleidung auswählen.
  • Geeignete Persönliche Schutzausrüstung benutzen, z. B. Knieschutzhosen, Schutzhandschuhe, Atemschutz.
  • Rückengerechte Hebe- und Tragetechniken anwenden.
  • An Rückentraining und Ausgleichssport teilnehmen.
  • Hautschutz gemäß Hautschutzplan anwenden.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsoge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Lastenhandhabungsverordnung
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
www.ergonomie-bau.de
DGUV Information 208-033 Belastungen für den Rücken und Gelenke – was geht mich das an?

07/2015

 

 

Webcode: M1237-50


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