BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gefährdung durch Stress

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Mann schlägt Hände über Kopf zusammen

Gefährdungen

  • Durch bestimmte Arbeitsbedingungen kann Stress ausgelöst werden. In der Folge können körperliche oder seelische Erkrankungen auftreten.

Allgemeines

  • Der Grad der Gefährdung ist abhängig von:
    • Art der Belastung,
    • Häufigkeit der Belastung,
    • Leistungsvoraussetzungen der Person,
    • Bewältigungsstrategien der Person,
    • organisatorischen Gegebenheiten.
  • Arbeitsbedingte psychische Belastungen (Stressoren) können sich ergeben aus:
    • der Arbeitsaufgabe bzw. dem Arbeitsinhalt, wie z. B. Handlungsspielraum, Verantwortung,
    • der Arbeitsorganisation, wie z. B. Pausengestaltung, Schichtarbeit, Zeitdruck, Unterbrechungen, festgelegte Arbeitsabläufe,
    • den Arbeitsmitteln, wie z. B. Maschinen, Werkzeuge, Computer,
    • der Arbeitsumgebung, wie z. B. Lärm, Klima, Staub, Beleuchtung,
    • und den sozialen Bedingungen, wie z. B. dem Führungsverhalten, Kontakte zu Mitarbeitern/Kollegen.
  • Die Belastungen können sich auf die Psyche auswirken und zu psychischen Beanspruchungen führen.
  • Arbeitsbedingte psychische Beanspruchungen sind die individuellen emotionalen, geistigen, verhaltensmäßigen und körperlichen Reaktionen. Es sind hierbei kurzfristige (z. B. Konzentrationsverminderung) und langfristige Reaktionen (psychosomatische Krankheiten) zu unterscheiden.
  • Eine angemessene Belastung/Anforderung kann sich positiv auswirken im Sinne einer Stärkung oder Erfahrungsbildung.
  • Eine Belastung/Anforderung ist negativ zu sehen, wenn sie durch Über- oder Unterforderung mit Krankheitsrisiken verbunden ist.
  • Sowohl Über- als auch Unterforderung können zu psychischen Fehlbeanspruchungen führen.
  • Belastung (Stressor) und Beanspruchung (Stressreaktion bzw. Stressfolgen) sind langfristig nicht voneinander unabhängig, da „stressbedingte“ gesundheitliche Beeinträchtigungen wieder eine Belastung darstellen können.

Schutzmaßnahmen

  • Minimierung der durch Gefährdungsbeurteilung identifizierten Belastungen, die zu einer Fehlbeanspruchung führen.
  • Maßnahmen zum Gesundheitsschutz erfolgen:
    • verhältnisbezogen, z. B. Verbesserung der Technik und der Organisation,
    • verhaltensbezogen, z. B. Änderung der persönlichen Einstellung des Einzelnen.
  • Beratung zu möglichen Gefährdungen und Intervention durch geschulte Fachleute.
  • Frühzeitige Erkennung von individuellen Beanspruchungen (Frühdiagnose) durch den Betriebsarzt und Psychologen.
  • Individuelle Zuwendung bei Erkrankten (z. B. Traumatisierten, chronischen Stresspatienten) durch geschulte Fachleute (Betriebsärzte und Psychologen).

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Information 206-006 „Gesund und fit im Kleinbetrieb – Arbeiten: entspannt, gemeinsam, besser“
DGUV Information 206-007 So geht’s mit Ideen-Treffen
DGUV Information 206-017 Gut vorbereitet für den Ernstfall

07/2015

 

 

Webcode: M1173-50


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