BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gefährdung durch schwere körperliche Belastungen

Icon: Baustein

Heben eines Blocksteines aus einer Palette

Gefährdungen

  • Heben und Tragen schwerer Lasten, Arbeiten in Zwangshaltungen und sich ständig wiederholende Bewegungsabläufe unter erhöhter Kraftanstrengung können zu Gesundheitsschäden der Wirbelsäule, der Gelenke und der Muskulatur führen.

Allgemeines

  • Belastungsgrenzen für das Heben und Tragen von schweren Lasten sind abhängig von
    • den Leistungsvoraussetzungen des Einzelnen,
    • der Lastmasse,
    • der Hebe- und Tragetechnik,
    • der Häufigkeit der Lastentransporte,
    • der eingenommenen Körperhaltung und Position der Last,
    • den Ausführungsbedingungen (ausreichend Platz, keine Hindernisse im Arbeitsbereich).
  • Ständig wiederkehrende gleichförmige Bewegungsabläufe unter erhöhter Kraftanstrengung, z. B. beim Mauern oder beim Schaufeln, führen zu einer einseitigen Belastung der Gelenke und der Muskulatur, die u.a. zu Sehnenscheidenentzündungen führen können.
  • Kniende, hockende und kriechende Arbeitshaltungen, z. B. bei Fliesenlegearbeiten, können zu Arthrosen führen.
  • Zwangshaltungen sind erzwungene ungünstige Körperhaltungen mit geringen Bewegungsmöglichkeiten über eine längere Zeit (ohne wirksame Unterbrechung oder Belastungswechsel), die das Muskel-Skelett-System stark belasten und zu Schmerz und Ermüdung führen.

Versetzen von Platten mit einem Saugheber

Eimerträger an einem Gerüst

Verteilen von Tepichkleber mit einer Teleskopstange

Einfügen eines Knieschutzes in die Arbeitshose

Schutzmaßnahmen

  • Technische Arbeits- und Hilfsmittel zum Materialtransport einsetzen (z. B. Kran, Schubkarren Nummer 8 , Transportzangen oder Saugheber Nummer 1).
  • Verminderung der Gewichte, reduzierte Gebindegrößen.
  • Vermeidung langer Transportwege, Lieferung direkt an den Einbauort.
  • Lagerung und Bearbeitung des Materials auf einer erhöhten Ablagefläche, z. B. Eimerträger Nummer 2.
  • Höhenverstellbare Geräte und Gerüste einsetzen (z. B. Teleskopstangen Nummer 3 , Scherenbühnen).
  • Arbeitsablaufbesprechungen durchführen.
  • Wechsel der Arbeitshaltungen, Minipausen einlegen, Ausgleichsübungen durchführen.
  • Körper vor Kälte schützen, Rücken und Gelenke warm halten.
  • Beschäftigten wirbelsäulengerechte Hebe- und Tragetechniken vermitteln.
  • Persönliche Schutzausrüstung verwenden, z. B. Knieschutz Nummer 4.

Zusätzliche Hinweise zu Hebe- und Tragetechniken

Beispiele für Hebe- und Tragetechniken in der Bauwirtschaft:

Heben eines 2 DF-Ziegelsteines.

Heben einer Mörtelkufte

Heben eines Holzbalkens

Heben einer gefüllten Schubkarre

Leichte Lasten (bis 15 kg):

  • mit leicht gebeugten Knien aufnehmen und den Oberkörper mit dem Unterarm auf dem Oberschenkel abstützen Nummer 5.

Schwere Lasten (ab 15 kg):

  • Hebehilfen verwenden,
  • Lasten wenn möglich aufteilen oder zu zweit tragen,
  • nahe an die Last herantreten,
  • Anheben der Last mit geradem Rücken und nur so tief wie nötig aus der Hocke (nicht unter 90° im Knie) Nummer 6,
  • Last dicht am Körper halten,
  • Stützen, Kanthölzer und Säcke am besten auf der Schulter tragen Nummer 7,
  • Last gleichmäßig, ebenfalls mit geradem Rücken, absetzen.
  • Zu vermeiden sind ruckartige Bewegungen, Verdrehungen, schweres einseitiges Heben und Tragen, ein Hohlkreuz, verdeckte Sicht beim Lastentransport.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Lastenhandhabungsverordnung
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Information 208-033 Belastung für den Rücken und Gelenke – was geht mich das an?
www.ergonomie-bau.de

07/2015

 

 

Webcode: M1212-50


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