KopfschutzIndustrieschutzhelme |
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Industrieschutzhelme sollen vor Gefährdungen durch herabfallende, pendelnde, umfallende oder wegfliegende Gegenstände und bei Anstoßen mit dem Kopf an Gegenständen schützen. Sie bestehen aus einer Helmschale und einer Innenausstattung. Die Helmschale nimmt die von außen wirkenden Kräfte auf und leitet sie auf die Innenausstattung weiter. Diese verteilt die Kräfte großflächig auf den Schädel und hält den Helm auf dem Kopf.
Industrieschutzhelme müssen entweder der EN 397 "Industrieschutzhelme" oder der EN 14052 "Hochleistungs-Industrieschutzhelme" entsprechen. Bestimmte Basisanforderungen wie z. B. Stoßdämpfungsvermögen oder Durchdringungsfestigkeit, müssen alle Industrieschutzhelme erfüllen. Bei entsprechender Kennzeichnung werden diese Schutzfunktionen auch bei sehr niedrigen (EN 397: bis -30°C; EN 14052: bis -40°C) und sehr hohen Temperaturen (150° C) bzw. bei Strahlungswärme (EN 14052) erfüllt. Weiterhin gibt es Indus trie schutzhelme mit bestimmten elektrisch isolierenden Eigen schaften und Industrieschutz helme, die bei Gefährdung durch flüssige Metallspritzer oder bei Gefährdung durch seitliche Beanspruchung schützen sollen.
Beispiel für einen Industrieschutzhelm nach EN 397

Materialien
Zur Verwendung kommen meistens thermoplastische Kunststoffe. Sie besitzen in der Regel bei normalen und tiefen Temperaturen eine gute Bruchfestigkeit, sind aber bei hohen Temperaturen nicht formbeständig. Daher besteht keine Einsatzmöglichkeit in Heißbereichen. Gängige thermoplastische Kunststoffe sind:
| Bezeichnung | Kurzzeichen |
| Polyethylen | PE |
| Polypropylen | PP |
| glasfaserverstärktes Polypropylen | PP-GF |
| glasfaserverstärktes Polycarbonat | PC-GF |
| Acrylnitril-Butadien-Styrol | ABS |
Für besondere Einsatzzwecke kommen aber auch hochtemperaturbeständige duroplastische Kunststoffe zur Anwendung. Im Vergleich zu den Thermoplasten besitzen sie eine gute chemische Beständigkeit, weshalb sie auch häufig in Betrieben der chemischen Industrie eingesetzt werden:
| Bezeichnung | Kurzzeichen |
| faserverstärktes Phenol-Formaldehyd-Harz | PF-SF |
| glasfaserverstärktes ungesättigtes Polyesterharz | UP-GF |
Kennzeichnung
● CE-Zeichen ("CE")
. Falls eine oder mehrere der Zusatzanforderungen "Elektrische Eigenschaften", "Hohe Temperaturen" oder "Schutz gegen Spritzer von geschmolzenem Metall" erfüllt werden zusätzlich:
● Kennnummer der gemeldeten Stelle, die die Produktionsüberwachung durchführt
.
Außerdem:
● Die Normen EN 397 bzw. EN 14052
.
● Herstellername u. -zeichen
.
● Herstellungsjahr u. -quartal
.
● Kurzzeichen Helmmaterial
.
Auf Helmen nach EN 14052 muss zusätzlich deren Masse angegeben sein sowie die Bezeichnung "KS" falls ein Kinnriemen zum Lieferumfang des Helms gehört. Alle genannten Kennzeichnungen müssen eingeprägt oder eingegossen sein. Außerdem sind Kennzeichnungen am Helm entsprechend optional erfüllter Zusatzanforderungen erforderlich:
● "-20°C", "-30°C" oder "-40°C"
(sehr niedrige Temperaturen; -40°C nur EN 14052)
● "+150°C" (sehr hohe Temperatur)
● "440 VAC"
(elektrische Eigenschaften)
● "MM" Metallspritzer
● "LD" (seitliche Verformung nur EN 397).
● "7" bzw. "14" (Widerstandsfähigkeit gegen Strahlungswärme, nur EN 14052)

Benutzung und Pflege
● Industrieschutzhelme immer auf die Kopfgröße anpassen.
● Ein Schweißband sorgt für Tragekomfort.
● Industrieschutzhelme, die durch starken Schlag oder Aufprall etc. beansprucht wurden, nicht weiter verwenden.
● Dies gilt auch dann, wenn keine Beschädigungen erkennbar sind.
● Helmbestandteile nur durch Original-Ersatzteile desselben Herstellers ersetzen.
● Helmzubehör nur entsprechend Herstellerempfehlung montieren.
● Etiketten nur entsprechend Herstellerempfehlung aufkleben.
● Industrieschutzhelme nicht lackieren.
● Helmschalen nur mit lauwarmem Seifenwasser reinigen.
● Verschmutzte Lederschweißbänder durch neue ersetzen.
Gebrauchsdauer
Kunststoffe altern infolge Witterung, UV-Bestrahlung, mechanischer Beanspruchung etc.
Deshalb:
● Industrieschutzhelme nach der vom Hersteller genannten Zeitspanne ersetzen oder
● Industrieschutzhelme aus thermoplastischen Kunststoffen nach 4 Jahren Gebrauch und
● Industrieschutzhelme aus duroplastischen Kunststoffen nach 8 Jahren Gebrauch austauschen.
Weitere Informationen:
BGV A1 "Grundsätze der Prävention"
BGR A1 "Grundsätze der Prävention"
BGR 193 "Benutzung von Kopfschutz"
DIN EN 397 "Industrieschutzhelme"
DIN EN 14052 "Hochleistungs-Industrieschutzhelme"
07/2010


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