BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Einbau von Gussasphalt

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Einbau von Gussasphalt

Gefährdungen

  • Bei der Aufnahme von Dämpfen und Aerosolen über die Atemwege kann es zu Gesundheitsschäden kommen

Dieselpartikelfilter

Allgemeines

  • Beim Einbau von Gussasphalt entstehen Gefährdungen durch:
    • Dämpfe und Aerosole aus Bitumen,
    • Verbrennungen,
    • hohe Arbeitsplatztemperaturen,
    • Belastungen der Knie und Kniegelenke beim manuellen Einbau.
  • Zusätzliche können in ganz oder teilweise geschlossenen Arbeitsbereichen durch:
    • Dieselmotoremissionen beim Einsatz von fahrbaren Gussasphaltkochern und Dumpern,
    • eingeschränkte Sicht durch Dämpfe und Aerosole
    entstehen.

Gussasphalt mit beheizbaren Abziehbohlen

Schutzmaßnahmen

  • Seit 2008 ist nur noch der Einbau von temperaturabgesenktem Gussasphalt mit Temperaturen bis max. 230° C zulässig.
  • Temperaturabsenkung erreichen durch viskositätsverändernde Bindemittel oder Zusätze, z. B. Amid-Wachse, Paraffine oder Zeolithe. Durch die Zusätze bleibt trotz abgesenkter Temperatur die notwendige Fließfähigkeit des Asphalts erhalten.
  • Gussasphalt vorrangig maschinell einbauen mit beheizbaren Abziehbohlen, die als Verteil- und Glättvorrichtung wirken (ab einer Einbaubreite von 1 m einsetzbar) Nummer 3.
  • Als Trennmittel Seifenlösungen verwenden.
  • Keinen Dieselkraftstoff oder Altöl als Trennmittel verwenden.
  • Für den Einbau in umschlossenen Räumen gilt darüber hinaus:
    • Dieselbetriebene Fahrzeuge mit Dieselpartikelfiltern Nummer 2 ausrüsten.
    • Auch bei natürlichen Lüftungsbedingungen zusätzlich künstliche Be- oder Entlüftungsmaßnahmen vornehmen Nummer 1.
  • Können temperaturabgesenkte Gussasphalte nicht eingebaut werden, alternativ Ersatzstoffe verwenden: In umschlossenen Räumen, wie Tiefgaragen und Hallen, anstelle von Gussasphalt speziell entwickelte Zementestriche einbauen.
  • Direkten Hautkontakt mit heißem Gussasphalt durch geschlossene Kleidung und wärmebeständige Schutzhandschuhe, z. B. aus Leder, verhindern.
  • Knieschutz verwenden.
  • Schutzschuhe mit wärmeisolierendem Unterbau verwenden (Kennzeichnung HI).
  • Das Tragen von Atemschutz schließt sich aufgrund der Arbeitsplatztemperatur aus und ist darüber hinaus als ständige Maßnahme nicht zulässig.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV
Gefahrstoffverordnung
TRGS 554 Abgase von Dieselmotoren
Gesprächskreis Bitumen 2009: Temperaturabgesenkte Asphalte
Merkblatt für Temperaturabsenkung von Asphalt – M TA, 2006, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)

07/2015

 

 

Webcode: M1363-50


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