BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Dichtheitsprüfungen von Rohrleitungen

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Gefährdungen

  • Durch das unkontrollierte Verschieben oder das Platzen eines Rohrabsperrgerätes können Personen verletzt werden.

Allgemeines

  • Beim Aufenthalt im Gefahrenbereich kann es zu folgenden Ereignissen kommen:
    • vom Rohrabsperrgerät oder Verbau- und Montageteilen getroffen werden,
    • Ertrinken bei Überflutung des Arbeitsbereiches,
    • Ersticken/Vergiften durch das plötzliche Freiwerden von Gasen aus der abgesperrten Leitung,
    • Knall- und/oder Drucktrauma, z. B. beim Zerplatzen eines pneumatischen Dichtkörpers.
  • Für Dichtheitsprüfungen von Rohrleitungen müssen bei der Arbeitsvorbereitung besondere Einsatzbedingungen und Gefährdungen berücksichtigt werden.

Rohrleitung

  • Form, Größe/Durchmesser der abzusperrenden Leitung überprüfen.
  • Rohrinnenwand im Einsatzbereich des Rohrabsperrgerätes reinigen.
  • Rohrleitung im Einsatzbereich des Rohrabsperrgerätes auf augenfällige Mängel (z. B. Risse, Grate, hervorstehende Bau- oder Montageteile) und Stabilität untersuchen.
  • Ggf. Entfernen von Unebenheiten, Graten, Hindernissen.
  • Möglichen und/oder zugelassenen Leitungsdruck ermitteln (z. B. Angaben des Rohrherstellers, Höhendifferenz zwischen Tief- und Hochschacht).
  • Nicht überdeckte Leitungen ggf. gegen unzulässig axiale Bewegung sichern.

Rohrabsperrgerät

  • Geeignetes Rohrabsperrgerät Bilderläuterungen auswählen nach
    • Form und Beschaffenheit der abzusperrenden Leitung,
    • Rohrdurchmesser,
    • Leitungsdruck.
  • Angaben des Rohrabsperrgeräteherstellers beachten.
  • Anzahl der erforderlichen Rohrabsperrgeräte festlegen.
  • Kenndaten der Rohrabsperrgeräte feststellen:
    • Querschnittsform,
    • Größe,
    • Nennweite (Nennweitenbereich),
    • maximal zulässiger Geräteinnendruck,
    • maximal zulässiger Leitungsdruck.
  • Sicherheitsventile und Manometer verwenden.
  • Nur solche Rohrabsperrgeräte verwenden, die von befähigten Personen geprüft wurden.



Schutzmaßnahmen

Leitungsdruck

  • Höchstzulässigen Leitungsdruck nicht überschreiten (drucklose Füllung der Leitung).
  • Bei Druckprüfungen mit Luft Druckbegrenzungsventil einsetzen.

Einbau des Rohrabsperr gerätes

  • Rohrabsperrgeräte außerhalb der Rohrleitung auf Beschädigung und Dichtheit kontrollieren.
  • Rohrabsperrgeräte nur an den vom Hersteller vorgesehenen Anschlagpunkten anschlagen und ablassen.
  • Rohrabsperrgerät auf voller Länge und achsenparallel ins Rohr einsetzen.
  • Anschließen der vom Hersteller gelieferten oder einer vergleichbaren Steuereinheit mit Druckbegrenzungsventil.
  • Dichtkörper nur bis zum Anliegen an die Rohrwandung füllen.
  • Nur ungefährliche, nicht brennbare Füllgase und Flüssigkeiten verwenden.
  • Pressteller mit dem vorgeschriebenen Drehmoment so weit zusammenschrauben, bis Dichtung das Rohr abdichtet (mechanische Rohrabsperrgeräte).
  • Einbau einer geeigneten formschlüssigen Sicherung gegen Ausschub Bilderläuterungen und unkontrolliertes Verschieben infolge Leitungsdruck (z. B. Verbau).
  • Zimmermannsmäßigen Verbau als Ausschubsicherung mit einem Sicherheitsfaktor von 1,5 berechnen.
  • Beim Einsatzvon pneumatischen Rohrabsperrgeräten, -blasen und -kissen darf der volle Geräteinnendruck erst aufgebracht werden, wenn sich keine Personen im Gefahrenbereich aufhalten.

Druckprüfungen

  • Der Aufsichtführende muss während der Druckprüfung auf der Baustelle ständig anwesend sein.
  • Prüfdruck von außerhalb des Gefahrenbereiches ablesen.
  • Mit Luft gefüllte Absperrblasen oder Absperrkissen in umschlossenen Räumen (Rohrleitung oder Schachtbauwerk) nur dann einsetzen, wenn sich innerhalb dieser keine Personen aufhalten.

Ausbau

  • Ausbau von Ausschubsicherung und Rohrabsperrgerät erst beginnen, wenn der Leitungsdruck vollständig abgebaut ist.

Zusätzliche Maßnahmen gegen die Gefahr des Ertrinkens

  • Einsatz eines zusätzlichen zweiten Rohrabsperrgerätes.
  • Geräteinnendruck an beiden Rohrabsperrgeräten ständig kontrollieren.
  • Bei Versagen eines Rohrabsperrgerätes (z. B. Absinken des Geräteinnendruckes) müssen die Personen den Gefahrenbereich verlassen.

Prüfungen

  • Geräte und Anlagen sind entsprechend den Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen, mindestens jedoch einmal jährlich, durch „zur Prüfung befähigte Personen“ auf ihren arbeitssicheren Zustand zuprüfen.

Weitere Informationen:

DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
TRBS 1201 Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
DGUV Regel 103-007 Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen
DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume“
DGUV Information 201-022 Arbeit mit Geräten zur provisorischen Rohrabsperrung
DGUV Information 201-052 Rohrleitungsbauarbeiten


07/2015


 

 

 

Webcode: M1270-50


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