BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Geböschte Baugruben und Gräben

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Gefährdungen

  • Durch nicht ordnungsgemäß ausgeführte Böschungen kann es zu Verschüttungen kommen.

Allgemeines

  • Vor Beginn der Aushubarbeiten prüfen, ob erdverlegte Leitungen oder Anlagen vorhanden sind.
  • Am oberen Rand ist beidseitig ein mindestens 0,60 m breiter Schutzstreifen freizuhalten Bilderläuterungen .
  • Die Arbeitsraum- und Mindestgrabenbreiten sind zu beachten.
  • Bei Aushubarbeiten sind alle Gegebenheiten und Einflüsse zu berücksichtigen, die die Standsicherheit der Baugruben- oder Grabenwände beeinträchtigen können. Das sind z. B.:
    • Störungen des Bodengefüges (Klüfte, Verwerfungen),
    • Verfüllungen oder Aufschüttungen,
    • Grundwasserabsenkungen,
    • Zufluss von Schichtenwasser,
    • starke Erschütterungen (Verkehr, Rammarbeiten).

Schutzmaßnahmen

  • Baugruben und Gräben bis 1,25 m Tiefe dürfen ohne Verbau mit senkrechten Wänden hergestellt werden, wenn
    • Fahrzeuge und Baugeräte die zulässigen Abstände einhalten,
    • keine besonderen Gegebenheiten oder Einflüsse die Standsicherheit gefährden,
    • keine baulichen Anlagen gefährdet werden,
    • die Neigung des Geländes bei nichtbindigen Böden ≤ 1:10, bei bindigen Böden ≤ 1:2 beträgt.
  • Bei Grabentiefen bis 0,80 m kann auf einer Seite auf den Schutzstreifen verzichtet werden.



  • Baugruben und Gräben bis 1,75 m Tiefe dürfen in mindestens steifen, bindigen Böden ohne Verbau hergestellt werden, wenn
    • Fahrzeuge und Baugeräte die zulässigen Abstände einhalten,
    • keine besonderen Gegebenheiten oder Einflüsse die Standsicherheit gefährden,
    • keine baulichen Anlagen gefährdet werden,
    • die Baugruben- oder Grabenwände abgeböscht werden Bilderläuterungen oder der mehr als 1,25 m über der Sohle liegende Bereich entweder unter ≤ 45° abgeböscht Bilderläuterungen oder gemäß Abb. gesichert wird, Bilderläuterungen
    • die Neigung des Geländes ≤ 1:10 beträgt.
  • Unverbaute Baugruben und Gräben über 1,75 m Tiefe müssen von der Sohle bis zur Geländeoberkante geböscht werden. Der Böschungswinkel richtet sich nach der anstehenden Bodenart Bilderläuterungen .
  • Die Standsicherheit der Böschungen ist nachzuweisen, wenn z. B.:
    • die Böschung höher als 5,00 m ist,
    • die Böschungswinkel ß überschritten werden Bilderläuterungen ,
    • vorhandene Leitungen oder bauliche Anlagen gefährdet werden können.





  • Bei Gräben mit einer Breite von > 0,80 m sind Übergänge erforderlich; die Übergänge müssen mindestens 0,50 m breit sein.
  • Bei einer Grabentiefe von > 2,00 m müssen die Übergänge beidseitig mit dreiteiligem Seitenschutz versehen sein.
  • Bei Baugruben- oder Grabentiefen > 1,25 m sind als Zugänge Bautreppen oder Bauleitern zu benutzen.
  • Sicherheitsabstände zwischen Böschungskante und Fahrzeugen oder Baugeräten usw. einhalten Bilderläuterungen .

Sicherheitsabstände von Fahrzeugen, Baumaschinen oder Baugeräten bei nicht verbauten Baugruben und Gräben mit Böschungen



Zusätzliche Hinweise zur Verkehrssicherung

  • Verkehrssicherung vornehmen, wenn Baugruben oder Gräben im Bereich des öffentlichen Straßenverkehrshergestellt werden oder die Herstellung Auswirkungen auf den Straßenverkehr hat. Absprache mit den zuständigen Behörden.

Weitere Informationen:

DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
RSA-Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen
DIN 4124


07/2015


 

 

 

Webcode: M1161-50


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