BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gründungen neben Fundamenten Unterfangungen

Icon: Baustein




Gefährdungen

  • Nicht fachgerecht geplante und ausgeführte Unterfangungen sowie Gründungsarbeiten im Einflussbereich bestehender Gebäude können die Standsicherheit beeinträchtigen. Hierdurch können Beschäftigte und Anwohner gefährdet werden.

Allgemeines

  • Bei Gründungsarbeiten direkt neben einer bestehenden Bebauung kann es erforderlich werden, Fundamente kurzfristig bis zur Fundamentunterkante freizulegen.
  • Bei direkt neben dem bestehenden Bauwerk hergestellten Baugruben oder bei nachträglich unter ein Gebäude gebauten Kellergeschossen müssen die vorhandenen Fundamente unterfangen werden.

Schutzmaßnahmen

  • Sofern keine Spezialtiefbauverfahren eingesetzt werden, dürfen diese Arbeiten nur abschnittweise nach DIN 4123 ausgeführtwerden.
  • Die Randbedingungen der DIN 4123 für Ausschachtungen neben Gebäuden gelten auch bei den hier beschriebenen kurz fristigen Fundamentfreilegungen und Unterfangungen. Die Vorgaben hinsichtlich folgender Punkte müssen erfüllt sein:
    • Gebäude, Boden und Grundwasser,
    • Planung und Bauleitung,
    • Bautechnische Unterlagen,
    • Bodenaushubgrenze,
    • Bauleitung,
    • Sicherungsmaßnahmen an bestehenden Gebäuden.

Ausschachtung bis zur Fundamentunterkante

  • Zunächst nur bis zu der Bodenaushubgrenze der DIN 4123 ausschachten.
  • Restaushub abschnittweise herstellen (4 Arbeitstakte) Bilderläuterungen Bilderläuterungen .
  • Nicht tiefer als Unterkante vorhandenes Fundament ausschachten.
  • Aushubabschnitte nicht breiter als 1,25 m.
  • Zwischen zeitgleich ausgeführten Aushubabschnitten immer die 3-fache Abschnittsbreite Abstand haltenBilderläuterungen .
  • Nach dem Herstellen eines Aushubabschnittes neues Fundamentbetonieren.

Zusätzliche Voraussetzungen für Unterfangungen

  • Standsicherheitsnachweis für den Endzustand der Unterfangung, ggf. auch für Zwischenbauzustände.
  • Unterfangungswanddicke entsprechend Standsicherheitsnachweis, mindestens gleich der Dicke des vorhandenen Fundaments.
  • Die Unterhöhlung des vorhandenen Fundaments ist auf die Wanddicke der Unterfangung zu begrenzen.
  • Die bestehende Wand wirkt als Scheibe.

Vorgehensweise zur Herstellung von Unterfangungen

  • Ausschachtung zunächst nur bis zur Bodenaushubgrenze gem. DIN 4123.
  • Unterfangungswand abschnittsweise herstellen (4 Arbeitstakte) Bilderläuterungen Bilderläuterungen Bilderläuterungen Bilderläuterungen Bilderläuterungen .
  • Unterfangungsabschnitte nicht breiter als 1,25 m.
  • Zwischen zeitgleich ausgeführten Unterfangungsabschnitten immer die 3-fache Abschnittsbreite Abstand haltenBilderläuterungen .





  • Stichgräben immer kraftschlüssig verbauen und statisch nachweisen, wenn die Fertigstellung der Unterfangungslamelle nicht innerhalb eines Tages erfolgt.
  • Dauerhafte seitliche Stützwirkung des Verbaus durch Wiederverfüllen oder Umsteifen sicherstellen.
  • Keine beeinträchtigenden Erschütterungen während der Unterfangungsarbeiten.

Reihenfolge und Ausführung der Arbeitstakte

  • Der Verbau eines jeden Stichgrabens wird nach der Fertigstellung eines Segmentes zurückgebaut.
  • Der Graben wird provisorisch temporär wiederverfüllt und leicht verdichtet. Die seitliche Stützwirkung kann alternativ auch durch Umsteifung aufrecht erhalten werdenBilderläuterungen .
  • Sonderregelung für Unterfangungstiefen bis 2,0 mBilderläuterungen .
  • Der Verbau muss nur bis Vorderkante des zu unterfangenden Fundaments hergestellt werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
    • mindestens steifer bindiger Boden,
    • Fertigstellung einer Unterfangungslamelle innerhalb eines Tages,
    • es dürfen keine losen Teile (Fundament, Boden) herausbrechen.

Zusätzliche Maßnahmen zur Begrenzung von Setzungen

  • Zusätzlich zu Setzungsmessungen erforderlichen falls Verschiebungsmessungen durchführen und dokumentieren.
  • Rissebeobachtung, z. B. durch Gipsmarken oder Rissmonitore.
  • Bei Gründungen und Unterfangungen die Auswirkungen durch neue Belastung des Baugrundes auf die alte Bausubstanz berücksichtigen.
  • Altes und neues Bauwerk durch vertikale Bewegungsfuge trennen.




Weitere Informationen:

DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DIN 4123
DIN 4124


04/2016


 

 

 

Webcode: M1175-50


Volltextsuche mit Filterfunktionen

Was ist neu?

Die Bausteine auf dem Smartphone oder Tablet-PC

Ausgabe 2016

Infos hier