BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Ausschachtungen neben Gebäuden

Icon: Baustein

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Gefährdungen

  • Nicht fachgerecht geplante und ausgeführte Ausschachtungsarbeiten im Einflussbereich bestehender Gebäude können die Standsicherheit des Gebäudes und der Baugrube/ des Grabens beeinträchtigen. Hierdurch können Beschäftigte und Anwohner gefährdet werden.

Allgemeines

  • Standsicherheit des Gebäudes/ von Gebäudeteilen ist abhängig von Setzungen im Bereich der Fundamente.
  • Setzungen können hervorgerufen werden durch:
    • nicht fachgerechte Böschungen (zu steil/zu dicht),
    • verbaubedingte Bodenbewegungen Nummer 1.

Schutzmaßnahmen

Voraussetzungen (Gebäude, Boden und Grundwasser)

  • Gründung auf Streifenfundamenten oder biegesteifer Stahlbetonplatte.
  • Vertikale Fundamentlast ≤ 250 kN/m (i.d. R. 5 Vollgeschosse).
  • Vorhandene Nutzlast auf Kellerfußböden hinter dem Streifenfundament ≤ 3,5 kN/m2.
  • Einhaltung der zulässigen Bodenpressungen nach DIN 1054 bzw. Nachweis der Grundbruchsicherheit nach DIN 4017.
  • In den Baugrund werden überwiegend lotrechte Lasten eingeleitet.
  • Es wirken keine maßgebenden horizontalen Kräfte, z. B. aus Gewölbewirkung Nummer 2.
  • Grundwasserspiegel während der Bauausführung mindestens 0,50 m unterhalb neuer Gründungsebene.
  • Mindestens mitteldicht gelagerter nichtbindiger oder mindestens steifer bindiger Boden.

Zusätzliche Hinweise zu Planung und Bauvorbereitung

  • Örtliche Gegebenheiten, Baugrund, vorhandene Fundamentunterkanten, Standsicherheit des Gebäudes, im Baugrund wirkende Kräfte (z. B. waagerechte Krafteinleitung aus Gewölbe- oder Rahmenwirkung) erkunden und prüfen.
  • Beweissicherung, z. B. Dokumentation bereits vorhandener Risse.
  • Zusammenstellung der erforderlichen Informationen in bautechnischen Unterlagen, z. B. in Plänen.

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Zusätzliche Hinweise zur Bauleitung

  • Bauleiter oder fachkundiger Vertreter muss für die ordnungsgemäße Ausführung der Arbeiten sorgen und während der Arbeiten auf der Baustelle anwesend sein.
  • Zur Kontrolle Setzungs- und ggf. Verschiebungsmessungen während der Bauphase durchführen und dokumentieren.
  • Beobachtung von Rissen, z. B. durch Gipsmarken.
  • Arbeitstägliche Dokumentation des Baufortschrittes.

Zusätzliche Hinweise zu Bodenaushubgrenze

  • Gebäude nicht bis zu seiner Fundamentunterkante oder tiefer freischachten.
  • Standsicherheit der bestehenden Fundamente durch Einhaltung der Bodenaushubgrenze gem. DIN 4123 sicherstellen Nummer 3.

Maßnahmen bei Nichteinhalten der Bodenaushubgrenze

  • Verformungsarme Verbauweisen wählen.
  • Verbau statisch nachweisen.
  • Verformungsnachweis für Verbau führen.
  • Auswirkungen von möglichen Setzungen auf das Gebäude prüfen/nachweisen Nummer 4.
  • Ggf. Sicherungsmaßnahmen erforderlich.

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Zusätzliche Hinweise zu Sicherungsmaßnahmen an bestehenden Gebäuden

  • Instandsetzen von Mauerwerk oder Beton.
  • Rückverankern oder Abstützen gefährdeter Gebäudeteile.
  • Versteifen von Wänden, z. B. durch Ausmauern von Öffnungen.
  • Verbesserung des Verbundes zwischen Außen- und Querwänden.
Weitere Informationen:
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DIN 1054
DIN 4017
DIN 4123
DIN 4124

07/2015

 

 

Webcode: M1272-50


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