BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Spritzbetonarbeiten

Trockenspritzen

Icon: Baustein

Trockenspritzen einer Wand

Gefährdungen

  • Beim Trockenspritzen unterliegen die Mitarbeiter erhöhten Belastungen durch starke Staubentwicklung.

Allgemeines

  • Nur mit CE-gekennzeichnete und mit einem Typenschild versehene Geräte verwenden und standsicher aufstellen. Das Typenschild enthält z. B. Angaben über den zulässigen Betriebsüberdruck.
  • Betriebsanleitung des Herstellers beachten.
  • Betonspritzmaschine und Verdichter bezüglich der Druckhöhen aufeinander abstimmen. Luftmenge an der Maschine auf die vorgegebene Förderleistung einstellen, dabei Fördermenge und Förderlänge beachten.
  • Schläuche, Rohre und deren Verbindungen müssen geprüft und zugelassen sein.
  • Durchmesser der Förderleitung und Förderleistung der Spritzmaschine auf die Körnung des Spritzgutes abstimmen.

Schutzmaßnahmen

  • Prüfen, ob nicht, aufgrund der geringeren Staubbelastung, alternativ das Nassspritzverfahren angewendet werden kann.
  • Elektrisch betriebene Maschinen nur über einen besonderen Speisepunkt mit Schutzmaßnahme anschließen, z. B. Baustromverteiler mit FI-Schutzeinrichtung (RCD).
  • Förderleitungen so verlegen, dass Beschädigungen, Knicke und Schlauchverengungen vermieden werden.
  • Förderleitungen nur mit gut gesäuberten Sicherheitskupplungen verbinden.
  • Vor dem Lösen von Förderleitungen Druckluftzufuhr unterbrechen und das System drucklos machen.
  • Verstopfer nur nach Angaben der Betriebsanleitung beseitigen. Personen müssen sich dabei so aufstellen, dass sie nicht vom plötzlich austretenden Spritzgut getroffen werden können.
  • Im Gefahrbereich der Spritzbetondüse darf sich außer dem Düsenführer niemand aufhalten.
  • Während der Spritzbetonarbeiten muss sich eine zweite Person in Ruf- oder Sichtweite des Düsenführers befinden oder Betonspritzmaschine mit einer Fernbedienung ausrüsten.
  • Der Düsenführer bestimmt Beginn und Ende der Materialförderung.
  • Beim Arbeiten von Gerüsten oder Arbeitsbühnen zusätzliche Belastungen durch Förderleitungen und Spritzbetonrückprall berücksichtigen.
  • Fördereinrichtung regelmäßig warten und reinigen.
  • Arbeitsplätze und Verkehrswege freihalten und regelmäßig von Spritzbetonrückprall säubern.

Persönliche Schutzausrüstung

  • Neben Schutzhelm und Sicherheitsschuhen sind zu benutzen:
    • Atemschutz mit Partikelfilter P2 oder filtrierende Halbmasken FFP2 gegen mineralischen Staub Nummer 1,
    • Gesichtsschutz (Schutzbrillen, Schutzschirme) Nummer 2 gegen zurückprallendes Spritzgut,
    • Schutzkleidung und splittersicherer Gesichtsschutz bei Stahlfaser-Spritzbeton,
    • Schutzhandschuhe Nummer 3 gegen Verätzungen,
    • Gehörschutz gegen Lärm Nummer 4.

Gehörschutz

Prüfungen

  • Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen für Betonspritzmaschinen und Schläuche festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z. B. je nach Belastung, mind. 1 x jährlich durch eine „zur Prüfung befähigte Person“ (z. B. Sachkundiger).
  • Prüffristen für wiederkehrende Prüfungen von Verdichtern, Druckbehältern (auch wenn diese Bestandteile der Betonspritzmaschine sind) gemäß Herstellervorgaben, Gefährdungsbeurteilung und Betriebssicherheitsverordnung festlegen.
  • Ergebnisse der regelmäßigen Prüfung dokumentieren.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
Technische Regeln Druckbehälter
DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten
DGUV Regel 112-194 Benutzung von Gehörschutz

07/2015

 

 

Webcode: M1281-50


Volltextsuche mit Filterfunktionen

Was ist neu?

Die Bausteine auf dem Smartphone oder Tablet-PC

Ausgabe 2016

Infos hier