BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Arbeiten mit Bettungsreinigungs-/ Planumsverbesserungsmaschinen

Icon: Baustein

Gefährdungen

  • Durch Zugfahrten im benachbarten Gleis Nummer 1, Fahrbewegungen im Arbeitsgleis, Arbeitseinrichtungen der Maschine, Fahrleitungen können Personen verletzt oder getötet werden.

Allgemeines

  • Mit Planumsverbesserungsmaschinen werden Schotterbettung bzw. Planumsmaterial ausgebaut, aufbereitet, wieder eingebaut und durch neues Material ersetzt und ergänzt.
  • Mit Bettungsreinigungsmaschinen erfolgt die Bearbeitung des Schotterbettes. Zwischen Bettungsreinigungsmaschinen und benachbartem Gleis gibt es bei 4 m Gleisabstand keinen Sicherheitsraum. Zur Bedienung der Maschine sind Seitenläufer auch auf der Nachbargleisseite erforderlich.

Schutzmaßnahmen

Zugfahrten im benachbarten Gleis

  • Gefahr durch Zugfahrten im benachbarten Gleis:
    • Arbeitsplätze auf der Betriebsgleisseite Nummer 1,
    • Weiterarbeit der Maschine nach Abgabe des Warnsignals durch das automatische Warnsystem,
    • durch die hohen Maschinenstörschallpegel kann das Warnsignal überhört werden.
  • Bettungsreinigungs- und Planumsverbesserungsmaschinen mit funkangesteuerten Warnanlagen fest ausrüsten Nummer 2.
  • Signalpegel muss im Abstand von 1 m neben der Maschine am Ohr der Beschäftigten um mindestens 3 dB(A) über dem Maschinengeräuschpegel liegen.
  • Vor Arbeitsbeginn den Funkempfänger vom Sicherungsunternehmen auf die Maschine setzen lassen, Ansteuerung durch die feldseitige Warnanlage Nummer 3.
  • Gehörschutz benutzen, der für das Signalhören im Gleisoberbau zugelassen ist.
  • Die Warnsignale müssen bei arbeitender Maschine hörbar sein (Hörprobe bei Arbeitsbeginn).
  • Arbeiten erst beginnen, wenn die im Sicherungsplan festgelegten Maßnahmen umgesetzt sind.
  • Wenn Materialförder- und Silowagen am Baulosanfang und Baulosende über die Baulänge hinaus reichen, muss auch hier gesichert werden, z. B. mit Warnsystem (DB: Angabe der Gesamtlänge = "Entfaltungslänge" auf Seite 1 des Sicherungsplans).
  • Die Sicherung vor Fahrten im benachbarten Gleis muss auch an Arbeitsstellen vor und hinter der Maschine, z. B. Kleineisenbehandlung, vorhanden sein.
  • Benachbartes Gleis nur betreten, wenn es arbeitsbedingt erforderlich ist und Sicherungsmaßnahmen durchgeführt sind, z. B. automatisches Warnsystem.
  • Bei Arbeitsstellen auf der Betriebsgleisseite
    • für jeden Mitarbeiter den Weg zum Sicherheitsraum festlegen
      und
    • erhöhte Sicherheitsfrist festlegen lassen für die Bestimmung der Annäherungsstrecke.
  • Sicherheitsraum aufsuchen, sobald das Warnsignal ertönt.
  • Benachbartes Gleis nicht betreten, solange die optische Erinnerungsanzeige des Warnsystems ansteht.
  • Vorhandene feste Absperrungen nicht übersteigen.
  • Arbeitsbreite einschließlich Arbeitsraum für Seitenläufer mindestens 3 m Nummer 6 (DB: Angabe auf Seite 1 des Sicherungsplans).
  • Feste Absperrung im Mittelkern erst ab 5 m Gleisabstand möglich Nummer 6 (Arbeitsraum für Seitenläufer).
  • Das Sicherungsunternehmen setzt für den/die Seitenläufer (Betriebsgleisseite) Überwachungsposten ein (wenn erforderlich Wiederholung des Warnsignals bzw. Abgabe von Ro 3).
  • Mindestens ein Überwachungsposten ist immer erforderlich Nummer 7.
  • Einsatz im Innengleis: Warnung nur für eines der Nachbargleise möglich (Signalverwechslung). Zweites Nachbargleis: Feste Absperrung bei Gleisabstand > 5 m, sonst Sperrung erforderlich.
  • Sicherungsmaßnahmen an Zwischenlagerplätzen vorsehen.
  • Sicherungsmaßnahmen für Auf- und Abrüsten vorsehen.

Fahrten im Arbeitsgleis

  • Versorgungsfahrten (Schotterzüge) so durchführen, dass vor Personen, Maschinen und Fahrzeugen im Arbeitgleis angehalten werden kann.
  • Fahren auf Sicht mit reduzierter Geschwindigkeit.
  • Bei geschobener Rangierfahrt: Spitzenbesetzung Nummer 4 mit Luftbremskopf und Sprechfunkverbindung zum Triebfahrzeugführer.
  • Gefahrenbereiche anderer Maschinen im Arbeitsgleis freihalten.
  • Arbeitsstellen im Arbeitsgleis vor und hinter der Maschine (Kleineisenbehandlung, Messarbeiten) beleuchten.

Arbeitseinrichtungen

  • Vor Arbeitsbeginn mögliche Störstellen (z. B. Kabeltrassen) beseitigen lassen und Kampfmittelfreiheit bescheinigen lassen.
  • Wenn Arbeitseinrichtungen maschinell in das benachbarte Gleis geschwenkt werden, ist dieses vorher sperren zu lassen (Beauftragter der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle, DB: Betra 4.2).
  • Ausschwenkbegrenzungen für bewegliche Maschinenkomponenten so einstellen, dass der Bahnbetrieb im benachbarten Gleis nicht gefährdet wird (Gleisabstand, Bogenradius, Überhöhung beachten).
  • Gefahrbereich der Räumkette freihalten Nummer 5. Gefahr z. B. auch durch von der Kette erfasste Kabel.
  • Schutzeinrichtungen vor der Räumkette einsetzen .
  • Not-Aus-Schalter der Arbeitseinrichtungen, z. B. Räumkette, vor Arbeitsbeginn auf Funktion testen.
  • Wenn der Aufenthalt im Gefahrbereich von Arbeitseinrichtungen zur Störungsbeseitigung erforderlich ist (Räumkette, Bandförderer, Abwurfschacht) sind diese gegen unbeabsichtigtes Anlaufen zu sichern (Bedienungsanleitung beachten).
  • Schutzhelm tragen zum Schutz vor herabfallenden Schottersteinen (hoch liegende Förderbänder).
  • Bei Staubentwicklung:
    • Atemschutz,
    • atmungsaktive Schutzkleidung,
    • Hygienemaßnahmen, z. B. Waschgelegenheit,
    • getrennte Aufbewahrung von Arbeits- und Privatkleidung.
  • Vor Verlassen der Einsatzstelle die Transportsicherungen für bewegliche Arbeitseinrichtungen der Maschine einlegen.
  • Bei Arbeiten an hochliegenden Arbeitsstellen Schutzmaßnahmen gegen Absturz treffen (z. B. Anschlagpunkte vorsehen, persönliche Schutzausrüstung benutzen).

Zusätzliche Hinweise für die Fahrleitung

  • Aufstieg auf die Maschine nur unter ausgeschalteter und geerdeter Fahrleitung.
  • Vorhandene Fahrleitung immer als spannungsführend ansehen, wenn Spannungsfreiheit nicht zweifelsfrei feststeht.
  • Dies gilt auch auf Abstellgleisen außerhalb der Baustelle.
  • Reinigungs- und Wartungsarbeiten an hoch liegenden Teilen, z. B. Förderbänder, nur durchführen, wenn die Fahrleitung ausgeschaltet und geerdet ist.
  • Wenn Materialförder- und Silowagen am Baulosanfang und Baulosende über die Baulänge hinaus reichen, muss auch hier die Fahrleitung für Arbeiten an erhöhten Standorten ausgeschaltet und geerdet sein.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 77 Arbeiten im Bereich von Gleisen
DGUV Regel 101-024 Sicherungsmaßnahmen bei Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen
DGUV Regel 112-194 Benutzung von Gehörschutz
DGUV Information 201-021 Sicherheitshinweise für Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen
Sicherungsanweisungen des Bahnbetreibers (Betra: Betriebs- und Bauanweisung, Sicherungsplan)
Richtlinien der DB: 132.0118, 132.0123, 931 (Nebenfahrzeuge).

09/2016

 

 

Webcode: M1342-50


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