BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Arbeiten mit Schotterplaniermaschinen

Icon: Baustein

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Gefährdungen

  • Durch Zugfahrten im Nachbargleis, Arbeitsbewegungen im Arbeitsgleis und durch die Arbeitseinrichtungen der Maschine können Personen verletzt oder getötet werden.

Allgemeines

  • Mit Schotterplaniermaschinen erfolgt die Profilierung des Schotterbettes. Dabei besteht Gefahr durch die Zugfahrten im benachbarten Gleis Nummer 1 (Betriebsgleis). Zwischen Schotterplaniermaschine und benachbartem Gleis gibt es bei 4 m Gleisabstand keinen Sicherheitsraum.

Schutzmaßnahmen

Zugfahrten im benachbarten Gleis

  • Arbeiten erst dann beginnen, wenn die im Sicherungsplan festgelegten Maßnahmen umgesetzt sind.
  • Mögliche Störstellen, z. B. Indusi-Magnete, vor Arbeitsbeginn abbauen lassen.
  • Ausschwenkbegrenzungen für die Planierschilde so einstellen, dass der Bahnbetrieb im benachbarten Gleis nicht gefährdet wird (Gleisabstand, Bogenradius, Überhöhung beachten).
  • Benachbartes Gleis nur betreten, wenn es erforderlich ist und Sicherungsmaßnahmen durchgeführt sind, z. B. Sperrung des benachbarten Gleises.
  • Bei notwendigem Aufenthalt auf der Betriebsgleisseite der Schotterplaniermaschine, z. B. zur Auf- und Abrüstung oder Störungsbeseitigung, vorher Sperrung des benachbarten Gleises veranlassen (über den Beauftragten der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle, DB: Technisch Berechtigter gemäß Betra 4.2).
  • Maschine nur zur gleisfreien Seite (Feldseite) verlassen.
  • Maschinen nur von der Feldseite her besteigen.
  • Vorhandene feste Absperrungen nicht übersteigen.
  • Bei Warnung mit automatischem Warnsystem oder Sicherungsposten müssen die akustischen Signale hörbar sein, wenn die Maschine arbeitet.
  • Vor Arbeitsbeginn die Maschine vom Sicherungsunternehmen mit mobilen funkangesteuerten Signalgebern ausrüsten lassen, wenn dies in der Sicherungsplanung vorgesehen ist.
  • Bei Warnung mit automatischem Warnsystem darf das benachbarte Gleis nicht betreten werden, solange die optische Erinnerungsanzeige ansteht.
  • Gehörschutz benutzen, der für das Signalhören im Gleisoberbau zugelassen ist.
  • Bei Auf- und Abrüstarbeiten müssen Sicherungsmaßnahmen für das Nachbargleis durchgeführt sein.
  • Vor Verlassen der Einsatzstelle die Transportsicherungen für die beweglichen Arbeitseinrichtungen der Maschine einlegen.

Fahrbewegung im Arbeitsgleis

  • Im Arbeitsgleis können sich
    • Personen aufhalten, z. B. Messtrupp für Stopfarbeiten,
    • andere Maschinen befinden (z. B. Stopfmaschine).
  • Der Maschinenführer beobachtet bei Arbeitsfahrt die Planierschilde Nummer 2.
  • Der Nahbereich der Maschine ist vom Führerstand aus nicht einsehbar Nummer 3.

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  • Schotterplaniermaschine mit Kamera-Monitor-System Nummer 4 und aktivem Nahbereichsüberwachungssystem (z. B. Ultraschall, Radar) mit Warn-Einrichtung Nummer 5 für beide Richtungen ausrüsten. Dabei muss die Erfassungslänge größer sein als der maximale Anhalteweg.
  • Fahrbewegung nur einleiten, wenn der Fahrweg und der Nahbereich vom Führerstand aus oder über Kamera-Monitor-System einsehbar und frei sind.
  • Gefahrenbereich vor und hinter der Schotterplaniermaschine freihalten.
  • Gefahrenbereiche anderer Maschinen im Arbeitsgleis freihalten (z. B. Stopfmaschine).
  • Arbeitsstellen außerhalb der Schotterplaniermaschine im Arbeitsgleis beleuchten.
  • Bei Staubfreisetzung Atemschutz benutzen.

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Zusätzliche Hinweise bei Gleisen mit Fahrleitung

  • Maschine nur an den Stellen besteigen, die als erhöhte Standorte vorgesehen sind (Aufstiege, Umlauf, Kabine) Nummer 6.
  • Aufbauten unter spannungsführender Fahrleitung nicht besteigen.
  • Vorhandene Fahrleitung immer als spannungsführend ansehen, wenn Spannungsfreiheit nicht zweifelsfrei feststeht und geerdet ist. Dies gilt auch auf Abstellgleisen außerhalb der Baustelle.
  • Schutzabstand zur Fahrleitung auch bei Hebezeugarbeiten zum Austausch der Schotterbesen einhalten.
  • Reinigungsarbeiten an hochliegenden Teilen, z. B. Kabinenfenster, nur durchführen, wenn der Schutzabstand zur Fahrleitung sicher eingehalten werden kann (bei 15 kV: 1,5 m für bahntechnisch unterwiesene Personen) Nummer 6.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 77 Arbeiten im Bereich von Gleisen
DGUV Regel 101-024 Sicherungsmaßnahmen bei Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen
DGUV Regel 112-194 Benutzung von Gehörschutz
DGUV Information 201-021 Sicherheitshinweise für Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen Sicherungsanweisungen des Bahnbetreibers (Betra: Betriebs- und Bauanweisung, Sicherungsplan)
Richtlinien der DB: 132.0118, 132.0123, 931 (Nebenfahrzeuge)

09/2016

 

 

Webcode: M1278-50


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