BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Arbeiten im Gleisbereich

Arbeitsvorbereitung

Icon: Baustein

Gleisbauarbeiten

Gefährdungen

  • Der Gleisbereich ist der Raum, in dem Gefährdungen durch bewegte Schienenfahrzeuge entstehen. Dazu gehört auch der Bereich der Fahrleitungsanlage.

Allgemeines

Anzeigepflicht des Unternehmers

  • Arbeiten bei der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle anzeigen, wenn
    • Arbeiten im Gleisbereich ausgeführt werden sollen,
    • die Gefahr besteht, dass Mitarbeiter oder Maschinen in den Gleisbereich hineingeraten können.

Angaben des Unternehmers an die für den Bahnbetrieb zuständige Stelle

  • Es sind alle für die Planung der Sicherungsmaßnahmen wesentlichen Angaben zu machen (Sicherungsplan), z. B.:
    • Ort und Zeit der Arbeiten,
    • Art der Arbeiten,
    • Angaben zu wandernden Arbeitsstellen,
    • Anzahl der Kolonnen/Anzahl der Arbeitskräfte,
    • Arbeitsstellenlänge einschließlich voraus- und nachlaufender Arbeiten (Entfaltungslänge),
    • Zuwegungen zur Arbeitsstelle im Gleisbereich (Überschreiten von Betriebsgleisen, Arbeiten im Innengleis),
    • Transportwege im Gleisbereich (z. B. Transport von Weichengroßteilen vom Vormontageplatz zur Einbaustelle),
    • Art und Anzahl der Maschinen sowie Geräte (z. B. Rollwagen), die eingesetzt werden sollen Nummer 2,

Zugverkehr während Gleisbauarbeiten

    • Abstand zwischen Arbeitsbereich und Betriebsgleis sowie Arbeitsbreiten von Maschinen (erforderlich für die Entscheidung, ob eine feste Absperrung technisch möglich ist) Nummer 1,
    • Räumzeit,
    • Störschallpegel der Maschinen (zur Projektierung automatischer Warnsysteme),
    • Maschinen, die verfahrensbedingt in den Gleisbereich schwenken müssen und eine Gleissperrung erfordern,
    • schwere Lasten, die neben Gleisen (z. B. Rammträger, Großflächenschalung) oder über Gleisen (z. B. Lehrgerüstträger) bewegt werden müssen und dafür eine Gleissperrung erfordern,
    • zum Auf- und Abrüsten von Maschinen erforderliche Maßnahmen (z. B. Sperrung des benachbarten Gleises),Arbeiten mit Maschinen in Fahrleitungsnähe (z. B. Mobilkran, Betonpumpe, Zweiwegebagger, Ramme) Nummer 2 Nummer 3,
    • Geräte in Fahrleitungsnähe (z. B. Standgerüste, Fahrgerüste, Traggerüste),

Betonarbeiten unterhalb einer Gleistrasse

    • Handarbeiten in Fahrleitungsnähe (z. B. Montagearbeiten auf Bahnsteigdach, Gerüstbauarbeiten),
    • Arbeiten, die die Rückstromführung unterbrechen können (Schienentrennung).

Schutzmaßnahmen

Sicherungsverfahren

  • Die für den Bahnbetrieb zuständige Stelle entscheidet auf Grundlage der Angaben des Unternehmers, welches Sicherungsverfahren angewendet wird.
  • Dabei wird die folgende Rangfolge berücksichtigt:
    1. Gleissperrung (z. B. Sperrung des Nachbargleises bei Tiefbauarbeiten in Gleisnähe, Arbeits-Stopp vor Aufhebung der Sperrung),
    2. Feste Absperrung Nummer 1,
    3. automatisches Warnsystem Nummer 4,
    4. Postensicherung.
  • Das Sicherungsunternehmen plant die Sicherung im Detail.
  • Änderungen der Baustellensituation können Änderungen der Sicherungsmaßnahmen erforderlich machen.

Vor Arbeitsbeginn

  • Die für die Arbeitsstelle maßgebenden Sicherungsanweisungen müssen vorliegen:
    • Betriebs- und Bauanweisung (Betra),
    • Sicherungsplan.
  • Der Unternehmer entscheidet auf der Grundlage der an der Arbeitsstelle durchgeführten Sicherungsmaßnahmen, ob er mit den Arbeiten im Gleisbereich beginnt.
  • Der Beauftragte der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle muss bekannt und erreichbar sein.
  • Der Aufsichtführende wird von der Sicherungsaufsicht in die Sicherungsmaßnahmen eingewiesen.
  • Der Aufsichtführende weist seine Mitarbeiter sowie später Hinzukommende und Nachunternehmer in die Sicherungsmaßnahmen ein.
  • Arbeitszeiten auf die Einsatzzeiten der Sicherungsposten abstimmen.
  • Bei Warnung mit Warnsystem oder Sicherungsposten eine Wahrnehmbarkeitsprobe durchführen.
  • Bei Nachtbaustellen ausreichende Beleuchtung aller Arbeitsbereiche einrichten.
  • Für die Arbeitskräfte regelmäßig arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen.
  • Mit den Arbeiten im Gleisbereich darf erst begonnen werden, wenn die im Sicherungsplan festgelegten Maßnahmen vollständig umgesetzt sind.
  • Bei Arbeiten in der Nähe von Fahrleitungen (Oberleitung, Speiseleitung Nummer 5) müssen die in der Betra festgelegten Maßnahmen durchgeführt sein (z. B. Ausschaltung der Fahrleitung).

Mindestinhalt der Einweisung

  • Die Einweisungen müssen mindestens enthalten:
    • örtliche und betriebliche Verhältnisse,
    • gesperrte Gleise mit genauer Ortsangabe (z. B. von Signal … bis Signal),
    • Betriebsgleise mit Geschwindigkeiten und Fahrtrichtungen,
    • durchgeführte Sicherungsmaßnahmen,
    • gesicherter Bereich,
    • Verhalten bei Warnsignalabgabe,
    • Sicherheitsraum,
    • Weg zur und von der Arbeitsstelle,
    • Fahrleitung mit ausgeschaltetem Bereich bzw. Schutzabstand.

Beschäftigungsbeschränkungen

  • Beschäftigte im Gleisbereich müssen Warnsignale hören können (regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen des Hörvermögens).
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 77 Arbeiten im Bereich von Gleisen
DGUV Regel 101-024 Sicherungsmaßnahmen bei Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen
DGUV Regel 112-194 Benutzung von Gehörschutz
DGUV Information 201-021 Sicherheitshinweise für Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen Sicherungsanweisungen des Bahnbetreibers (Betra: Betriebs- und Bauanweisung, Sicherungsplan)
Richtlinien der DB: 132.0118, 132.0123, 931 (Nebenfahrzeuge)

09/2016

 

 

Webcode: M1379-50


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