BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Farben und Lacke

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Gefährdungen

  • Beim Umgang mit Farben und Lacken können Gesundheitsschäden durch Einatmen oder durch Hautkontakt auftreten.

Allgemeines

  • Beschichtungsstoffe bestehen u. a. aus:
    • Bindemitteln, Pigmenten (Farbmitteln) und Füllstoffen, Zusatzstoffen (Additiven), z. B. Konservierungsstoffen, Sikkativen oder Hautverhütungsmitteln, Netzmitteln, organischen Lösemitteln und/oder Wasser. Die meist ungefährlicheren wasserverdünnbaren Beschichtungsstoffe (Dispersionsfarben, Dispersionslackfarben) enthalten bis zu 10 % Lösemittel. Lösemittelverdünnbare Beschichtungsstoffe enthalten dagegen 30 – 70 % Lösemittel.

Schutzmaßnahmen

Hinweise beim Umgang mit alten Rostschutzanstrichen

  • Für Rostschutzanstriche wurden häufig schwermetallhaltige Pigmente verwendet, die heute z. T. wegen ihrer Krebsgefährdung verboten sind. Hierzu gehören: Zinkchromat (Zinkgelb, Zitronengelb) und Strontium chromat (Strontiumgelb). Verwendet wurden vielfach auch bleihaltige Pigmente (z. B. Bleimennige).
  • Vorsicht beim Entfernen alter Rostschutzanstriche. Staubarme Arbeitsverfahren anwenden. Atemschutz mit Partikelfilter P2 und Schutzanzüge Typ 5,6 benutzen.

Hinweise beim Umgang mit lösemittelverdünnbaren Beschichtungsstoffen und Verdünnungsmitteln

  • Informationen zum Gesundheitsschutz und Betriebsanweisungsentwürfe liefert der GISCODE für Beschichtungsstoffe (WINGIS-CD oder www.wingis-online.de ).
  • Für ausreichende Lüftung sorgen. Soweit lüftungstechnische Maßnahmen nicht oder nicht ausreichend durchgeführt werden können, ist Atemschutz mit Gasfilter A2 zu benutzen.
  • Bei Spritzverfahren Kombifilter A2-P2 verwenden.
  • Lösemittelbeständige Schutzhandschuhe tragen. Auswahlhilfen werden im Gefahrstoffinformationssystem (WINGIS) der BG BAU online angeboten.
  • Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel benutzen.
  • Beim Verarbeiten von leicht entzündlichen Beschichtungsstoffen
    • Zündquellen vermeiden,
    • Ex-geschützte Geräte verwenden,
    • elektrostatische Erdung vorsehen.

Hinweise beim Umgang mit Epoxid-, Polyurethan- und Polyesterharzen

  • Epoxidharze werden meist als 2-Komponenten-Produkte verwendet. Sie bestehen aus einer Epoxidharz-­ und einer Härterkomponente.
  • Polyurethanharze können 1- oder 2-Komponenten-Produkte sein und enthalten Isocyanate, die – wie Epoxidharze – zu Allergien führen können.
  • Ungesättigten Polyesterharzen wird Styrol zugegeben, wodurch eine Reaktion stattfindet. Styrol ist gesundheitsschädlich. Harz und Härter können Gesundheitsschäden verursachen.
  • Harz und Härter nur nach Angaben des Herstellers mischen. Vorsicht bei unkontrollierter Reaktion beim Anmischen.
  • Gebinde getrennt und geschlossen lagern.
  • Geeignete Körperschutzmittel benutzen, z. B.:
    • Atemschutz, je nach Konzentration Gasfilter Typ A oder B
    • Schutzhandschuhe
    • Schutzbrille

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Gefahrstoffverordnung GefStoffV
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV
Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
Technische Regeln Gefahrstoffe TRGS
DGUV Regel 112-190 Regeln für die Benutzung von Atemschutzgeräten
www.wingis-online.de

07/2015

 

 

Webcode: M1358-50


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