BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Bootsbau

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Bootsbau

Gefährdungen

  • Direkter Hautkontakt mit Gefahrstoffen sowie die bei den Arbeitsverfahren freiwerdenden Gefahrstoffe in Dampf-, Aerosol- und Staubform können zu Krebs-, Haut-, Atemwegserkrankungen und zu allergischen Reaktionen führen.

Schutzmaßnahmen

  • Arbeitsverfahren und deren Reihenfolge schriftlich festlegen, wenn verschiedene Arbeiten an Bord ausgeführt werden.
  • Koordinator bestimmen.
  • Vor der probeweisen Inbetriebnahme
    • notwendige besondere Sicherheitsmaßnahmen festlegen,
    • Beschäftigte über die mit der Arbeit verbundenen Gefahren unterrichten,
    • Gefahrbereiche kennzeichnen und gegebenfalls absperren,
    • Rettungswege festlegen und kennzeichnen,
    • Feuerlöscheinrichtungen vorhalten.
  • Rettungsplan festlegen.
  • Rettungs- und Fluchtwege unter Deck unbedingt freihalten.
  • Arbeitsplätze unter Deck ausreichend beleuchten.
  • Unter Deck für ständige Be- und Entlüftung sorgen.
  • Stäube und lösemittelhaltige Dämpfe an der Entstehungsstelle absaugen. Bei explosionsgefährlichen Stäuben und Dämpfen ex-geschützte Geräte einsetzen. Explosionsgrenzen beachten.
  • Atemschutz benutzen, wenn technische Maßnahmen zur Staubvermeidung nicht möglich sind.
  • Bei Beschichtungsarbeiten der Außenhaut nur schadstofffreie Produkte verwenden.
  • Beim Verarbeiten von Epoxid- und anderen Reaktionsharzen Schutzhandschuhe aus Nitril- oder Buthylkautschuk tragen, bei lösemittelhaltigen Produkten zusätzlich Atemschutz verwenden. Das Sicherheitsdatenblatt ist zu beachten.

Zusätzliche Hinweise für den Holz. B.otsbau

  • Nur zugelassene schadstoffarme Leime verwenden.
  • Bei Verarbeitung von Harthölzern Krebsgefährdung von Stäuben beachten.

Zusätzliche Hinweise für den Metall-Bootsbau

  • Schweißrauche an der Entstehungsstelle absaugen.
  • Erhöhte Gesundheitsgefährdung beim Schweißen von hoch legierten Stählen beachten.
  • Gasansammlung unter Deck unbedingt vermeiden.
  • Gasschläuche so verlegen, dass Beschädigungen ausgeschlossen sind. Kurze Verbindungen zwischen Gasflaschen und Brenner. Schlauchbruchsicherungen bzw. Leckgassicherungen einsetzen.
  • Nach Beendigung der Arbeitsschicht sämtliche Gasanlagen von Bord nehmen.
  • In Räumen/Bereichen mit leitfähiger Umgebung ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel nur mit der Schutzmaßnahme
    • Schutzkleinspannung oder
    • Schutztrennung (mit einem oder mehreren Verbrauchern) oder
    • Schutz durch Abschalten durch Fehlerstromschutzeinrichtung (RCD) mit IΔN ≤ 30 mA betreiben.
  • Ortsveränderliche Stromquellen, Trenntrafos und Baustromverteiler grundsätzlich außerhalb des Raumes/Bereiches mit leitfähiger Umgebung aufstellen.
  • In Räumen/Bereichen mit leitfähiger Umgebung und zusätzlich begrenzter Bewegungsfreiheit ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel nur mit der Schutzmaßnahme
    • Schutzkleinspannung (nur Betriebsmittel der Schutzklasse III anschließen) oder
    • Schutztrennung (nur einen Verbraucher anschließen. Bei Betriebsmitteln der Schutzklasse I Potentialausgleich mit der leitfähigen Umgebung herstellen) betreiben.

Schutzklasseneinteilung der Elektrowerkzeuge

Zusätzliche Hinweise für die Faserverbundtechnik

  • Bei der Verarbeitung von Glasfasermatten und -gewebe Atemschutz benutzen.
  • Hautkontakt beim Umgang mit Harzen und Härtern vermeiden (Allergiegefahr).
  • Brandgefahr bei vorbeschleunigtem Material.
  • Bei Verarbeitung von PU-Schaum nur FCKW-freie Schäume verwenden. Beim Abbund entstehende Amindämpfe direkt absaugen.
  • Hautschutz beachten: Vor der Arbeit gezielter Hautschutz, nach der Arbeit richtige Hautreinigung, nach der Reinigung sorgsame Hautpflege.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge. Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
Gefahrstoffverordnung
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln

07/2015

 

 

Webcode: M1378-50


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