BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Keramikfaserprodukte

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Arbeiten mit Keramikfaserprodukten

Gefährdungen

  • Aus Keramikfaserprodukten können bei der Verarbeitung krebserzeugende Faserstäube freigesetzt werden.

Allgemeines

  • Keramikfaserprodukte werden häufig im Hochtemperaturbereich zur thermischen Isolierung von Öfen und Kesseln verwendet
  • Für eine Reihe von Anwendungsfällen liegen ungefährlichere Ersatzstoffe (z. B. Hochtemperaturglasfasern, Erdalkalisilikatwolle) vor.
  • Vor der Verwendung von Keramikfasern prüfen, ob weniger gefährliche Fasern verwendet werden können.

Schutzmaßnahmen

Technische und organisatorische Maßnahmen

  • Betriebsanweisung erstellen und Beschäftigte vor Beginn der Arbeiten, mindestens jedoch einmal jährlich, über die Gefahren und möglichen Schutzmaßnahmen unterweisen.
  • Vorkonfektionierte Keramikfaserprodukte bevorzugen.
  • Verpackte Produkte erst am Arbeitsplatz auspacken. Material nicht werfen.
  • Für gute Belüftung am Arbeitsplatz sorgen. Aufwirbeln von Staub vermeiden.
  • Keramikfaserprodukte mit einem scharfen Handwerkzeug auf einer flachen, festen Unterlage schneiden. Sägearbeiten nur unter Absaugung!
  • Arbeitsplatz sauber halten und regelmäßig mit Staubsauger reinigen.
  • Anfallenden Staub nicht zusammenfegen und nicht mit Druckluft abblasen.
  • Für Absaugung und Reinigung nur zugelassene Staubsauger mindestens der Staubklasse H verwenden.
  • Verschnitte, Abfälle und Staubsaugerinhalte in verschließbaren Behältnissen, z. B. Tonnen oder Plastiksäcken, sammeln. Beim Verschließen der Plastiksäcke die Luft nicht herausdrücken.
  • Beim Entfernen thermisch beanspruchter Keramikfasern besondere Sorgfalt aufwenden. Gefährdungen durch silikogenen Staub können auftreten.
  • Arbeitsbereiche abtrennen.
  • Material anfeuchten oder Verwendung von Faserbindemitteln.
  • Auf wirksame Absaugung achten.

Persönliche und hygienische Schutzmaßnahmen

  • Persönliche Schutzausrüstung benutzen:
    • Schutzhandschuhe Nummer 1, z. B. nitrilbeschichtete Bauwollhandschuhe,
    • ggf. Schutzbrille (möglichst Korbbrille),
    • locker sitzende, langärmelige Schutzkleidung Nummer 2 (vorzugsweise Einwegschutzanzüge Typ 5),
    • Halbmaske mit Partikelfilter P 3 oder filtrierender Halbmaske FFP 3 Nummer 3.
  • Empfohlen wird Atemschutz mit Gebläseunterstützung (Typ TM3 P), fallweise auch gebläseunterstützte Helme (Typ TH3 P).
  • Bei Arbeiten mittleren Risikos (Expositionskategorie 2, Tätigkeiten ab 40 Stunden, aber weniger als 40 Tage/Jahr): Halb-/Viertelmasken mit Filter P1 bzw. filtrierende Halbmasken FFP 2 tragen. Empfohlen wird Atemschutz mit Gebläseunterstützung (Typ TM2 P), fallweise auch gebläseunterstützte Helme (Typ TH2 P).
  • Arbeitskleidung vor Verlassen der Baustelle ausziehen.
  • Arbeits- und Straßenkleidung getrennt aufbewahren.
  • Arbeitskleidung separat waschen.
  • Vor Aufnahme der Arbeiten fettende, gerbstoffhaltige Hautschutzcreme benutzen.
  • Nach der Arbeit gründlich waschen oder duschen.
  • Im Arbeitsbereich nicht essen, trinken oder rauchen.

Entsorgung

  • Zur ordnungsgemäßen Beseitigung Verschnitt und Abfälle sowie Staubsaugerinhalt in dicht verschließbaren Behältern und Säcken sammeln.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Gefahrstoffverordnung GefStoffV
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
Technische Regeln Gefahrstoffe TRGS
TRGS 500 Schutzmaßnahmen: Mindeststandards
TRGS 558 Tätigkeiten mit Hochtemperaturwolle
TRGS 619 Substitution für Produkte aus Aluminiumsilikatwolle
DGUV-Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten

07/2015

 

 

Webcode: M1361-50


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