BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Verarbeiten großformatiger Mauersteine

Icon: Baustein

Bockgerüst mit verschiedenen Ebenen

Gefährdungen

  • Bei fehlenden oder mangelhaften Absturzsicherungen an hochgelegenen Arbeitsplätzen kann es zu Absturzunfällen kommen.
  • Nicht oder unzureichend sicher angehobene Mauersteine können abstürzen und zu Verletzungen führen.
  • Heben, Tragen oder Versetzen von schweren Mauersteinen kann zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen.

Schutzmaßnahmen

  • Bei Einhand-Mauersteinen darf das Verarbeitungsgewicht* bei einer Greifspanne
    • von mindestens 40 mm und höchstens 75 mm nicht mehr als 7,5 kg,
    • von mindestens 75 mm und höchstens 115 mm nicht mehr als 6 kg betragen.
  • Bei Zweihand-Mauersteinen darf das Verarbeitungsgewicht* nicht mehr als 25 kg betragen.

Mauersteinversetzgerät

  • Zweihand-Mauersteine müssen Griffhilfen (Grifflöcher, Grifftaschen) haben bzw. so gestaltet sein, dass sie mit Zweihand-Greifwerkzeugen verarbeitet werden können.
  • Möglichst in der Höhe stufenlos verstellbare Arbeitsplätze (Gerüste) mit zwei verschiedenen Ebenen verwenden, um unnötiges Bücken zu ersparen Nummer 1. Die Greifhöhe der Steine sollte ca. 40 – 50 cm über der Standhöhe des Beschäftigten liegen.
  • Mauersteine mit einem Verarbeitungsgewicht* von mehr als 25 kg dürfen nur mit Hilfe von Versetzungsgeräten oder -maschinen verarbeitet werden.
  • Steinpakete, bei denen das Verarbeitungsgewicht* der einzelnen Mauersteine mehr als 25 kg beträgt, müssen gekennzeichnet sein.

Maurerarbeitsbühne

Zusätzliche Hinweise für Maurerarbeitsbühnen Nummer 3, Mauersteinversetzgeräte und -maschinen

  • Mauersteinversetzgeräte und -maschinen dürfen nur zum Versetzen von Mauersteinen verwendet werden Nummer 2.
  • Bei der Aufstellung der Geräte und Maschinen unbedingt die Montage- und Betriebsanleitung des Herstellers beachten.
  • Geschossdecken nicht überlasten.
  • In der Gefährdungsbeurteilung Absturzsicherungen vorsehen, z. B. Seitenschutz.

  • Zugänge für einen sicheren Auf- und Abstieg vorsehen.
  • Gefährdungen durch Quetschoder Scherstellen nebeneinander oder übereinander angeordneter Maurerarbeitsbühnen ausschließen, ggf. Absperrungen oder Abgrenzungen vorsehen.
  • Zulässige Tragfähigkeiten der Versetzgeräte einhalten, insbesondere beim Vermauern von großformatigen Kalksandsteinelementen.
  • Auf ausreichenden Abstand zu Wandöffnungen, Deckenkanten und -durchbrüchen achten. Ggf. feste Absperrungen oder tragfähige Abdeckungen anbringen.

Mauersteinversetzgerät

  • Elektrisch betriebene Geräte und Maschinen nur über einen besonderen Speisepunkt anschließen, z. B. Baustromverteiler mit FI-Schutzschalter (RCD).
  • Nur unterwiesene Geräteführer einsetzen.

Prüfungen

Maurerarbeitsbühnen, Mauersteinversetzgeräte und -maschinen:

  • Prüfungen durch eine „zur Prüfung befähigte Person“ (z. B. Sachkundigen):
    • vor der ersten Inbetriebnahme,
    • mindestens einmal jährlich,
    • nach Instandsetzung an tragenden Teilen vor Wiederinbetriebnahme.
  • Prüfung durch Geräteführer:
    • arbeitstäglich.
  • Prüfergebnisse in ein Prüfbuch eintragen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
DGUV Information 201-015 Merkblatt für das Handhaben von Mauersteinen
DIN 4420-1
* Verarbeitungsgewicht ist das vorhandene Mauersteingewicht einschließlich normaler produktions- und witterungsbedingter Feuchtigkeit.

07/2015

 

 

Webcode: M1311-50


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