BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Montage von Holzbauteilen

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Reetdeckung

Gefährdungen

  • Bei Montagearbeiten von hochgelegenen Arbeitsplätzen aus, kann es durch fehlende Sicherungsmaßnahmen zu Absturzunfällen kommen.
  • Bei unsachgemäßer Montage oder Lagerung können Personen durch umstürzende oder kippende Teile verletzt werden.

Allgemeines

  • Sorgfältige Planung und Organisation sind wichtige Voraussetzungen für einen reibungslosen und sicheren Ablauf der Arbeiten.

Schutzmaßnahmen

Lagerung

  • Bei Zwischenablagerung, Holzbauteile kipp- und rutschsicher absetzen.
  • Sicherheitsabstand zu beweglichen Teilen, z. B. zu Kranen, einhalten.

Lastaufnahmeeinrichtungen

  • Nur auf das Holzbauteil abgestimmte Lastaufnahmeeinrichtungen verwenden. Die Tragfähigkeit muss nachgewiesen sein.

Montage

  • An der Baustelle muss eine Montageanweisung vorliegen. Sie muss Angaben enthalten über:
    • Gewicht und Lagerung der Teile,
    • Lage der Anschlagpunkte,
    • Anschlagen der Teile an Hebezeuge,
    • einzuhaltende Transportlage,
    • erforderliche Hilfskonstruktionen, z. B. Aussteifungen, Abspannungen,
    • Standsicherheit der Bauteile während der einzelnen Montagezustände,
    • Reihenfolge der Montage,
    • Reichweite und Tragfähigkeit der Hebezeuge,
    • Arbeitsplätze und Zugänge,
    • Sicherung der Beschäftigten gegen Absturz,
    • Schutz vor herabfallenden Gegenständen.
  • Hebezeuge mit geringer Hub- und Senkgeschwindigkeit verwenden.
  • Sicherheitsabstände zu elektrischen Freileitungen einhalten.
  • Holzbauteile vor dem Einbau auf Mängel überprüfen, die die Tragfähigkeit beeinträchtigen können.
  • Nur an den vorgesehenen Anschlagpunkten anschlagen.
  • Großflächige bzw. lange Holzbauteile mit Leitseilen führen.
  • Holzbauteile vor dem Lösen der Lastaufnahmemittel so sichern, dass sie nicht umkippen, abstürzen oder sonst ihre Lage verändern können.
  • Während der Montagearbeiten wechselnde Stabilitätsbedingungen berücksichtigen.
  • Nicht an übereinander liegenden Stellen gleichzeitig arbeiten.
  • Gefahrbereiche unterhalb der Montagestelle absperren und kennzeichnen.
  • Werkzeuge und Kleinmaterial in Behältern mitführen.

Zusätzliche Hinweise für Arbeitsplätze und Verkehrswege

  • Zusammenfügen und Befestigen der Holzbauteile von sicheren Standplätzen ausführen, z. B. von Arbeitskörben, Hubarbeitsbühnen (1), mechanischen Leitern.
  • Absturzsicherungen vorsehen.
  • PSA gegen Absturz nur verwenden, wenn Absturzsicherungen (Seitenschutz) aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich und Auffangeinrichtungen (Fanggerüste, Dachfanggerüste, Auffangnetze) unzweckmäßig sind.
  • PSA gegen Absturz (2) nur an Anschlageinrichtungen befestigen, die DIN EN 795 entsprechen. Anschlagmöglichkeiten an Teilen baulicher Anlagen können zur Befestigung genutzt werden, wenn deren Tragkraft für eine Person nach den technischen Baubestimmungen von 9 kN einschließlich den für die Rettung anzusetzenden Lasten nachgewiesen ist.
  • Der Vorgesetzte hat die Anschlageinrichtungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass die PSA gegen Absturz benutzt werden.
  • Bei kurzzeitigen Tätigkeiten (Festlegen der Bauteile, Lösen der Anschlagmittel) müssen eingebaute Bauteile, die als Zugang benutzt werden, mindestens 20 cm breit sein. Bei schmaleren Bauteilen müssen entweder straff gespannte Stahlseile oder Handläufe im Handbereich vorhanden sein, die ein sicheres Festhalten ermöglichen.
  • Straff gespannte Stahlseile zum Befestigen der Auffanggurte vor der Montage anbringen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
  • Bei Arbeiten mit Absturzgefahr wird eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung empfohlen.

 

Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV Vorschrift 52 Krane
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
DGUV Regel 101-005 Hochziehbare Personenaufnahmemittel
DGUV Regel 112-198 Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
DGUV Information 201-058 Einsatz von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen)
DGUV Information 208-016 Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten
DIN EN 795

07/2015

 

 

Webcode: M1347-50


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