BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Fertigteile aus Beton und Mauerwerk

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Reetdeckung

Gefährdungen

  • Bei Montagearbeiten von hochgelegenen Arbeitsplätzen aus, kann es durch fehlende Sicherungsmaßnahmen zu Absturzunfällen kommen.
  • Bei unsachgemäßer Montage oder Lagerung können Personen durch umstürzende oder kippende Teile verletzt werden.

Schutzmaßnahmen

Lastaufnahmeeinrichtungen

  • Nur auf das Fertigteil abgestimmte Transportankersysteme, Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel verwenden Nummer 1.
  • Bei Transportankersystemen Verwendungsanleitung des Herstellers beachten. Die Tragfähigkeit muss nachgewiesen sein.

Lagerung

  • Fertigteile nur auf ebenen und tragfähigen Lagerplätzen kipp- und rutschsicher absetzen.
  • Sicherheitsabstand von mindestens 0,50 m zu beweglichen Teilen, z. B. zu Kranen, einhalten.

Montage

  • An der Baustelle muss eine Montageanweisung vorliegen.
  • Fertigteile möglichst nicht über Personen schwenken.
  • Hebezeuge mit geringer Hub- und Senkgeschwindigkeit verwenden.
  • Sicherheitsabstände zu elektrischen Freileitungen einhalten.
  • Großflächige bzw. lange Fertigteile mit Leitseilen führen Nummer 2.
  • Fertigteile vor dem Lösen der Lastaufnahmemittel so sichern, dass sie nicht umkippen, abstürzen oder sonst ihre Lage verändern können. Wechselnde Stabilitätsbedingungen berücksichtigen.
  • Anzahl der erforderlichen Montagestreben statisch nachweisen. Mindestens 2 Streben je Fertigteil anbringen Nummer 3.
  • Neigung der Montagestreben zwischen 30° und 60°.
  • Nicht an übereinander liegenden Stellen gleichzeitig arbeiten. Gefahrbereiche unterhalb der Montagestelle absperren und kennzeichnen.
  • Werkzeuge und Kleinmaterial in Behältern mitführen.
  • Witterungsverhältnisse (z.B. Wind, Gewitter) beachten, um die sichere Montage zu gewährleisten.

Absturzsicherung

  • Absturzsicherungen, z. B. Seitenschutz Nummer 4, nach Gefährdungsbeurteilung ermitteln und vor der Montage anbringen.
  • Auf Seitenschutz bzw. Absperrungen kann nur verzichtet werden, wenn sie aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich und stattdessen Auffangeinrichtungen (Fanggerüste/ Dachfanggerüste/Auffangnetze) vorhanden sind. Nur wenn auch Auffangeinrichtungen unzweckmäßig sind, darf persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) verwendet werden.
  • PSA gegen Absturz nur an Anschlageinrichtungen befestigen, die DIN EN 795 entsprechen. Anschlagmöglichkeiten an Teilen baulicher Anlagen können zur Befestigung genutzt werden, wenn deren Tragkraft für eine Person nach den technischen Baubestimmungen mit einer Fangstoßkraft von 9 kN einschließlich den für die Rettung anzusetzenden Lasten nachgewiesen ist.
  • Der Vorgesetzte hat die Anschlageinrichtungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass die PSA gegen Absturz benutzt wird.
Sicherung Sicherung

Arbeitsplätze und Verkehrswege

  • Zum Festlegen von Bauteilen oder Lösen von Anschlagmitteln möglichst Hubarbeitsbühnen Nummer 5 verwenden.

Deckenplatten aus Beton

  • Hartschaumverfüllte Aussparungen in Deckenplatten beim Verlegen öffnen sowie durchtrittsicher und unverschieblich abdecken.

Fertigteile aus Mauerwerk

  • Bei mehr als zwei Aufhängepunkten Ausgleichstraverse Nummer 6 verwenden.
  • Fertigteile nur in Einbaulage zwischenlagern, eine Teilauflagerung der Fertigteile vermeiden.
  • Mauerwerksöffnungen (z. B. Tür- und Fensteröffnungen) besonders sichern Nummer 7.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.

 

Weitere Informationen:
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV Vorschrift 52 Krane
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
DGUV Regel 101-001 Sicherheitsregeln für Transportanker und -systeme von Betonfertigteilen
DGUV Regel 112-198 Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
DIN EN 795

07/2017

 

 

Webcode: M1310-50


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