BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Dacharbeiten

Öffnungen und Lichtkuppeln

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Reetdeckung

Gefährdungen

  • Nicht gesicherte Öffnungen oder nicht durchsturzsichere Lichtkuppeln können zu Absturzunfällen führen.

Allgemeines

  • An Öffnungen in Decken und Dachflächen müssen Einrichtungen vorhanden sein, die ein Abstürzen, Hineinfallen oder Hineintreten von Beschäftigten verhindern.
    Als Öffnungen gelten:
    • Öffnungen/Aussparungen mit einer Fläche von ≤ 9 m2
      oder
    • geradlinig begrenzte Öffnungen, bei denen eine Kante ≤ 3 m lang ist.
  • Kanten größerer Öffnungen gelten als Absturzkanten und müssen durch Absturzsicherungen gesichert werden.

Schutzmaßnahmen

  • Ein Abstürzen, Hineinfallen oder Hineintreten verhindern durch:
    • dreiteiligen Seitenschutz oder
    • unverschiebliche und tragfähige Abdeckung der Öffnung (2).
    Abdeckung
  • Abdeckungen mit Brettern und Bohlen müssen mindestens der Sortierklasse S10 oder MS10 nach DIN 4074-1 entsprechen.
  • Die Stützweiten für Abdeckungen aus Holz für Belastungen bis 2,0 kN/m2 können der Tabelle 1 entnommen werden.
  • Ein Abstürzen, Hineinfallen bei Dachöffnungen verhindern durch den Einbau von z. B.
    • ausreichend tragfähigen Stäben im Abstand von höchstens 15 cm oder
    • Gittern (3) im Raster von höchstens 15 cm x 15 cm oder
    • Schutznetzen (1).
  • Gelattete Dachflächen für Dachziegel oder Dachsteine gelten als geschlossene Flächen, wenn der lichte Abstand der Dachlatten nicht mehr als 0,40 m beträgt und die Dachneigung größer als 22,5° ist.
  • Das Herstellen von und Arbeiten an Öffnungen ist nur unter absturzsichernden Maßnahmen durchzuführen.

Zusätzliche Hinweise zu Absperrungen an Öffnungen

  • Verkehrswege, die an Öffnungen vorbeiführen und die nicht gegen Absturz, Hineinfallen oder Hineintreten gesichert sind, im Abstand von mindestens 2 m fest absperren.
  • Absperrungen z. B. durch Geländer, Ketten oder Seile erstellen.
  • Trassierbänder (Flatterleinen) nicht als Absperrmittel verwenden.
1 Zulässige Stützweiten in m
Brett- oder Bohlenbreite cm Brett- oder Bohlendicke
cm
  3,0 3,5 4,0 4,0 5,0
20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50
24 und 28 1,25 1,75 2,25 2,50 2,75

Zusätzliche Hinweise zu Lichtkuppeln

  • Eingebaute Lichtkuppeln und Lichtbänder (4) gelten im Allgemeinen als nicht durchsturzsicher und sind z. B. durch folgende Maßnahmen zu sichern:
    • Seitenschutz,
    • Schutzabdeckungen (2),
    • Schutznetze (1),
    • Absperrungen,
    • durchsturzsichere Unterbauten (DIN 4426) (3),
    • Verwendung von PSAgA.
    Lichtschacht Lichtkuppel Lichtkuppel
  • Als durchsturzsicher gelten Bauteile, wenn die Tragfähigkeit nachgewiesen worden ist.
  • Verkehrswege, die an Lichtkuppeln und Lichtbändern vorbeiführen und die nicht gegen Absturz, Hineinfallen oder Hineintreten gesichert sind, im Abstand von mindestens 2 m fest absperren.
  • Absperrungen z. B. durch Geländer, Ketten oder Seile erstellen.
  • Trassierbänder (Flatterleinen) nicht als Absperrmittel verwenden.
  • Mit dem DGUV Test-Zeichen und dem Zusatz „Durchsturzsicher“ gekennzeichnete Bauteile gelten als uneingeschränkt durchsturzsicher.
Test-zeichen

 

Weitere Informationen:
Arbeitsstättenverordnung
Betriebssicherheitsverordnung
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV Information 201-054 Dach-, Zimmerer- und Holzbauarbeiten
DIN 4426

07/2015

 

 

Webcode: M1246-50


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