BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Dacharbeiten

Dachlatten als Arbeitsplatz

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Reetdeckung

Gefährdungen

  • Bei falscher Dimensionierung und/oder unzureichender Qualität von Dachlatten können diese beim Begehen brechen und es kann zum Absturzunfall kommen.

Allgemeines

  • Werden gelattete Dachflächen als Arbeitsplätze verwendet, müssen die Dachlatten mindestens der Sortierklasse S10 TS nach DIN 4074-1 entsprechen.
  • Für Arbeiten auf Flächen mit mehr als 45° Neigung besondere Arbeitsplätze schaffen.
  • Besondere Arbeitsplätze können hierbei auch gelattete Dachflächen sein.

Schutzmaßnahmen

Bestellung

  • Bei der Bestellung von Dachlatten die genaue Bezeichnung beachten, z. B.: Latte, DIN 4074 – S10 TS – Ki/Fi, 30/50, Verwendungszweck: Dachlatte.

Kennzeichnung

  • Dachlatten der Sortierklasse S10TS und MS10TS sind an den Stirnseiten rot eingefärbt (TS = trocken sortiert).

Einbau der Dachlatten

  • Bei der Befestigung der Dachlatten auf den Sparren Mindestnagelabstände einhalten.
  • Dachlatten, die beim Einbau beschädigt wurden, z. B. Aufreißen der Stirnseiten, ausbauen.
  • Dachlatten in Abhängigkeit von der Stützweite nach Tabelle 1 einbauen.
  • Die Befestigung der Dachlatten kann nach handwerklichen Regeln ausgeführt werden. Bei der Verwendung von Nägeln ergibt sich eine Mindestsparrenbreite von 70 mm.
  • Wird die Mindestsparrenbreite unterschritten, kann durch entsprechend breite Konterlatten, die auf den Sparren aufgebracht werden, die erforderliche Breite erreicht werden. Beim Sparrenstoß ist auch eine Schrägnagelung ausreichend.
  • Werden Sparrenabstände über 1 Meter geplant, müssen Dachlatten für den Querschnitt und das Verbindungsmittel rechnerisch nachgewiesen werden.
1 Regelquerschnitte für tragende Dachlatten ohne rechnerischen Nachweis aus Nadelholz
Nennquerschnitt (mm) Auflagerabstand Achsmaß (m) Sortierklasse nach DIN 4074-11 farbliche Kennzeichnung
30 / 50 bis 0,80 S 10 TS rot
40 / 60 bis 1,00 S 10 TS

1 Abweichungen von den Nennquerschnitten dürfen nach DIN EN 336:2013-12 höchstens –1 /+3 mm betragen (bezogen auf u = 20% Holzfeuchte)

Prüfungen

  • Die Qualität trotz vorhandener Farbkennzeichnung überprüfen.
  • Vor dem Einbau Dachlatten mit groben Holzfehlern (Äste, Holzrisse, Baumkanten) aussortieren oder Holzfehler ausschneiden.
  • Mitarbeiter bezüglich der Qualitätsprüfung auf der Baustelle entsprechend schulen und unterweisen.

 

Weitere Informationen:
Arbeitsstättenverordnung
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV Information 201-054 Dach-, Zimmerer- und Holzbauarbeiten
DIN 4074-1

07/2015

 

 

Webcode: M1377-50


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