BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Dachdeckung mit Wellplatten

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Dachdeckung mit Wellplatten

Gefährdungen

  • Fehlende Sicherungsmaßnahmen an den Gebäudeaussenkanten und nach innen können Absturzunfälle zur Folge haben.
  • Nicht durchtrittsichere Wellplatten können beim Begehen durchbrechen.
  • Die Demontage von asbesthaltigen Platten ohne persönliche Schutzmaßnahmen kann in der Folge zu Erkrankungen führen.

Schutzmaßnahmen

  • Beim Transportieren, Lagern, Verlegen und Begehen ist Folgendes zu beachten:
    • beim Transport mit Aufzügen oder Hebezeugen geeignete Lastaufnahmemittel, z. B. Spezialschlitten oder Plattenzangen, benutzen,
    • bei der Lagerung der Platten auf dem Dach Tragfähigkeit der Unterkonstruktion beachten,
    • Platten bzw. Stapel gegen Windangriff sichern, z. B. durch Spannbänder,
    • Gefahrenbereich unter den Verlegestellen absperren und kennzeichnen,
    • Dachüberstände (auskragende Platten) nicht belasten.

Zusätzliche Hinweise für Laufstege

  • Wellplattendächer nur auf besonderen Lauf- und Arbeitsstegen betreten.
  • Lauf- und Arbeitsstege müssen
    • eine Mindestbreite von 50 cm haben,
    • gegen Verschieben und Abrutschen gesichert werden Nummer 1.
  • Lauf- und Arbeitsstege aus Holz müssen
    • mindestens der Sortierklasse S 10 oder MS 10 und
    • in ihren Abmessungen der Tabelle 1 entsprechen.
  • Bei Dachneigungen über 11° (1:5) Stege mit Trittleisten, bei Neigungen über 30° (1:1,75) mit Stufen versehen.
  • Zu Anlagen und Einrichtungen auf dem Dach, die ständiger Wartung bedürfen, mindestens 50 cm breite Laufstege mit beidseitigem Seitenschutz vorsehen.
1 Größte zulässige Stützweiten in cm für Lauf- und Arbeitsstege aus Holz
Brett- oder Bohlenbreite cm Brett- oder Bohlendicke
cm
  3,0 3,5 4,0 4,0 5,0
20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50
24 und 28 1,25 1,75 2,25 2,50 2,75

Zusätzliche Hinweise für Absturzsicherungen

  • Auffangeinrichtungen bei Absturzmöglichkeit ins Gebäudeinnere vorsehen, z. B. Netze Nummer 2, Sicherheitsdrahtgitter-Unterspannung.
  • An allen Außenkanten bei mehr als 2,00 m Absturzhöhe Absturzsicherungen einsetzen, z. B. Seitenschutz, Standgerüst.
  • Auf Absturzsicherungen kann nur verzichtet werden, wenn sie aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich und stattdessen Auffangeinrichtungen (Fanggerüste/Dachfanggerüste/Schutznetze) vorhanden sind.
  • Können aus arbeitssicherheitstechnischen Gründen und baulichen Gegebenheiten
    • Seitenschutz oder Randsicherungen,
    • Fanggerüste oder Schutznetze
      und
    • Dachfanggerüste oder Dachschutzwände
      nicht verwendet werden, kann unter Berücksichtigung der Bewertung der Gefährdung nach Art und Dauer der Tätigkeit PSA gegen Absturz verwendet werden, wenn geeignete Anschlageinrichtungen vorhanden sind.
  • PSA gegen Absturz nur an geeigneten Anschlageinrichtungen befestigen. Anschlagmöglichkeiten an Teilen baulicher Anlagen können zur Befestigung genutzt werden, wenn deren Tragkraft für eine Person nach den technischen Baubestimmungen von 9 kN einschließlich den für die Rettung anzusetzenden Lasten nachgewiesen ist.
  • Der Vorgesetzte hat die Anschlageinrichtungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass die PSAgA benutzt wird.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
  • Bei Arbeiten mit Absturzgefahr werden spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.

 

Weitere Informationen:
Arbeitsstättenverordnung
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
TRBS 2121 Gefährdungen von Personen durch Absturz – Allgemeine Anforderungen
DGUV Regel 101-011 Einsatz von Schutznetzen
DGUV Regel 112-198 Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
DGUV Information 201-054 Dach-, Zimmerer- und Holzbauarbeiten
DGUV Information 201-058 Einsatz von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen) (im Entwurf)
DIN 4074-1

07/2017

 

 

Webcode: M1393-50


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