BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Desinfektionsreinigungsmittel

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OP-Raum-Reinigung

Gefährdungen

  • Bei Verwendung von Reinigungsmitteln können reizende, ätzende oder sensibilisierende Stoffe auftreten und die Haut und die Atemwege schädigen.

Allgemeines

  • Desinfektionsarbeiten in Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitsdienstes nur von sachkundigen Personen oder unter Anleitung eines geprüften Desinfektors oder einer Hygienefachkraft vornehmen.
  • Reinigungs- und Desinfektionsplan des Auftraggebers einhalten. Exakte Absprachen mit dem Auftraggeber treffen.
  • Nur geprüfte und anerkannte (gelistete) Desinfektionsreinigungsmittel einsetzen.
  • Aldehydhaltige Produkte möglichst durch andere Produkte ersetzen.

Muster-Betriebsanweisung

Schutzmaßnahmen

Organisatorische Maßnahmen

  • Informationen über den Produkt-Code einholen (WINGIS-CD).
  • Gefahrstoffverzeichnis erstellen.
  • Lagerung der Desinfektionsreinigungsmittel im Objekt klären.
  • Anwendungslösung nur über spezielle Dosierhilfen herstellen. Dazu nur kaltes Wasser verwenden.
  • Entsprechende Betriebsanweisung erstellen und die Beschäftigten unterweisen.
  • Hautschutzplan aufstellen (in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt).

Persönliche Schutzausrüstung

  • Geeignete Schutzhandschuhe tragen. Auswahlhilfen werden im Gefahrstoffinformationssystem (WINGIS) der BG BAU online angeboten.
  • Latex-Einmal-Handschuhe sind ungeeignet.
  • Über die im OP Bereich nach Vorgabe der Hygienekommission zu tragenden OP-Einmalhandschuhe bei Verwendung von desinfizierenden Reinigungsmitteln Chemikalienschutzhandschuhe tragen und die Stulpen umklappen.
  • Flüssigkeitsdichte Schürzen und Stiefel verwenden. Bei Spritzgefahr, z. B. beim Umgang mit Konzentraten oder beim Um- oder Abfüllen Schutzbrille (Korbbrille) tragen.
  • Hautschutz beachten: Vor der Arbeit gezielter Hautschutz, nach der Arbeit richtige Hautreinigung, nach der Reinigung sorgsame Hautpflege.

Zusätzliche Hinweise zu formaldehydhaltigen Desinfektionsreinigungsmitteln

  • Nicht für Händedesinfektion benutzen.
  • Nur mit kaltem Wasser ansetzen.
  • Wischverfahren dem Sprühverfahren vorziehen.
  • Bei Flächendesinfektion immer für ausreichende Lüftung sorgen. Bei Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes Atemschutz mit Gasfilter B1, bei Sprühverfahren Kombinationsfilter B1-P2 benutzen.
  • Zündquellen und Oxidationsmittel fernhalten.
  • Formaldehyd ist als krebserzeugend und erbgutverändernd eingestuft.

Zusätzliche Hinweise zu alkoholischen Desinfektionsreinigungsmitteln

  • Nicht für Raumdesinfektion verwenden.
  • Während und vor allem nach der Desinfektion ausreichend lüften.
  • Desinfektionsreinigungsmittel nicht ungezielt versprühen.
  • Darauf achten, dass keine Zündquellen oder heiße Flächen in den Räumen vorhanden sind. Keine elektrischen Schaltvorgänge vornehmen.

Beschäftigungsbeschränkungen

  • Jugendliche nur unter Aufsicht und zur Erreichung des Ausbildungszieles einsetzen und nur, wenn die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden.
  • Werdende und stillende Mütter dürfen Tätigkeiten mit giftigen oder gesundheitsschädlichen Stoffen nur ausführen, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist.
  • Jugendliche sowie werdende und stillende Mütter dürfen krebserzeugenden Stoffen nicht ausgesetzt sein.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Gefahrstoffverordnung GefStoffV
Mutterschutzgesetz MuschG
Jugendarbeitsschutzgesetz JuArbSchG
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt
DGUV Regel 107-002 Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst
GISBAU Handschuhdatenbank/WINGIS-CD

07/2015

 

 

Webcode: M1381-50


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