BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Steinstäube

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Gefährdungen

  • Quarzhaltige Stäube können zu Staublungenerkrankungen führen.

Allgemeines

  • Bei der Bearbeitung entsteht neben Grobstaub auch Feinstaub.
  • Feinstaub ist mit dem Auge nicht mehr sichtbar und kann beim Einatmen bis in die Lunge gelangen. Erkrankungen der Atemorgane wie z. B. Entzündungen oder Bronchitis können die Folge sein.
  • Enthält der Feinstaub freie kristalline Kieselsäure, die bei der Bearbeitung quarzhaltiger Gesteine freigesetzt wird, besteht die Gefahr einer Quarzstaublungenerkrankung (Silikose) bzw. einer Lungenkrebserkrankung in Verbindung mit einer Silikose.

Schutzmaßnahmen

  • Bei schnell laufenden Maschinen und wenn notwendig, kombinierte Schutzmaßnahmen vorsehen, z. B. zentrale Absaugung am Arbeitsplatz (1) und abgesaugte Maschinen (2) oder Maschinen mit angeschlossenem Entstauber einsetzen.

Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW)

Allgemeiner Staubgrenzwert:

  • Alveolengängiger (lungengängiger) Staub (A-Staub) 1,25 mg/m3.
  • Einatembarer Staub (E-Staub) 10 mg/m3.
  • Für Quarzstaub besteht derzeit kein Arbeitsplatzgrenzwert (AGW). Den früheren Luftgrenzwert von 0,15 mg/m3 so weit wie möglich unterschreiten (Minimierungsgebot). Tätigkeiten oder Verfahren, bei denen lungengängiger Quarzstaub auftritt, sind als krebserzeugend zu bewerten.

Organisatorische Maßnahmen

  • Staubbelastende Arbeitsbereiche oder Tätigkeiten ermitteln. Beim Auftreten von Quarzstaub prüfen, ob Materialien mit geringerem Quarzgehalt verwendet werden können.
  • Gefährdungsbeurteilung erstellen, Schutzmaßnahmen festlegen, dokumentieren.
  • Betriebsanweisung erstellen und Mitarbeiter unterweisen.
  • Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen regelmäßig überprüfen.

Technische Maßnahmen

  • Staubarme Arbeitsverfahren und direkt abgesaugte Geräte verwenden.
  • Staub möglichst an der Entstehungsstelle direkt absaugen (Punktabsaugung) und/oder durch Saugtrichter erfassen. Saugtrichter kontinuierlich der Staubquelle nachführen und in Richtung des Saugtrichters arbeiten.
  • Stauberzeugende Maschinen nur mit wirksamer Absaugung betreiben. (www.gisbau.de ).
  • Zum Absaugen von Handmaschinen Entstauber der Staubklasse M oder höherwertiger verwenden.
  • Generell gilt: Staubschutzmaßnahmen nicht auf eine Möglichkeit begrenzen. Häufig führen nur parallele Maßnahmen zum Erfolg.
  • Abgesaugte Luft reinigen und ins Freie führen.
  • Absauganlagen regelmäßig warten und mindestens einmal jährlich durch befähigte Person (z. B. Sachkundiger) prüfen lassen. Prüfung dokumentieren.
  • Arbeitsräume, Maschinen und Geräte regelmäßig von Staubablagerungen reinigen. Bei Reinigungsarbeiten nicht trocken kehren oder mit Druckluft abblasen, sondern saugen. Grobe Stücke mit Rechen einsammeln.
  • Für Reinigungsarbeiten nur geeignete und geprüfte Industriesauger der Staubklasse M oder höherwertiger verwenden.
  • Für gute Raumbelüftung sorgen.
  • Staubgefährdete Arbeitsbereiche von den übrigen Arbeitsplätzen durch bauliche Maßnahmen trennen.

Zusätzliche Hinweise für Nassbearbeitung

  • Werden Werkstücke nass bearbeitet, kann der Staubanfall erheblich gemindert werden. Trotzdem ist eine Staubgefährdung nicht gänzlich ausgeschlossen, da insbesondere bei schnelllaufenden Maschinen der Staub mit dem Wasser verwirbelt wird (Aerosolbildung).
  • Wasser direkt auf die Schnittstelle leiten.
  • Ausbreitung des Sprühnebels verhindern, z. B. durch Bürstenvorgänge, am Werkstück aufliegende Schutzhauben.
  • Umlaufwasser regelmäßig reinigen/wechseln, bei Maschinen ohne Aufbereitung mindestens täglich.
  • Beim Schleifen, Polieren nur quarzfreie Mittel verwenden.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.

 

Weitere Informationen:
Gefahrstoffverordnung
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
TRGS 559 Mineralischer Staub
DGUV Regel 109-002 Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen
DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten
DGUV Regel 112-194 Benutzung von Gehörschutz
DGUV Information 209-073 Arbeitsplatzlüftung – Entscheidungshilfen für die betriebliche Praxis

07/2015

 

 

Webcode: M1292-50


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