BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Grundierungen
Klebstoffe
Versiegelungen

Icon: Baustein

Gefährdungen

  • Epoxid- und polyurethanhaltige Grundierungen, Klebstoffe und Versiegelungen haben sensibilisierende Eigenschaften und können die Haut und die Atemwege schädigen.
  • Bei Verarbeitung von stark lösemittelhaltigen Produkten ist mit Brand- und Explosionsgefahren zu rechnen.

Allgemeines

  • Bei der Fußbodenverlegung werden Voranstriche, Klebstoffe, Grundierungen und Versiegelungen verwendet. Diese Produkte sind im Allgemeinen lösemittelfrei und wasserverdünnbar.
  • Stark lösemittelhaltige Vorstriche, Klebstoffe und Versiegelungen sind nicht mehr erforderlich.
  • Informationen zum Gesundheitsschutz liefert der GISCODE, mit dem alle Produkte versehen sind. Auswahlhilfen werden im Gefahrstoffinformationssystem (WINGIS) der BG BAU online angeboten.

GISCODE für Verlegewerkstoffe

GISCODE GISCODE Gruppenbezeichnung
  I. Dispersions-Klebstoffe/-Vorstriche
D 1 Lösemittelfreie Dispersions-Klebstoffe/-Vorstriche
D 2 Lösemittelarme Dispersions-Klebstoffe/-Vorstriche, aromatenfrei
D 3 Lösemittelarme Dispersions-Klebstoffe/-Vorstriche, toluolfrei
  II. Stark lösemittelhaltige Klebstoffe/-Vorstriche
S 0,5 Stark lösemittelhaltige Vorstriche und Klebstoffe, emissionsreduziert
S 1 Stark lösemittelhaltige Klebstoffe/-Vorstriche, aromaten- und methanolfrei
  III. Epoxidharz-Produkte
RE 1 Epoxidharz-Produkte, lösemittelfrei
RE 2 Epoxidharz-Produkte, lösemittelarm
RE 3 Epoxidharz-Produkte, lösemittelhaltig
  IV. Polyurethan-Klebstoffe/-Vorstriche
RU 0,5 Polyurethan-Klebstoffe/-Vorstriche, kennzeichnungs- und lösemittelfrei
RU 1 Polyurethan-Klebstoffe/-Voranstriche, lösemittelfrei
  V. MS-Polymere
RS 10 Silanmodifizierte Polymere, methoxysilanhaltig
  VI. Spachtelmassen
CP 1 auf Basis von Calciumsulfat
  VII. Zementhaltige Produkte
ZP 1 chromatarm

GISCODE für Oberflächenbehandlungsmittel

(Versiegelungen und Holzkitte)

GISCODE GISCODE Gruppenbezeichnung
  I. Wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel (Wassersiegel, wasserverdünnbare Grundsiegel und Holzkitte)
W 1 Wassersiegel, lösemittelfrei
W 2+ Wassersiegel, Lösemittelgehalt bis 5 %, N-Methylpyrrolidonfrei
W 3+ Wassersiegel, Lösemittelgehalt bis 15 %, N-Methylpyrrolidonfrei
W 1/DD Wassersiegel mit isocyanathaltigem Härter, lösemittelfrei
W 2/DD+ Wassersiegel mit isocyanathaltigem Härter, Lösemittelgehalt bis 5 %, N-Methylpyrrolidonfrei
W 3/DD+ Wassersiegel mit isocyanathaltigem Härter, Lösemittelgehalt bis 15 %, N-Methylpyrrolidonfrei
W 2 Wassersiegel, Lösemittelgehalt bis 5 %
W 3 Wassersiegel, Lösemittelgehalt bis 15 %
W3/DD Wassersiegel mit isocyanathaltigem Härter, Lösemittelgehalt bis 15 %
  II. Stark lösemittelhaltige Ölkunstharzsiegel und Holzkitte
G 1 entaromatisiert und niedrigsiederfrei
G 2 entaromatisiert und niedrigsiederhaltig
G 3 aromaten- und niedrigsiederhaltig
  III. Stark lösemittelhaltige Ölkunstharzsiegel
KH 1 entaromatisiert
KH 2 aromatenhaltig
  IV. Stark lösemittelhaltige Polyurethansiegel
DD 1 entaromatisiert (TRGS 404 Gruppe 1)
DD 2 aromatenhaltig

Weitere GISCODES für Öle und Wachse, siehe WINGIS

Zusätzliche Hinweise beim Umgang mit Epoxid- und Polyurethanharzen

  • Epoxid- und Polyurethanharze (Isocyanate) sind reizend und sensibilisierend. Gerade Epoxidharze lösen häufig schwere Hauterkrankungen aus.
  • Gebinde getrennt und geschlossen lagern.
  • Harz und Härter nur nach Angaben des Herstellers mischen. Vorsicht vor unkontrollierter Reaktion beim Anmischen.

Schutzmaßnahmen

  • Unbedingt Hautkontakt vermeiden und Schutzhandschuhe tragen. Geeignete Schutzhandschuhe im Gefahrstoffinformationssystem (WINGIS) der BG BAU.
  • Bei dünnflüssigen Produkten geschlossene Schutzbrille benutzen.
  • Bei möglichen Verunreinigungen der Kleidung ist Einwegschutzkleidung zu tragen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Gefahrstoffverordnung GefStoffV
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt
TRGS 610 Ersatzstoffe und Ersatzverfahren für stark lösemittelhaltige Vorstriche und Klebstoffe für den Bodenbereich
TRGS 617 Ersatzstoffe und Ersatzverfahren für stark lösemittelhaltige Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden
DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten DGUV Information 212-007 Chemikalienschutzhandschuhe

07/2015

 

 

Webcode: M1346-50


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