BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Holzschutzmittel

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Gefährdungen

  • Holzschutzmittel enthalten biozide Wirkstoffe:
    • Insektizide gegen Schadinsekten
    • Fungizide gegen zerstörende oder verfärbende Pilze
  • Fixierende Holzschutzmittel können sensibilisierende und krebserzeugende Chrom-(VI)- Verbindungen enthalten, die bei Verarbeitung und Bearbeitung auch als atembare Stäube vorliegen können.
  • Fast alle Holzschutzmittel stellen eine Gefährdung für die Umwelt dar.

Allgemeines

  • Für tragende Konstruktionen nur zugelassene, gekennzeichnete Holzschutzmittel verwenden Nummer 1.
  • Für nichttragende Konstruktionen möglichst Holzschutzmittel mit RAL-Gütezeichen verwenden Nummer 2.
  • Alle Holzschutzmittel unterliegen der Biozidzulassung.

Schutzmaßnahmen

Technische Schutzmaßnahmen

Vorbeugender Holzschutz:

  • Möglichst kesseldruckimprägniertes Holz verwenden, sonst in Trogtränkanlagen oder stationären Anlagen imprägnieren Nummer 3.
  • Handauftrag nur mit Pinsel, Walze o.Ä.
    Achtung: Spritzen und Sprühen ist unzulässig.
  • Abtropfbereiche für frisch imprägniertes Holz einrichten.

Bekämpfender Holzschutz:

  • Bei Verwendung lösemittelhaltiger Holzschutzmittel auf gute Raumbe- und -entlüftung achten. Lösemitteldämpfe sind schwerer als Luft, sinken auf den Boden und verdrängen dabei die Atemluft nach oben. Außerdem kann eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre entstehen. Darum technische Lüftungsmaßnahmen durchführen – z. B. ex-geschützte Absaugung – oder Dachraum durch Entfernen der unteren Dachziegelreihen auf beiden Seiten des Daches belüften.
  • Wirksamkeit der Lüftung durch Konzentrationsmessungen ständig überwachen.

Persönliche und organisatorische Schutzmaßnahmen

  • Bekämpfender Holzschutz nur durch Fachbetriebe mit Sachkundenachweis.
  • Hautkontakt mit Holzschutzmitteln und frisch imprägniertem Holz vermeiden. Geeignete Schutzhandschuhe Nummer 4 und ggf. Schutzschürze Nummer 5 auswählen.
  • Hautschutzplan beachten.
  • Schutzbrille benutzen Nummer 6.
  • Bei Spritzern in die Augen sofort mit viel Wasser spülen und umgehend Augenarzt aufsuchen.
  • Atemschutz benutzen, z. B.
    • beim Umgang mit lösemittelhaltigen Produkten, wenn keine ausreichende Lüftung möglich ist (Kombinationsfilter A2-P2),
    • bei der Entnahme von frisch imprägniertem Holz aus Kesseldruckanlagen (P2 oder FFP2) Nummer 7.
Atemschutz

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.

Zusätzliche Hinweise

Schutz der Umwelt

  • Unter Imprägnieranlagen flüssigkeitsdichte Auffangeinrichtungen (Wannen, Tröge) vorsehen.
  • Beim Handauftrag Folien auf dem Boden auslegen.
  • Holzschutzmittelreste und schutzmittelbehandelte Hölzer als Sonderabfälle umweltgerecht entsorgen.
Weitere Informationen:
Gefahrstoffverordnung GefStoffV
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
Technische Regeln Gefahrstoffe TRGS 618 Ersatzstoffe und Verwendungsbeschränkungen für Chrom(VI)-haltige Holzschutzmittel
DGUV Regel 112-189 Benutzung von Schutzkleidung
DGUV Regel 112-195 Benutzung von Schutzhandschuhen
DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten
DGUV Information 209-043 Holzschutzmittel – Handhabung und sicheres Arbeiten
DGUV Information 212-007 Chemikalienschutzhandschuhe
DIN 68800-4
DIN 68800-3

07/2015

 

 

Webcode: M1307-50


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