BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Abbruch durch Sprengen

Icon: Baustein




Gefährdungen

  • Durch Streuflug, Versager, unplanmäßiges Ein- oder Umstürzen von Bauwerken oder Bauwerksteilen sowie durch unzeitige Zündung von Sprengmitteln können Personen verletzt werden.




Allgemeines

  • Abbruchsprengungen nur von hierfür speziell ausgebildeten Sprengberechtigten ausführen lassen. Diese müssen aufgrund eines Erlaubnis- oder Befähigungsscheines nach Sprengstoffgesetz hierzu berechtigt sein.
  • Anzeigen der Sprengarbeiten bei der zuständigen Behörde.
  • Bei Sprengarbeiten ist der Sprengberechtigte allein verantwortlich und weisungsberechtigt.
  • Umgang mit Sprengstoffen und Zündmitteln ist nur dem Sprengberechtigten und seinen von ihm beaufsichtigten Sprenghelfern gestattet.
  • Beim Einsatz mehrerer Sprengberechtigter bei einer Sprengung, einen Sprengberechtigten zum verantwortlichen Leiter bestellen.

Schutzmaßnahmen

  • Hilfskonstruktionen, erforderliche Gerüste und Aufstiege z. B. für Bohrarbeiten, für Einbringen der Ladungen und Anbringen von Abdeckungen vorsehen.
  • Bei Vorschwächungsmaßnahmen ist die Standsicherheit des Bauwerks bzw.von Bauteilen zu gewährleisten.
  • Bei Gefährdung durch herabfallende Teile, erschütterungsarm Bohren.
  • Mindestabstände zu elektrischen Anlage z. B. Bahnen, Freileitungen, Hochfrequenzanlagen ermitteln und einhalten.
  • Beim Laden, beim Herstellen der Zündanlage und Besetzen sind Unbeteiligte fernzuhalten sowie die entsprechenden Bereiche abzusperren.
  • Hautkontakt mit Sprengstoffen vermeiden! Schutzhandschuhe gemäß Gefährdungsbeurteilung und nach Vorgaben der Sprengstoffhersteller tragen Bilderläuterungen .
  • Beim Umgang mit Sprengmitteln im Abstand von weniger als 25 m Entfernung nicht rauchen, kein offenes Licht oder Feuer verwenden sowie keine Schweiß-, Schneid- oder andere Funken reißende Arbeiten ausführen.
  • Sprengmittel vor, während und nach dem Laden sicher aufbewahren.
  • Sprengstellen, von denen Gefahren durch Streuflug ausgehen können, müssen mit geeigneten Materialien abgedeckt werden, z. B. Vliese, Maschendraht, Strohballen, Gummimatten Bilderläuterungen .
  • Sprengbereich festlegen und absichern.
  • Alle Beteiligten sind über die Bedeutung der Sprengsignale zu unterrichten:
    1. Sprengsignal = ein langer Ton
      • sofort Sprengbereich ver lassen/in Deckung gehen.
    2. Sprengsignal=zwei kurze Töne
      • es wird gezündet.
    3. Sprengsignal = drei kurze Töne
      • das Sprengen ist beendet oder die Sprengarbeit ist unterbrochen und die Deckung darf verlassen werden.
  • Sprengsignale gegebenenfalls z. B. bei starken Umgebungsgeräuschen mit einem Drucklufthorn geben.
  • Sprengstellen erst wieder betreten, nachdem die Sprengschwaden abgezogen sind.
  • Die Sprengstelle erst nach Freigabe durch den Sprengberechtigten betreten.

Zusätzliche Hinweise zur Planung und Vorbereitung von Bauwerkssprengungen

  • Maßnahmen zur Verhinderung von Streuflug und zur Reduzierung von Staub und Erschütterungen festlegen.
  • Ermitteln einer evtl. Schadstoffbelastung des Bauwerks. Umfang der Schadstoffsanierung und Entkernung festlegen und notwendige Sanierungsmaßnahmen durchführen.
  • Beweissicherungsmaßnahmen an gefährdeten benachbarten Bauwerken treffen.
  • Erstellung eines Sprengplanes mit allen für die Sprengung benötigten Daten, z. B. Lade mengenberechnungen, Zündplan und Bohrplan.
  • Festlegungen zur notwendigen Vorschwächung des Bauwerks treffen.
  • Beachtung eventueller konstruktiver Besonderheiten
  • Gegebenenfalls Statiker für Bauwerkssprengungen hinzu ziehen.
  • Fallrichtung des zu sprengenden Objektes und das dazu erforderlichen Fallbett festlegen, hierbei Ausbreitung nach dem Aufprall berücksichtigen Bilderläuterungen .

Zusätzliche Hinweise zum Verhalten bei Versagern

  • Nicht gezündete Sprengmittel/ Versager dürfen nur durch den Sprengberechtigten beseitigt werden.
  • Gegebenenfalls ist ein Sachverständiger hinzuzuziehen.
  • Beschäftigte auf der Baustelle insbesondere über Maßnahmen beim Auffinden von Versagern unterweisen.
  • Werden Versager im Haufwerk vermutet, dieses nur unter Einhaltung besonderer Sicherheitsmaßnahmen weggeladen z. B. Einsatz eines Ladegerätes mit splittergeschützter Fahrerkabine, vorsichtiges Wegladen, verstärktes Beobachten.
  • Gefundene Sprengstoffe, Zündmittel und Anzündmittel dem Sprengberechtigten unverzüglich anzeigen. Die Fundstelle beaufsichtigen und vom Sprengberechtigten auf weitere Versager hin untersuchen.

Prüfungen

  • Leistungsfähigkeit von Zündmaschinen durch den Sprengberechtigte regelmäßig prüfen. Die Festlegung der Prüffrist ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und sollte mindestens einmal monatlich bzw.bei längerer Nichtbenutzung vor der Wiederinbetriebnahme liegen.
  • Zündmaschinen, Zündgeräte und Zündkreisprüfer sind durch den Hersteller oder eine andere „zur Prüfung befähigte Person“ zu prüfen. Die Prüffrist ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und sollte zwei Jahre nicht überschreiten.
  • Ergebnisse dokumentieren.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt

Weitere Informationen:

Sprengstoffgesetz
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
Verordnungen zum Sprengstoffgesetz
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Regel 113-016 Sprengarbeiten


07/2015


 

 

 

Webcode: M1221-50


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