BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Abbruch mit Großgeräten

Icon: Baustein

 


Gefährdungen

  • Durch unkontrollierten Einsturz von Bauteilen, herabfallen von Bauteilen, Streuflug und/oder Umsturz von Geräten können Personen verletzt werden.
  • Die Lärmbelastung kann zu Gehörschäden führen.

Allgemeines

  • Festlegung der Abbruchreihenfolge unter Beachtung der Baukonstruktion, ggf. Abstimmung mit dem Abbruchstatiker.
  • Bedienungs- und Betriebsanleitung der Hersteller für das Abbruchgerät beachten.
  • Nur qualifizierte, erfahrene und unterwiesene Geräteführer einsetzen.
  • Einweisung und Unterweisung der Geräteführer anhand der Abbruchanweisung.
  • Vom Maschinenführer die Befähigung zum Führen und Warten der Maschinen nachweisen lassen (ein in der Bauwirtschaft anerkannter freiwilliger Befähigungsnachweis ist die ZUMBau Qualifikation).

Vorbereitung der maschinellen Abbrucharbeiten





Schutzmaßnahmen

  • Entkernen der Gebäude vor den Abbrucharbeiten.
  • Der Aufenthalt von Personen im Gefahrbereich der Abbruchgeräte sowie in den abzubrechenden Gebäudeteilen während der Abbrucharbeiten ist verboten. Als Gefahrbereich gilt der jeweilige Sicherheitsabstand zuzüglich 4,00 m nach allen Seiten um das Abbruchgerät.
  • Sicherheitsabstände zwischen Geräten und abzubrechenden Bauteilen einhalten Bilderläuterungen .
  • Nur Abbruchgeräte mit aus reichender Reichhöhe einsetzen. Beim Abgreifen muss die Reichhöhe mindestens 0,50 m höher als die höchsten abzubrechenden Bauteile sein.
  • Schutz des Geräteführersvor herabfallenden Gegenständen durch Schutzgitter (FOPS, FGPS) Bilderläuterungen .
  • Bei unerwarteten Gefahrensituationen sofort die Arbeiten einstellen und den Vorgesetzten informieren.

Zusätzliche Hinweise zur Durchführung der Abbrucharbeiten

  • Abbrucharbeiten nach Abbruchanweisung durchführen.
  • Sichere Standfläche für das Abbruchgerät gewährleisten (Keine Hohlräume! Ebener Untergrund! Kellerwände/Fundamente beachten!) Bilderläuterungen .
  • Statischen Nachweis für zu befahrende Keller erstellen oder Kellerräume vorher auffüllen.
  • Geräteüberlastung durch Schutt, Bauteile oder durch Verfangen der Arbeitswerkzeuge vermeiden.
  • Ausreichenden Sicherheitsabstand zu stromführenden Leitungen/Hochspannungsleitungen gewährleisten.
  • Labile Bauteile vorab entfernen.
  • Bauteile nicht durch Unterhöhlen oder Einschlitzen zum Einsturz bringen.
  • Schuttmassen kontinuierlich abräumen, damit Wände, Stützen und Decken nicht überlastet werden.
  • Staubbekämpfung durch Sprühdüse am Ausleger des Abbruchbaggers oder Staubbindeanlagen Bilderläuterungen .
  • Staubbekämpfung mittels C-Wasserschlauch, Standort des Bedieners außerhalb des Gefahrenbereichs.

Zusätzliche Hinweise für Rampen und Aufschüttungen

  • Aufschüttungen für Abbruchgeräte maximal 10 m hoch und hohlraumfrei herstellen. Schüttgut ausreichend verdichten. Bei Aufschüttungen höher 10 m Bodengutachter/Statiker einschalten.
  • Neigung der Auffahrtrampe maximal 10°.
  • Plattformgrundfläche mindestens 4 m breiter und 8 m länger als das Baggerlaufwerk herstellen.

Prüfungen

  • Art, Umfang und Fristen er forderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z. B.:
    • vor Beginn jeder Arbeitsschicht auf augenfällige Mängel durch den Geräteführer,
    • nach Bedarf regelmäßig durch eine „zur Prüfung befähigten Person“.
  • Ergebnisse dokumentieren.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.


Weitere Informationen:

Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
DIN 18007
ATV Abbruch- und Rückbauarbeiten (DIN 18459)



07/2015


 

 

 

Webcode: M1261-50


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