BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Abbrucharbeiten
Grundanforderungen/Maßnahmen

Icon: Baustein

Gefährdungen

  • Werden Abbrucharbeiten nicht ordnungsgemäß durchgeführt, kann es zu unkontrolliertem Versagen von Bauteilen kommen.
  • Weiterhin können Personen durch nicht ausreichend tragfähige und standsichere Arbeitsplätze und Verkehrswege gefährdet werden.
  • Die Lärmbelastung kann zu Gehörschäden führen.

Allgemeines

  • Abbrucharbeiten dürfen nur von erfahrenen und fachlich geeigneten Personen ausgeführt werden.
  • Unternehmen müssen über die erforderlichen Geräte und Einrichtungen verfügen.
  • Vor Beginn der Abbrucharbeiten ist durch den Unternehmer eine baustellenbezogene Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.
  • Abbrucharbeiten dürfen erst begonnen werden, wenn eine Abbruchanweisung durch den Unternehmer erstellt wurde.
  • Schriftliche Abbruchanweisungen sind z. B. erforderlich bei Abbruch mit Großgeräten, Demontieren, Sprengen, Umgang mit Gefahrstoffen und Gebäudeschadstoffen.
  • Einweisung der Arbeiten an Hand der Abbruchanweisung durchführen
  • Aufsichtsführender muss die Abbrucharbeiten leiten und beaufsichtigen
  • Kampfmittelfreiheit sicherstellen

Schutzmaßnahmen

  • Vor Beginn der Abbrucharbeiten ist der bauliche Zustand des abzubrechenden Bauwerkes und angrenzender Bauteile in statischer und konstruktiver Hinsicht zu untersuchen, ggf. ist ein Abbruchstatiker einzubeziehen.
  • Art, Zustand und Lage vorhandener Ver- und Entsorgungsleitungen feststellen.
  • Abbruchverfahren nach örtlichen Gegebenheiten auswählen. Je nach Möglichkeiten kommen zur Anwendung: Stemmen, Pressschneiden, Demontieren, Abgreifen, Einschlagen, Reißen, Eindrücken, Einziehen, Diamantbohren und -sägen, Sprengen und Sonderverfahren Nummer 1.
  • Gebäudeschadstoffe und biologische Arbeitsstoffe ermitteln, Arbeitsanweisungen aufstellen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen.

Zusätzliche Hinweise zur Abbruchanweisung

  • Diese muss u. a. Angaben enthalten über (siehe Tabelle 1):
    • konstruktive Besonderheiten,
    • Art, Umfang und Reihenfolge der Arbeiten,
    • Abbruchverfahren,
    • Art und Anzahl der einzusetzenden Geräte und Maschinen,
    • Hilfskonstruktionen, erforderliche Gerüste und Aufstiege,
    • Absturzsicherungen,
    • Abbruchtiefen und mögliche Auswirkungen auf angrenzende Gebäude,
    • Sicherungsmaßnahmen, z. B. Absperren von Gefahrbereichen,
    • Schutzmaßnahmen gegen auftretende Gefahrstoffe.
1 Gliederung einer Abbruchanweisung
1 Abbruchbaustelle (Ort/Straße): Beginn:
2 Bau/Abbruchgenehmigung: Ende:
3 Auftraggeber:
4 Aufsichtführender (Polier):
5 Fachbauleiter:
6 Bauleiter, LBO:
7 Koordinator des Auftraggebers:
8 Zuständige BG: Mitglieds-Nr.:
9 Einsatz von Subunternehmern: ja  nein 
10 Wenn ja, für welchen Teilbereich:
11 Kurzbeschreibung der baulichen Anlage:
12 Konstruktive Besonderheiten:
13 Art und Lage verbleibender Ver- und Entsorgungsleitungen:
14 Sicherung des öffentlichen Verkehrs durch:
15 Reihenfolge und Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte
16 Vorgesehene Arbeitsabschnitte:
17 Gewählte Abbruchverfahren (ggf. mehrere):
18 Geplanter Maschinen- und Geräteeinsatz:
19 Tragfähigkeit befahrbarer Decken, kN/qm:
20 Notwendigkeit einer Abbruchstatik: ja  nein 
21 Verantwortlicher Tragwerksplaner/Unternehmer:
22 Falls Abbruchstatik erforderlich, Ersteller:
23 Schutz benachbarter Grundstücke durch:
24 Besondere Sicherheitsleistung benachbarter Grundstücke/Anlagen:
25 Abstützmaßnahmen am Gebäude:
26 Erforderliche Gerüste/Schutzdächer:
27 Zugänge zu den Arbeitsplätzen über:
28 Erforderliche Absturzsicherungen:
29 Personenaufnahmemittel mit Kran/Bagger und Anzeige bei der BG erforderlich: ja  nein 
30 Besondere Gefahrstoffe im Baustellenbereich:
31 Erforderliche persönliche Schutzausrüstungen:
32 Sicherung des Grundstücks nach Beendigung der Arbeiten:
33 Geplante Materialtrennung:
34 Art der Bereitstellung zur Entsorgung:
35 Transport und Entsorgung von gefährlichen Abfällen:
36 Transport und Entsorgung von nicht gefährlichen Abfällen:

Zusätzliche Hinweise zur Durchführung der Arbeiten

  • Abbruchobjekt muss durch Aufsichtführenden ständig beobachtet werden. Er darf nicht gleichzeitig andere Tätigkeiten ausführen, z. B. als Baggerführer
  • Bei plötzlich auftretenden Gefahren sofort Arbeiten einstellen.
  • Bauteile niemals durch Unterhöhlen oder Einschlitzen zum Einsturz bringen
  • Einsatz und Zusammenwirken von Maschinen und Geräten regeln.
  • Gegenseitige Gefährdungen vermeiden. Kein Aufenthalt von Personen in dem unmittelbaren Gefahrenbereich der abzubrechenden Bauteile.
  • Verkehrswege und Fluchtwege von Abbruchmaterialien freihalten. Gefahrbereiche absperren oder durch Warnposten sichern.
  • Beim Befahren oder Arbeiten auf Decken mit Großgeräten, z. B. Baggern, Raupen zuvor Tragfähigkeit vorhandener Decken und Wände überprüfen.
  • Hohlräume, wie z. B. alte Keller, nach Möglichkeit verfüllen
  • Decken und tragende Bauteile nicht durch Schuttmassen überlasten.
  • Abbruchmaterial nach abfall- und umweltrechtlichen Bestimmungen trennen, verwerten bzw. entsorgen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Bauordnungen der Länder
DGUV-Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV-Regel 101-004 Kontaminierte Bereiche
TRGS 524 Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen
DGUV-Information 201-028 Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung
DGUV-Information 201-031 Gesundheitsgefährdungen durch Taubenkot

07/2015

 

 

Webcode: M1222-50


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