BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Leitergerüste an Fassaden

Icon: Baustein B 84

Abbildung: Leitergerüst an einer Fassade

Fassadengerüste dürfen nur nach den in DIN 4420 Teil 2 festgelegten Bestimmungen errichtet werden. Abweichungen von den Festlegungen (Gerüsthöhe, Gerüstfeldweiten, Mindestbelagbreiten und -dicken, zulässige Belastung) sind nicht zulässig. Die gleichmäßig verteilte Last ist auf maximal 2,0 kN/m2 begrenzt (Lastklasse 3).

●  Je nach Art der auszuführenden Arbeit Leiterabstand, Leiterart und -breite festlegen. Belagbreite: max. 0,90 m, min. 0,50 m.

●  Gerüste nur von erfahrenen und fachlich geeigneten Personen erstellen lassen.

●  Nur in der DIN 4420 Teil 2 beschriebene Gerüstleitern und Gerüstbauteile verwenden. Beschädigte Teile aussortieren.

●  Bei Gerüstbauarbeiten in der Nähe elektrischer Freileitungen besondere Schutzmaßnahmen vorsehen.

●  Für die betriebssichere Herstellung und den Abbau ist der Gerüstbau-Unternehmer, für die Erhaltung und sichere Verwendung der Benutzer verantwortlich.

Gerüstkonstruktion

●  Gerüstleitern auf Leiterunterlagen so aufstellen, dass beide Holme die Belastung gleichmäßig übertragen.

●  Verstrebungen kreuzweise in den Endfeldern und in jedem zweiten Gerüstfeld bis zur obersten Gerüstlage durchgehend anbringen. Die Verstrebungen beginnen in den Endfeldern an den Fußpunkten, in den übrigen Feldern höchstens 5,25 m über der Standfläche Bilderläuterungen .

●  Bei Leiterverlängerungen mindestens 2,00 m Überdeckung einhalten und eine feste Verbindung mit Leiterklammern oder Stahlquerlaschen herstellen.

●  Jeden Leiterzug mit dem Bauwerk zug- und druckfest verankern Bilderläuterungen . Der senkrechte Abstand der Verankerungspunkte darf nicht mehr als 4 m betragen.

●  Verankerungen müssen folgende Kräfte aufnehmen:

  • parallel zum Bauwerk 1,0 kN/Anker
  • rechtwinklig zum geschlossenen Bauwerk 1,5 kN/Anker
  • rechtwinklig zum offenen Bauwerk (> 1/3 der Ansichtsfläche sind Öffnungen) 3,0 kN/Anker

●  Für Aufstiege Innenleitern Bilderläuterungen , für die Durchstiege spezielle Belagtafeln mit Klappe verwenden.

●  Die Gerüstfeldweite ergibt sich aus den gewählten bzw. zur Verfügung stehenden Gerüstbohlen (Tabelle 1 ).

Tabelle 1
Gerüstfeldweiten für Fassadengerüste in Abhängigkeit von Mindestdicke und -breite der Gerüstbohlen des Belages

 
Breite x Dicke der Gerüstbohlen in cm mind. Zulässige Gerüstfeldweite m max.
24 x 5 2,75
28 x 4,5
24 x 4,5
20 x 5
2,50
28 x 4
20 x 4,5
2,25
24 x 4 2,00
20 x 4 1,75*

* Bei 6,00 m langen, über zwei Felder durchlaufenden Gerüstbohlen mit Breite x Dicke = 20 cm x 4 cm darf die Gerüstfeldweite auf 2,00 m erhöht werden.

Abbildung: Verstrebungen, kreuzweise angebracht

Abbildung: Gerüstbelag um Bauwerksecken herumführen

Abbildung: Leiterzug mit dem Bauwerk zug- und druckfest verankert

Belag

●  Jede benutzte Gerüstlage voll auslegen.

●  Bei Materiallagerung mindestens 20 cm freien Durchgang einhalten.

●  Gerüstbelag darf nicht wippen oder ausweichen. Genügend große Überdeckung im Bereich der Leitern einhalten (≥ 20 cm).

●  Überlastung durch Materialanhäufung vermeiden.

●  Nicht auf Gerüstbeläge abspringen.

●  Gerüstbelag um Bauwerksecken herumführen Bilderläuterungen .

Seitenschutz

●  Benutzte Gerüstbeläge mit dreiteiligem Seitenschutz, bestehend aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett, versehen Bilderläuterungen .

●  Geländer und Zwischenholm sind gegen unbeabsichtigtes Lösen, das Bordbrett ist gegen Kippen zu sichern.

●  Werden anstelle des Zwischenholmes ausreichend tragfähige Netze oder Geflechte verwendet, müssen diese eine Maschenweite von höchstens 10 cm aufweisen.

Zusätzliche Hinweise für Fanggerüste

●  Bei Verwendung als Fanggerüst sind die Leiterabstände zu verringern bzw. die Beläge zu verstärken und auf Stahlspillen bzw. Stahlkonsolen aufzulegen (Tabelle 2).

●  Jede Gerüstleiter muss im Bereich der obersten Gerüstlage verankert sein.

Tabelle 2
Gerüstfeldweiten für Fanggerüste in Abhängigkeit von Mindestdicke und -breite der Gerüstbohlen

Tabelle: Gerüstfeldweiten in Abhängigkeit von Mindestdicke und -breite der Gerüstbohlen

Prüfung

●  Prüfung des Gerüstes durch eine "befähigte Person" des Gerüsterstellers nach Fertigstellung und vor Übergabe an den Benutzer, um den ordnungsgemäßen Zustand festzustellen.

●  Prüfung des Gerüstes durch eine "befähigte Person" des jeweiligen Benutzers vor Arbeitsaufnahme, um die sichere Funktion festzustellen.


Weitere Informationen:

BGV C22 "Bauarbeiten"
DIN 4420-2 Ausgabe 12/90
Betriebssicherheitsverordnung



07/2010


 

 

 

Webcode: M627-50


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