BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Flammgeräte

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Gefährdungen

  • Beim Umgang mit Flammgeräten besteht Brand- und Explosionsgefahr.

Flammgerät

Schutzmaßnahmen

Brenngasversorgung mit Acetylen

  • Wegen des hohen Gasbedarfs ist die Verwendung von Einzelflaschenanlagen nur in Ausnahmefällen möglich, z. B. zum Anlegen einer Probefläche.
  • Kleine Batterieanlagen dürfen aus max. 6 Einzelflaschen bestehen.
  • Einzelflaschen sind mit genormten Flaschenkupplungen zu verbinden.
  • An kleinen Batterieanlagen nur einen Flammstrahl-Handbrenner anschließen.
  • Gasentnahme nur über zugelassenen Druckminderer und bauartgeprüfte trockene Gebrauchsstellenvorlagen.
  • Gebrauchsstellenvorlagen direkt hinter dem Druckminderer anbringen.
  • In großen Batterieanlagen mit mehr als 6 Einzelflaschen max. 3 Einzelflaschen mit Flaschenkupplungen über Hochdruckventile an eine Hochdrucksammelleitung anschließen.
  • Gasentnahme aus großen Batterieanlagen nur über Zentralanschluss am Ende der Hochdrucksammelleitung mit bauartzugelassener
    • handbetriebener Schnellschlusseinrichtung,
    • Hauptdruckminderer,
    • trockener Gebrauchsstellenvorlage.
  • Gasentnahme aus Flaschenbündeln nur über Zentralanschluss mit bauartzugelassener
    • selbsttätiger Schnellschluss - einrichtung,
    • Hauptdruckminderer,
    • trockener Gebrauchsstellenvorlage.

Darauf achten, dass alle Ventile geöffnet sind.

  • Bei Anschluss mehrerer Flammstrahlbrenner jeden Brenner unmittelbar hinter dem Druckminderer mit Gebrauchsstellenvorlage absichern.
  • Größe der Gebrauchsstellenvorlage auf erforderliche Gasmenge abstimmen.
  • Größe der Flaschenbatterieoder Bündelanlage in Abhängigkeit von der Anzahl, Art und Größe der Brenner auswählen (Tab. 2 ). (max. Acetylenentnahme = 500 l/h und Druckgasflasche)

Versorgung mit Sauerstoff

Die Versorgung kann aus Einzelflaschen, Flaschenbatterieanlagen oder Flaschenbündeln erfolgen.

  • Entnahme aus
    • Einzelflaschen nur über geprüfte Druckminderer,
    • Batterieanlagen und Flaschenbündeln nur über Hauptventil und Batteriedruckminderer.

Betrieb

  • Acetylen-Flaschen müssen bei der Gasentnahme stehen oder mit ihrem Flaschenventil mindestens 40 cm höher als der Flaschenfuß gelagert werden. Ausnahme: mit einem roten Ring am Flaschenkopf gekennzeichnete Flaschen.
  • Acetylen-Flaschen müssen bei der Gasentnahme stehen oder mit ihrem Flaschenventil mindestens 40 cm höher als der Flaschenfuß gelagert werden. Ausnahme: mit einem roten Ring am Flaschenkopf gekennzeichnete Flaschen.
  • Sauerstoffarmaturen öl- und fettfrei halten.
  • Sauerstoffflaschenventile nicht ruckartig öffnen.
  • Mindestens 5,00 m lange Schläuche benutzen.
  • Neue Gasschläuche vor erstmaliger Benutzung ausblasen.
  • Als Schlauchverbindungen nur Schlauchtüllen mit Schlauchschellen oder Patentkupplungen verwenden.
  • Gasschläuche vor mechanischen Beschädigungen und gegen Anbrennen schützen und nicht über Armaturen an Flaschen aufwickeln.
  • Bei Flammrückschlägen Brenner erst nach Behebung der Störung erneut zünden.
  • Persönliche Schutzausrüstung verwenden:
    • Schutzbrille mit Seitenschutz und Schweißerschutzfilter Stufe 2 – 8,
    • schwer entflammbarer Schutzanzug,
    • Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Lederhandschuhe,
    • Gesichts- und Nackenschutz, besonders bei Arbeiten über Kopf,
    • Gehörschutz.
  • Für ausreichende Belüftung sorgen, z. B. Ventilatoren, Gebläse, Absaugung im Entstehungsbereich.
  • Beim Flammstrahlen beschichteter Teile ist die Entstehung gesundheitsgefährdender Gase und Dämpfe zu überprüfen.
  • Beim Entfernen von Rostschutzanstrichen Atemschutz mit Partikelfilter P3 benutzen.
1 Prüffristen nach Betriebssicherheitsverordnung
Flüssiggasanlage Wiederkehrende Prüfung durch wen?
Aufstellung, Dichtheit täglich Fachkundiger (Benutzer)
§ 2 (5) BetrSichVO
gesamte Anlage mind. alle 2 Jahre befähigte Person
§ 2 (6) BetrSichVO

2 Richtwerte für einen Flammstrahlgang
Brennerart Brennerbreite mm Acetylen l/h Sauerstoff l/h
Handbrenner 50
100
150
200
250
300
1000
2000
3000
4000
5000
6000
1250
2500
3750
5000
6250
7500
Maschinenbrenner 500
750
5000
7000
6250
10000

Schutzzone

Zusätzliche Hinweise für den Brandschutz

  • Alle brennbaren Teile aus der gefährdeten Umgebung entfernen oder durch nicht brennbare Abdeckungen schützen. Als gefährdete Umgebung gilt ein Bereich von mindestens 10 m vor und 2 m beiderseits der Flamme.
  • Bei brandgefährdeter Umgebung Löschmittel bereitstellen.
  • Arbeitsstelle auf Brandnester überwachen (Brandwache), ggf. auch nach Arbeitsschluss.

Prüfungen

  • Erforderliche Prüfungen gemäß dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und den Prüffristen nach Betriebssicherheitsverordnung in Tabelle 1 veranlassen.
  • Auch Prüfhinweise in Betriebsanleitung der Hersteller beachten.
  • Ergebnisse der regelmäßigen Prüfungen dokumentieren.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.

 

Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln

07/2015

 

Webcode: M1355-50


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