BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Turmdrehkrane
Aufstellung

Icon: Baustein

 

Turmdrehkrane - Aufstellung

Gefährdungen

  • Unzureichende Tragfähigkeit des Untergrundes, mangelhafte Abstützung oder Nichtbeachtung von Sicherheitsabständen an Baugrubenböschungen können zu Kranumstürzen führen.

Sicherheitsabstand bei Baugrubenböschungen und Grabenkanten

Schutzmaßnahmen

  • Sicherheitsabstand von mindestens 0,50 m zwischen sich bewegenden Teilen des Kranes und festen Teilen der Umgebung, z. B. Bauwerk, Gerüst, Materialstapel usw., einhalten Nummer 1.
  • Kann der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden, gefährdeten Bereich durch stabile Schutzgeländer oder Schutzzäune absperren.
  • Frequenzgesteuerte Krane mit geeigneten Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nach Herstellerangaben an das Stromnetz anschließen.
  • Kran entsprechend den Herstellerangaben erden.
  • Sicherheitsabstand zu elektrischen Freileitungen einhalten.
  • Kann der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden, Rücksprache mit Energieversorgungsunternehmen. Sicherheitsmaßnahmen durchführen, z. B. Verkabelung, Abschrankung, Drehwerksbegrenzung, Arbeitsbereichsbegrenzungssysteme.
  • Bei Aufstellung neben verbauten Baugruben: Nachweis der ausreichenden Tragfähigkeit des Untergrundes und der Aufnahme des zusätzlichen Erddruckes durch die Baugrubenkonstruktion.
  • Bei Aufstellung neben einer Trägerbohlwand: Bei einer Flachgründung der Kranfundamente Kran erst nach Fertigstellung des Verbaus insbesondere der Ausfachung aufstellen.

Kran auf Gleisanlage

  • Gleisanlage auf tragfähigem Unterbau (Kies- oder Schotterbett, Betonfundament o.Ä.) waagerecht verlegen, Unterbau gut verdichten.
  • Nur statisch nachgewiesene bzw. zugelassene Betonschwellen oder Holzschwellen verwenden.
  • Schwellenabstände nach Angaben des Herstellers.
  • Bei Verwendung von Teilschwellen für Spurhaltung sorgen.
  • Nur vom Hersteller vorgeschriebene Schienenprofile verwenden; Schienenstöße und Schienenbefestigung Nummer 2 nach Betriebsanleitung ausführen.
  • Gleisenden durch Prellböcke sichern Nummer 3. Sie müssen vor der letzten Schwelle und parallel angebracht sein.
  • Anschläge für den Fahrnotendschalter so einbauen, dass der Kran 1,00 m vor dem Gleisende zum Stehen kommt.
  • Sicherheitsabstand im Bereich von Baugrubenböschungen und Grabenkanten einhalten Nummer 4. Mind. Schutzstreifen von 0,60 m freihalten.

Zusätzliche Hinweise für Kran mit Einzelabstützung

  • Bei nichtfahrbar aufgestellten Turmdrehkranen die Stützfüße der Spreizholme auf tragfähigen Unterbau aufstellen und statisch einwandfrei unterbauen Nummer 3. Maß gebend für die Größe der Abstützfläche sind Stützendruck und zulässige Bodenpressung. Die Stützendrücke können der Betriebsanleitung oder dem Kranprüfbuch entnommen werden.
  • Sicherheitsabstand im Bereich von Baugrubenböschungen und Grabenkanten einhalten Nummer 4.

Sicherheitsabstand

Bodenart zul. Bodenpressung (N/cm² bzw. kp/cm²)
A) Angeschütteter, nicht künstlich verdichteter Boden 0–10 (0–1)
B) Gewachsener, offensichtlich unberührter Boden:  
  1 Schlamm, Moor, Mutterboden 0
  2 Nichtbindige, ausreichend fest gelagerte Böden:  
  Fein- bis Mittelsand 15 (1,5)
  Grobsand bis Kies 20 (2,0)
  3 Bindige Böden:  
  breiig 0
  weich 4 (0,4)
  steif 10 (1,0)
  halbfest 20 (2,0)
  fest 30 (3,0)
  4 Fels, unverwittert mit geringer Klüftung und in günstiger Lagerung 150-300 (15-30)

Prüfungen

  • Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen ermitteln (Gefährdungsbeurteilung) und diese veranlassen, z. B.:
    • täglich vor Arbeitsbeginn Funktionsprüfung sämtlicher Notendschalter durch den Kranführer,
    • nach jedem erneuten Aufstellen, Umrüsten und nach Bedarf durch eine „zur Prüfung befähigte Person“ (z. B. Sachkundiger),
    • nach wesentlichen Änderungen und sonst regelmäßig nach folgenden Betriebsjahren durch Sachverständigen: 4, 8, 12, 14, 16, 17, 18, … weiter jährlich.
  • Auch Prüfhinweise in Betriebsanleitungen der Hersteller beachten.
  • Ergebnisse der regelmäßigen Prüfungen dokumentieren.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 52 „Krane“
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DIN 4124

07/2015

 

 

Webcode: M762-50


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