BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Diamantseilsägen

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Gefährdungen

  • Bei Diamantseilsägearbeiten können durch Seilriss, herumfliegende Diamantschneidesegmente, umstürzende oder herabfallende Abbruchteile, Nichtbenutzung der maschinengebundenen Schutzvorrichtungen Personen verletzt werden.
  • Die Lärmbelastung kann zu Gehörschäden führen.

Allgemeines

  • Die geeignete Diamantseilmaschine auswählen.
  • Diamantsägeschnitte entsprechend der Abbruchanweisung festlegen.
  • Statisches System und Lage der Bewehrung beachten.
  • Vor Beginn der Arbeiten Arbeitsbereich auf Vorhandensein und Verlauf von Leitungen überprüfen.

Schutzmaßnahmen

  • Bedienungs- und Betriebsanleitung der Maschinenhersteller beachten.
  • Seilsägebedienung nur durch Beschäftigte mit einschlägigen Kenntnissen und entsprechender Einweisung und Unterweisung.
  • Seilschutz an der Maschine immer entsprechend Herstellerangaben verwenden.
  • Bei Arbeiten über Bodenhöhe geräumige und tragfähige Standund Aufstellflächen schaffen, ggf. Absturzsicherungen anbringen.
  • Seilsägen und Hilfsmittel wie Führungsschienen, Umlenkrollen sicher befestigen. Ggf. Hilfsmittel, wie Hebezeuge oder Hebebühnen benutzen.
  • Bei Arbeiten in umschlossenen Räumen ausschließlich Maschinen mit Elektro- oder Hydraulikantrieb verwenden. Vergiftungsgefahr durch Abgase!
  • Beim Einfädeln des Seils in die Eckbohrungen darauf achten, dass das „Männchen“ der Schraubverbindung in Laufrichtung vor dem Diamantröllchen liegt.
  • Drehzahl der Antriebsmaschine entsprechend Herstellerangaben einstellen und einhalten.
  • Nur mit Diamantseilschutz an der Maschine arbeiten Bilderläuterungen.
  • Funktion der Wasserfangeinrichtung regelmäßig überprüfen und das Wasser regelmäßig austauschen.
  • Wasserlanzen-Umrichtungsarbeiten nur bei gesichertem Stillstand des Sägesystems durchführen.
  • Gefahren- und Umgebungsbereich Bilderläuterungen komplett absperren. Sicher stellen, dass sich in diesem Bereich keine Personen aufhalten. Ggf. freie Seillängen abdecken.

Zusätzliche Hinweise für Elektrische Arbeitsmittel

  • Elektrisch betriebene Maschinen und Geräte nur über einen besonderen Anschlusspunkt mit Schutzmaßnahmen anschließen, z. B. Baustromverteiler mit RCD (FI-Schutzeinrichtung).
  • Bei frequenzgesteuerten Betriebsmitteln sind besondere Maßnahmen, z. B. allstromsensitive RCD (FI-Schutzeinrichtung) erforderlich.
  • Not-Aus-Schalter muss zugänglich und funktionsfähig sein. Bei Gefahr umgehende Betätigung des Not-Aus-Schalters Bilderläuterungen.

Zusätzliche Hinweise für Diamanttrennseile

  • Seile nicht auf bzw. um scharfe Kanten führen. Kanten vor dem Sägen auf mind. R = 10 cm abrunden.
  • Achtung: Peitscheneffekt bei Seilriss, feste Schutzeinrichtungen, z. B. Schutzwand oder Abdeckung aus Holz anordnen.
  • Die Steuerung muss aus sicherer Entfernung erfolgen. Sicherheitsabstände einhalten.
  • Vor Schneidbeginn das Seil ohne Vorschubbewegung der Antriebsrolle leerlaufen lassen. Erst bei laufendem Seil Vorschubbewegung einleiten.
  • Sägeverfahren in angemessenen Zeitabständen unterbrechen, um Sägespalt hinter dem schneidenden Seil kraftschlüssig aufzukeilen bzw. bei Mauertrockenlegung wieder zu verschließen.







Zusätzliche Hinweise zum Bewegen getrennter Bauteile

  • Gefahrenbereiche, in die abgetrennte Teile fallen können, fest absperren oder durch Warnposten sichern.
  • Abzutrennende Bauteile durch Unterstützung, Aufhängung oder Abspannung sichern.
  • Sicherer Ausbau der getrennten Bauteile, z. B. mittels Sicherungs- und Aufhänge- oder Kranvorrichtungen.
  • Sicherer Abtransport der getrennten Bauteile durch Hebezeuge bzw. Transportmittel.
  • Aufenthaltsverbot unter schwebenden Lasten und im Bereich ungesicherter Bauteile.

Prüfungen

  • Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z. B.:
    • vor Beginn jeder Arbeitsschicht auf augenfällige Mängel durch den Bediener,
    • vor der ersten Inbetriebnahme und nach Bedarf, mind. 1 x jährlich durch eine „zur Prüfung befähigten Person“ (z. B. Sachkundiger).
  • Ergebnisse dokumentieren.
  • Werkzeuge vor Arbeitsbeginn überprüfen. Fehlerhafte Diamantseile, z. B. mit abgefahrenen Diamantröllchen aussondern.
  • Verschlüsse regelmäßig auf Abnutzung kontrollieren.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.


Weitere Informationen:
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten

07/2015


 

 

 

Webcode: M413-50


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