BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Grabenverbaugeräte

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Grabenverbau

Gefährdungen

  • Bei nicht ordnungsgemäß verbauten Gräben können Personen verschüttet werden.

Allgemeines

  • Es werden unterschieden:
    • mittig gestützte Verbaugeräte,
    • randgestützte Verbaugeräte,
    • rahmengestützte Verbaugeräte,
    • Gleitschienen-Verbaugeräte,
    • Gleitschienen-Verbaugeräte mit Stützrahmen,
    • Dielenkammer-Verbaugeräte,
    • Schleppboxen.
  • Vor Beginn der Aushubarbeiten prüfen, ob erdverlegte Leitungen oder Anlagen vorhanden sind.
  • Die Arbeitsraum- und Mindestgrabenbreiten sind zu beachten.
  • Der Überstand über Geländeoberkante muss bei
    • Grabentiefen bis 2,0 m mind. 5 cm betragen Nummer 1,
    • Grabentiefen bis 2,0 m mind. 10 cm betragen Nummer 1,
  • Am oberen Rand ist beidseitig ein mindestens 0,60 m breiter Schutzstreifen freizuhalten Nummer 1.
  • Im Bereich kreuzender Leitungen ist der entstandene offene Spalt zu sichern, z. B. mit Holzbohlen.

Schutzmaßnahmen

  • Nur Verbaugeräte verwenden, die von einer Prüfstelle bewertet wurden.
  • Verwendungsanleitung des Herstellers beachten.
  • Belastung ermitteln, z. B. aus Erddruck, Baugeräten, Gebäuden, baulichen Anlagen.
  • Der Verbau muss die auftretenden Belastungen aufnehmen können.
  • Der Verbau muss bis zur Grabensohle reichen. Bei mindestens steifen bindigen Böden darf der Verbau in Bauzuständen, die in wenigen Tagen beendet sind, bis zu 0,50 m oberhalb der Grabensohle enden, wenn keine besonderen Einflüsse vorhanden sind und kein Erddruck aus Bauwerkslasten aufzunehmen ist.
  • Übereinander gestellte Verbaugeräte an allen konstruktiv vorgesehenen Stellen miteinander verbinden.
  • Hohlräume sofort kraftschlüssig verfüllen.
  • Mittig gestützte Verbaugeräte nur bis 4 m Grabentiefe, rand- und rahmengestützte Verbaugeräte nur bis zu 6 m Grabentiefe einsetzen. Weitere Einschränkungen können sich aus der Verwendungsanleitung ergeben.

Wieder verfüllter Bereich

Absenkverfahren

  • Verbaulängen so wählen, dass nachfolgende Arbeiten im ungesicherten Bereich bei einer maximalen Tiefe von 1,25 m durchgeführt werden. Die Stirnseite des Grabens ist durch Verbau zu sichern, z. B. durch eine Stahlplatte Nummer 2.
  • Verbaugeräte dürfen einzeln nur eingesetzt werden, wenn beide Stirnwände verbaut sind, z. B. bei Schachtverbau oder Leitungsreparatur.
  • Der Rückbau des Verbaues muss im Wechsel mit der Verfüllung erfolgen.
  • Bei nicht standfesten Böden oder Verkehrslasten im angrenzenden Bereich muss der Verbau im Absenkverfahren erfolgenNummer 5 . Die Ausschachtung darf dabei nur maximal 0,50 m tiefer sein als die Unterkante des Verbaugerätes.
  • Ausgehobene, ungesicherte Grabenabschnitte auf die Länge eines Verbaugrätes beschränken.
  • Verbaugeräte nur auf festem Untergrund abstellen und ggf. gegen Umstürzen sichern.
  • Mittig gestützte Verbaugeräte nicht einzeln und nicht im Absenkverfahren einsetzen.
  • Bagger, mit denen Verbaugeräte transportiert und in den Graben gehoben werden, müssen für den Hebezeugeinsatz ausgerüstet sein.

Zusätzliche Hinweise für Übergänge – Zugänge

  • Bei Gräben mit einer Breite von > 0,80 m sind Übergänge Nummer 3 erforderlich; die Übergänge müssen mindestens 0,50 m breit sein.
  • Bei einer Grabentiefe von > 2,00 m müssen die Übergänge beidseitig mit dreiteiligem Seitenschutz versehen sein.
  • Bei Grabentiefen von > 1,25 m sind als Zugänge Treppen oder Leitern Nummer 4 zu benutzen.

Zusätzliche Hinweise zur Verkehrssicherung

  • Verkehrssicherung vornehmen, wenn Gräben im Bereich des öffentlichen Straßenverkehrs hergestellt werden oder die Herstellung Auswirkungen auf den Straßenverkehr hat. Absprache mit den zuständigen Behörden.

Prüfungen

  • Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und ein halten, z. B. arbeitstäglich durch den Rohrleger/Maschinenführer, nach Bedarf, mind. 1 x jähr lich durch eine „zur Prüfung befähigte Person“ (z. B. Sachkundiger).
  • Ergebnisse der regelmäßigen Prüfungen dokumentieren.
Weitere Informationen:
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
RSA-Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen
DIN 4124
DIN EN 1610
DIN EN 13331 Teil 1

07/2015

 

 

Webcode: M1233-50


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