BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Lader
Muldenfahrzeuge
Planiergeräte

Icon: Baustein

Beladen eines LKW mit einem Lader

Gefährdungen

  • Bei Aufenthalt im Gefahrbereich können Personen überfahren und gequetscht werden.
  • Bei unzureichender Standsicherheit von Ladern, Muldenfahrzeugen und Planiergeräten besteht Umsturzgefahr.

Allgemeines

  • Der Unternehmer hat den Maschinenführer vor der erstmaligen Verwendung von Ladern, Muldenfahrzeugen und Planiergeräten:
    • schriftlich zu beauftragen,
    • ihn über Gefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen beim Einsatz dieser Maschinen zu unterweisen, die Unterweisung ist zu dokumentieren,
    • die für den Einsatz dieser Maschinen erforderlichen Vorschriften, Regeln und Informationen (Betriebsanweisung, Betriebsanleitung des Herstellers) zur Verfügung zu stellen und verständlich zu vermitteln.
  • Der Unternehmer hat sich vom Maschinenführer die Befähigung zum Führen und Warten dieser Maschinen nachweisen zu lassen (ein in der Bauwirtschaft anerkannter freiwilliger Befähigungsnachweis ist die ZUMBau Qualifikation).
  • Die Unterweisung ist in regelmäßigen Zeitabständen zu wiederholen.
  • Beim Arbeiten in der Nähe dieser Maschinen Warnkleidung tragen Nummer 1.
  • Der Maschinenführer muss:
    • mindestens 18 Jahre alt sein,
    • zuverlässig sowie geeignet sein,
    • die Betriebsanleitung kennen und diese am Fahrerplatz oder an der Verwendungsstelle leicht zugänglich aufbewahren,
    • diese Maschinen bestimmungsgemäß benutzen und
    • festgestellte Mängel dem Aufsichtführenden mitteilen.
  • Bei Betriebsende Bremsen einlegen bzw. Unterlegkeile verwenden und Arbeitseinrichtung (bei Ladern) absetzen.

Schutzmaßnahmen

  • Personen dürfen sich nicht im Fahrbereich (Gefahrbereich) aufhalten.
  • Nicht unter die angehobene Arbeitseinrichtung Nummer 2 (z. B. Schaufel, Mulde, Schild) oder die gehobene Last treten.
  • Der Maschinenführer darf mit diesen Maschinen keine Arbeiten ausführen, wenn sich Personen im Gefahrbereich aufhalten.
    Ausnahmen möglich, wenn:
    • aus betrieblichen Gründen unvermeidbar und
    • der Unternehmer auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen festgelegt hat (Betriebsanweisung). Diese müssen dem Stand der Technik entsprechen.
  • Sichtfeld überprüfen:
    • der Fahrer muss Mitarbeiter in der jeweiligen Arbeitsposition (z. B. in knieender oder gebückter Körperhaltung), welche im Abstand von einem Meter zur Baumaschine arbeiten, erkennen. Ist dies nicht der Fall, müssen für diese Maschinen besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Gefahrenbereich eines laders

Monitor in einem Fahrzeug

Kamera an einem Fahrzeug

  • Geeignete Maßnahmen können beispielsweise sein:
    • technisch: zusätzliche Einrichtungen zur Verbesserung der Sicht (z. B. Kamera-/Monitorsysteme) Nummer 3,
    • organisatorisch: Einsatz von Einweisern oder Sicherungsposten, Absperrung des Gefahrbereiches.
  • Der Maschinenführer hat bei Gefahr für Personen die Gefahr bringende Bewegung zu stoppen und Warnzeichen zu geben.
  • Für Personen im Umfeld der Erdbaumaschine gilt:
    • festgelegte Maßnahmen beachten,
    • vor Betreten des Gefahrbereiches Kontakt mit Maschinenführer aufnehmen,
    • Arbeitsweise miteinander abstimmen.
  • Bei diesen Maschinen sind in der Regel ein normgerechter Überrollschutz sowie ein Sicherheitsgurt erforderlich. Beim Betrieb ist dieser Gurt anzulegen.
  • Bei Gefahr durch herabfallende Gegenstände müssen Geräte mit normgerechtem Schutzdach eingesetzt werden.
  • Die Mitfahrt auf der Maschine ist nur auf den dafür vorgesehenen Fahrer- und Mitfahrersitzen zulässig. Vorhandene Sicherheitsgurte sind anzulegen.
  • Beim Verfahren von Ladegeräten die Arbeitseinrichtung nahe über dem Boden halten.
  • Sicherheitsabstände im Bereich von Böschungs- und Baugrubenwänden einhalten.
  • Ortsfeste Kippstellen durch Anfahrschwellen sichern.
  • Sicherheitsabstand zu elektrischen Freileitungen einhalten.
  • Beim Wechsel von Anbaugeräten mit Schnellwechseleinrichtung muss die Verriegelung überprüft werden.

Zusätzliche Hinweise für den Betrieb von Ladern

  • Werden Lader als Abbaugeräte vor einer Abbauwand eingesetzt, darf die Wandhöhe die Reichhöhe des Gerätes um nicht mehr als 1,00 m überschreiten.
  • Werden Abbrucharbeiten mit Ladern ausgeführt, muss deren Bauart für die Abbruchmethode geeignet sein:
    • die Reichhöhe ihrer Arbeitseinrichtung muss mindestens gleich der Höhe des abzubrechenden Bauteils oder Bauwerks sein,
    • Fahrerplatz gegen herabfallende Gegenstände sichern, z. B. durch normgerechtes Schutzdach.
  • Tragfähigkeit des Untergrundes feststellen, z. B. bei Arbeiten auf Geschossdecken.
  • Sicherheitsabstände zwischen Geräten und abzubrechenden Bauteilen einhalten.

Zusätzliche Hinweise für Wartungs-, Umrüst- und Instandsetzungsarbeiten

  • Bei Wartungs-, Umrüst- und Instandsetzungsarbeiten die Arbeitseinrichtungen von Erdbaumaschinen gegen unbeabsichtigtes Bewegen sichern, z. B. durch Abstützböcke, Manschetten an Kolbenstangen Nummer 4.
  • Bei Knickgelenk-Maschinen ist das Knickgelenk festzulegen.

Prüfungen

  • Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z. B.:
    • durch den Maschinenführer vor Beginn jeder Arbeitsschicht Sicherheitseinrichtungen und Maschine auf augenfällige Mängel prüfen, festgestellte Mängel dem Aufsichtführenden mitteilen,
    • durch eine „zur Prüfung befähigte Person“ (z. B. Sachkundiger) vor der ersten Inbetriebnahme und nach Bedarf, mind. 1 x jährlich.
  • Ergebnisse dokumentieren.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
DGUV Vorschrift 29 Steinbrüche, Gräbereien und Halden§ 26
DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
DGUV Information 201-029 „Arbeitsplattformen an Hydraulikbaggern und Ladern“
DGUV Information 203-017 „Erdarbeiten in der Nähe erdverlegter Kabel und Rohrleitungen“
DIN 4124
DIN EN 474
www.zumbau.org

07/2015

 

 

Webcode: M1226-50


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