BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen

Icon: Baustein

Ein Stromkasten

Gefährdungen

  • Beim Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln besteht die Gefahr einen elektrischen Schlag zu erleiden.

Allgemeines

Errichtung und Instandsetzung

  • Elektrische Anlagen und Betriebsmittel dürfen nur von Elektrofachkräften oder von elektrotechnisch unterwiesenen Personen unter Leitung und Aufsicht von Elektrofachkräften errichtet, verändert und instand gehalten werden.

Schutzmaßnahmen

Anschlusspunkte

  • Elektrische Betriebsmittel müssen von besonderen Anschlusspunkten aus mit Strom versorgt werden. Als besondere Anschlusspunkte gelten z. B.:
    • Baustromverteiler,
    • der Baustelle zugeordnete Abzweige ortsfester elektrischer Anlagen,
    • Transformatoren mit getrennten Wicklungen,
    • mobile Stromversorgungsanlagen.
  • Steckdosen in Hausinstallationen dürfen nicht verwendet werden.

Anschlusspunkte für kleine Baustellen

  • Werden elektrische Betriebsmittel nur einzeln benutzt bzw. sind die Bauarbeiten geringen Umfangs, dürfen als Anschlusspunkte auch
    • Schutzverteiler,
    • ortsveränderliche Schutzverteiler oder Schutzeinrichtungen
    verwendet werden.
    Diese Einrichtungen dürfen auch über Steckvorrichtungen in Hausinstallationen betrieben werden.

Erforderliche zusätzliche Schutzmaßnahmen

  • TT-System und TN-S-System
    • Stromkreise mit Steckvorrichtungen ≤ AC 32 A über Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsfehlerstrom IΔN ≤ 30 mA betreiben.
    • Andere Stromkreise mit Steckvorrichtungen über Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsfehlerstrom IΔN ≤ 500 mA betreiben.
  • IT-Systeme nur mit Isolationsüberwachung und RCDs betreiben.
  • Weitere Schutzmaßnahmen: Als Schutzmaßnahme vor Anschlusspunkten ist auch zulässig:
    • Schutzkleinspannung (SELV),
    • Schutztrennung.

Elektrische Leitungen

  • Als bewegliche Leitungen sind Gummischlauchleitungen H07RN-F oder gleichwertige Bauarten (H07BQ-F) zu verwenden.
  • Anschlussleitungen bis 4 m Länge von handgeführten Elektrowerkzeugen sind auch in der Bauart H05RN-F zulässig.
  • Leitungen, die mechanisch besonders beansprucht werden, sind geschützt zu verlegen, z. B. unter festen Abdeckungen.
  • Leitungsroller sollen aus Isolierstoff bestehen. Sie müssen eine Überhitzungs-Schutzeinrichtung haben. Die Steckdosen müssen spritzwassergeschützt ausgeführt sein.

Installationsmaterial

  • Steckvorrichtungen sind nur mit Isolierstoffgehäuse und nach folgenden Bauarten zulässig:
    • Steckvorrichtungen, zweipolig mit Schutzkontakt,
    • CEE-Steckvorrichtungen, 5-polig.
  • Schalter und Steckvorrichtungen müssen mindestens spritzwassergeschützt ausgeführt sein und eine ausreichende mechanische Festigkeit besitzen.

Leuchten

  • Bauleuchten müssen mindestens sprühwassergeschützt ausgeführt sein. Sie sollen für rauen Betrieb geeignet sein.
  • Hand-/Bodenleuchten, ausgenommen solche für Schutzkleinspannung, müssen schutzisoliert und strahlwassergeschützt ausgeführt sein.

Zusätzliche Hinweise für frequenzgesteuerte Betriebsmittel

  • Frequenzgesteuerte Betriebsmittel können Schutzmaßnahmen beeinträchtigen oder unwirksam machen. Dies kann verhindert werden, wenn:
    • frequenzgesteuerte Betriebsmittel mit Steckvorrichtungen AC 400 V mit IN ≤ 32 A nur über allstromsensitive Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen vom Typ B oder Typ B+ mit IΔN ≤ 30 mA oder über einen Trenntransformator betrieben werden,
    • frequenzgesteuerte Betriebsmittel, die über Steckvorrichtungen AC 400 V mit IN > 32 A bis ≤ 63 A angeschlossen werden, über allstromsensitive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen vom Typ B oder Typ B+ mit IΔN ≤ 500 mA oder über einen Trenntransformator betrieben werden,
    • frequenzgesteuerte Betriebsmittel durch Festanschluss oder über Sondersteckvorrichtungen angewendet werden, die Abschaltbedingungen eingehalten sind und nachgeschaltete Stromkreise keine Steckvorrichtungen enthalten,
    • Stromkreisen mit allstromsensitiven Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen vom Typ B oder Typ B+ keine pulsstromsensitiven Schutzeinrichtungen (Typ A) vorgeschaltet sind.

Prüfung

  • Elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind zu prüfen
    • nach Errichtung, Veränderung und Instandsetzung,
    • regelmäßig entsprechend den Prüffristen.

Symbole auf elektrischen Betriebsmitteln

Gefährliche elektrische Spannung Gefährliche elektrische Spannung
Schutzisoliert
(Schutzklasse II) Schutzisoliert (Schutzklasse II)
Schutzkleinspannung
(Schutzklasse III) Schutzkleinspannung (Schutzklasse III)
Trenntransformator
(Schutztrennung) Trenntransformator (Schutztrennung)
Explosionsgeschützte,
baumustergeprüfte
Betriebs mittel Explosionsgeschützte, baumustergeprüfte Betriebsmittel
Für rauen Betrieb Für rauen Betrieb
Staubgeschützt Staubgeschützt
Regengeschützt
(Sprühwassergeschützt) Regengeschützt (Sprühwassergeschützt)
Spritzwassergeschützt Spritzwassergeschützt
Strahlwassergeschützt Strahlwassergeschützt
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 3 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
DGUV Information 203-004 Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung
DGUV Information 203-005 Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel
DGUV Information 203-006 Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen
Elektrotechnische Regeln (DIN VDE Bestimmungen)

07/2015

 

 

Webcode: M662-50


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