BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Anlegeleitern

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Anlegeleiter auf einer Baustelle

Gefährdungen

  • Mangelhafte Standsicherheit des Leiterbenutzers auf der Leiter, mangelhafte Standsicherheit der Leiter, Fehlverhalten des Leiterbenutzers, fehlende Sicherung im Verkehrsbereich oder die Benutzung einer schadhaften Leiter können Absturzunfälle zur Folge haben.

Allgemeines

  • Bevor man eine Leiter als Arbeitsplatz oder als Zugang zu hochgelegenen Arbeitsplätzen bereitstellen und benutzen will, ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, ob der Einsatz einer Leiter erforderlich oder nicht ein anderes Arbeitsmittel für diese Tätigkeit sicherer ist.

  • Der Einsatz von Leitern ist auf Arbeiten mit geringer Gefährdung, geringem Arbeitsumfang mit geringem Schwierigkeitsgrad und geringer Dauer der Benutzung zu beschränken.
  • Bauliche Gegebenheiten, die der Unternehmer nicht ändern kann, können ebenfalls zum Einsatz von Leitern führen.

Schutzmaßnahmen

  • Anlegeleitern gegen Ausgleiten, Umfallen, Umkanten, Abrutschen und Einsinken sichern, z. B. durch:
    • Anbinden des Leiterkopfes Nummer 1,
    • Fixieren des Leiterfußes Nummer 2,
    • Verwendung von Leiterzubehör wie z. B. Fußverbreiterungen Nummer 3, Leiterhaken Nummer 4, dem Untergrund angepasste Leiterfüße Nummer 5,
    • Einhängevorrichtungen.
  • Standsicherheit des Leiterbenutzers verbessern durch den Einsatz von Einhängepodesten Nummer 6.
  • Schadhafte Leitern nicht benutzen, z. B. angebrochene Holme und Sprossen von Holzleitern, verbogene und angeknickte Metallleitern. Angebrochene Holme und Sprossen von Holzleitern nicht flicken.
  • Holzleitern gegen Witterungs- und Temperatureinflüsse geschützt lagern.

Eine Leiter ist an einer Regenrinne befestigt

  • Keine deckenden Anstriche verwenden.
  • Richtigen Anlegewinkel einhalten Nummer 7.
    Er beträgt bei
    • Sprossenanlegeleitern 65–75°,
    • Stufenanlegeleitern 60–70°.
  • Leitern nur an sichere Stützpunkte anlehnen. Mindestens 1 m über die Austrittsstelle hinausragen lassen Nummer 8.
  • Leitern nur mit geeignetem, sauberem Schuhwerk betreten.
  • Die obersten 3 Sprossen/Stufen nicht betreten.
  • Beschäftigte im Umgang mit Leitern unterweisen.
  • Leitern im Verkehrsbereich z. B. durch Absperrungen sichern.

Zusätzliche Hinweise für mehrteilige Anlegeleitern

  • Leiter nur bis zu der vom Hersteller angegebenen Länge zusammenstecken oder ausziehen.
  • Gegen Durchbiegen sichern, z. B. durch vom Hersteller vorgesehene Stützstangen.
  • Bei Schiebeleitern auf freie Beweglichkeit der Leiterteile sowie auf ordnungsgemäßes Einrasten der Feststelleinrichtungen achten Nummer 9.

Zusätzliche Hinweise für Gebäudereinigerleitern

  • Leiter nur bis zu der vom Hersteller angegebenen Länge zusammenstecken.

  • Auf sichere Verbindung der Leiter-Steckanschlüsse achten.
  • Kopfpolster bzw. Anlegeklotz nur an sichere Stützpunkte anlehnen Nummer 10.

Zusätzliche Hinweise für Arbeitsplätze auf Anlegeleitern

  • Bei Bauarbeiten darf
    • bei einer Standhöhe von mehr als 2,00 m nicht länger als 2 Stunden gearbeitet werden,
    • das Gewicht des mitzuführenden Werkzeuges und Materials 10 kg nicht überschreiten,
    • die Windangriffsfläche von mitgeführten Gegenständen nicht mehr als 1,00 m2 betragen.
  • Es soll kein höherer Standplatz als 5,00 m eingenommen werden.
  • Von Anlegeleitern darf nicht gearbeitet werden, wenn
    • von vorhandenen oder benutzten Stoffen und Arbeitsverfahren zusätzliche Gefahren ausgehen, z. B. Arbeiten mit Säuren, Laugen, Heißbitumen,
    • Maschinen und Geräte mit beiden Händen bedient werden müssen, z. B. Handmaschinen, Hochdruckreinigungsgeräte.
  • Der Beschäftigte soll mit beiden Füßen auf einer Sprosse stehen.

Zusätzliche Hinweise für Leitern als Verkehrswege

  • Leitern als Aufstiege zu Arbeitsplätzen nur bei kurzzeitigen Arbeiten einsetzen und wenn dabei
    • der zu überbrückende Höhenunterschied ≤ 5,00 m ist,
    • sie als Gerüstinnenleiter max. zwei Gerüstlagen verbindet.

Prüfungen

  • Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z. B.:
    • auf augenscheinliche Mängel vor jeder Benutzung,
    • regelmäßig durch eine zur Prüfung befähigte und beauftragte Person.
  • Ergebnisse dokumentieren (z. B. Leiterkontrollbuch, Prüfliste, Prüfplakette).
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
TRBS 2121, Teil 2 Gefährdung von Personen durch Absturz – Bereitstellung und Benutzung von Leitern
DGUV Information 208-016 Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten
DIN EN 131–1 und 2

09/2016

 

 

Webcode: M607-50


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