BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Auslegergerüste

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Auslegegerüst

Gefährdungen

  • Fehlende Sicherungsmaßnahmen beim Auf-, Um- und Abbau sowie mangelhaft ausgebildeter Seitenschutz oder Gerüstbelag bei der Benutzung können zu Absturzunfällen führen. Überlastung, falsch dimensionierte oder vorzeitig belastete Verankerungen können zu Gerüstabstürzen führen.

Allgemeines

  • Für Auslegergerüste ist ein Brauchbarkeitsnachweis, bestehend aus dem Standsicherheitsnachweis und dem Nachweis der Arbeits- und Betriebssicherheit, erforderlich. Er ist auf der Grundlage von DIN EN 12811-1 zu erbringen.
Gerüstbretter oder -bohlen aus Holz als Belagteile von Fanggerüsten
Bohlenbreite in Absturzhöhe in Maximale Stützweite in m für doppelt gelegte Bretter oder Bohlen mit einer Dicke von Maximale Stützweite in m für einfach gelegte Bretter oder Bohlen mit einer Dicke von
cm m 3,5 cm 4,0 cm 4,5 cm 5,0 cm 3,5 cm 4,0 cm 4,5 cm 5,0 cm
20 1,0 1,5 1,8 2,1 2,5 1,1 1,2 1,4
1,5 1,3 1,6 1,9 2,2 1,0 1,1 1,3
2,0 1,2 1,5 1,7 2,0 1,0 1,2
24 1,0 1,7 2,1 2,5 2,7 1,0 1,2 1,4 1,6
1,5 1,5 1,8 2,2 2,5 1,1 1,2 1,4
2,0 1,4 1,6 2,0 2,2 1,0 1,2 1,3
28 1,0 1,9 2,4 2,7 2,7 1,1 1,3 1,5 1,7
1,5 1,7 2,0 2,5 2,7 1,0 1,2 1,4 1,6
2,0 1,5 1,8 2,2 2,5 1,0 1,1 1,3 1,4

Für die Ausführung sollten nur die Bohlenquerschnitte verwendet werden, die blau unterlegt sind.

  • Gerüstbauarbeiten nur unter Aufsicht einer fachkundigen Person und von fachlich geeigneten Beschäftigten ausführen lassen.
  • Auslegergerüste dürfen als Arbeitsgerüste für eine Belastung von höchstens 2,0 kN/m2 verwendet werden:
  • Auskragung der Auslegergerüste max. 1,30 m.
  • Auslegerabstand max. 1,50 m – auch im Bereich von Gebäudeecken.

Schutzmaßnahmen

  • Beim Auf-, Um- und Abbau sind Maßnahmen gegen Absturz von Personen vorzunehmen.
  • Geländer- und Zwischenholm sind gegen unbeabsichtigtes Lösen, das Bordbrett ist gegen Kippen zu sichern. Als Geländer- und Zwischenholm können verwendet werden:
    • bei einem Pfostenabstand bis 1,50 m Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt 15 x 3 cm,
    • bei einem Pfostenabstand bis 3,00 m Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt 20 x 4 cm oder Stahlrohre Ø 48,3 x 3,2 mm bzw. Aluminiumrohre Ø 48,3 x 4 mm.
  • Bordbretter müssen den Belag um mindestens 15 cm überragen. Mindestdicke 3 cm.

  • Als Ausleger nur Stahlprofile I 80, IPE 80, I 100 und IPE 100 verwenden Nummer 1. Ausleger aus Holz sind unzulässig.
  • Verankerungslänge der Ausleger ≥ 1,50 m, Endüberstand ≥ 0,20 m.
  • Je Ausleger zwei Verankerungsbügel Nummer 2 anordnen . Die Verankerung ist nicht in Element-Decken, sondern nur in Stahlbeton-Massivdecken erlaubt.
  • Verankerungsbügel Nummer 2
    • können aus Betonstahl BST 420 S, BST 500 S oder ST 37-2 bestehen und einen Durchmesser ≥ 10 mm haben (Biegeradius ≥ 4-facher Stabdurchmesser),
    • müssen unter die vorhandene Bewehrung greifen,
    • dürfen nur in Stahlbeton-Massivdecken (Ortbetondicke ≥ 12 cm) eingebaut werden,
    • dürfen erst belastet werden, wenn der Beton eine Druckfestigkeit von ≥ 10 MN/m2 erreicht hat.
  • Träger kraftschlüssig verkeilen, Keile gegen Lockern sichern Nummer 3.
  • Belagebene vollflächig auslegen Nummer 4.
  • Der Belag darf nicht ausweichen oder wippen. Überdeckungen im Bereich der Ausleger einhalten (≥ 20 cm).
  • Nicht auf Gerüstbeläge abspringen.
  • Das Absetzen von Lasten mit Hebezeugen ist unzulässig.
  • Mindestabmessungen des Gerüstbelages
    • bei Arbeitsgerüsten 20 x 3,5 cm; bei Auslegerabständen ≤ 1,25 m auch 20 x 3 cm,
    • bei Fang- und Dachfanggerüsten gemäß Tabelle.
  • Seitenschutz aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett anbringen Nummer 5.
  • Seitenschutz auch an den Stirnseiten von Auslegergerüsten anbringen.

Prüfungen

  • Prüfung des Gerüstes durch eine "zur Prüfung befähigte Person" des Gerüsterstellers nach Fertigstellung und vor Übergabe an den Benutzer, um den ordnungsgemäßen Zustand festzustellen.
  • Prüfung des Gerüstes durch eine "zur Prüfung befähigte Person" des jeweiligen Benutzers vor Arbeitsaufnahme, um die sichere Funktion festzustellen.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten
TRBS 2121- Gefährdung von Personen durch Absturz
DIN EN 12811-1

07/2015

 

 

Webcode: M1303-50


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