BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Kraftfahrzeugbetrieb

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Gefährdungen

  • Durch mangelhaften Zustand der Fahrzeuge, mangelnde Eignung oder Fehlverhalten der Fahrzeugführer kann es zu Unfällen im Straßen- und Baustellenverkehr kommen.

Allgemeines

  • Fahrzeuge mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person auf betriebssicheren Zustand prüfen lassen. Regelmäßige Untersuchungen des Fahrzeuges nach StVZO durch Sachverständigen (z. B. TÜV, DEKRA) veranlassen. Mängel am Fahrzeug dem Unternehmer sofort melden.
  • Im Fahrzeug nur so viele Personen befördern, wie im Fahrzeugschein angegeben und Plätze vorhanden sind.
  • Beförderung von mehr als 9 Personen (einschl. Fahrer) nur mit gültigem Personenbeförderungsschein.
  • Bei Fahrerlaubnis-Inhabern der Klassen C, CE sind in 5 Jahresabständen Untersuchungen nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) erforderlich.

Schutzmaßnahmen

  • Vor Antritt der Fahrt beachten:
    • Fahrzeug auf betriebssicheren Zustand kontrollieren, insbesondere Bremsen, Beleuchtung, Warneinrichtungen, Reifen. Fahrt nicht antreten, wenn Mängel vorhanden sind, die die Betriebssicherheit gefährden.
    • Vorhandensein von Warnweste, Warndreieck und Verbandkasten kontrollieren.
    • Sicherheitsgurt anlegen.
  • Auf Mitfahrer einwirken, die Sicherheitsgurte anzulegen.
  • Ladung auf der Ladefläche mit Zurrmitteln Nummer 1 o.Ä. so sichern, dass sie nicht kippen, verrutschen oder herabfallen kann.
  • Zurrmittel nur an tragfähigen Zurrpunkten befestigen.
  • Zurrmittel nicht überlasten, nicht knoten, nicht über scharfe Kanten ziehen. Beschädigte Zurrmittel aussondern.
  • Zurrgurte nicht über raue Oberflächen ziehen.
  • Beschlagteile, Spann- und Verbindungselemente von Gurten und Zurrmitteln nicht über Kanten führen.
  • Bei Instandsetzungsarbeiten im Gefahrbereich des fließenden Verkehrs Warnkleidung tragen.

Zusätzliche Hinweise für LKW- und Anhängerbetrieb

  • Bei Rückwärtsfahrt mit unzureichenden Sichtverhältnissen nach hinten einen Einweiser beauftragen. Einweiser müssen sich im Sichtbereich des Fahrzeugführers aufhalten.
  • Beim rückwärtigen Heranfahren an Bodenvertiefungen (z. B. Gräben) Anfahrschwelle auslegen.
  • Ausreichenden Abstand von Gräben und Böschungen ein - halten Nummer 2.
  • Beim Transport gefährlicher Güter Ladung gut sichtbar kennzeichnen.

Sicherheitsabstände von Fahrzeugen, Baumaschinen oder Baugeräten bei nicht verbauten Baugruben und Gräben mit Böschungen

  • Die Ladung seitlich nicht über die Begrenzung der Ladefläche und nach vorne nicht über das Fahrzeug hinausragen lassen. Nach hinten darf die Ladung überstehen: Bei Fahrten bis 100 km Entfernung höchstens 3 m, sonst 1,50 m. Bei mehr als 1 m Überstand die Ladung durch ein 30 x 30 cm großes hellrotes Schild oder eine Fahne kenntlich machen.
  • Anhänger ordnungsgemäß mit dem Zugfahrzeug verbinden und anschließen. Beim Kupplungsvorgang nicht zwischen Fahrzeug und Anhänger aufhalten. Die für das Zugfahrzeug ange - gebene zulässige Anhängelast nicht überschreiten Nummer 3.
  • Bei Gefälle Anhänger nicht durch „Auflaufenlassen“ kuppeln. Immer Triebfahrzeug gegen Anhänger führen.
  • Zum Drücken, Schleppen, Abschleppen und Rangieren keine losen Teile, z. B. Stempel, Riegel, benutzen.
  • Beim Rangieren von Anhängefahrzeugen mit Drehschemellenkung niemals unmittelbar neben dem Fahrzeug aufhalten.
  • Abgestellte mehrspurige Fahrzeuge gegen unbeabsichtigte Bewegungen, maschinell angetriebene Fahrzeuge darüber hinaus gegen unbefugtes Benutzen sichern.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Straßenverkehrsordnung – StVO
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung – StVZO
Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB)
DGUV Vorschrift 70 Fahrzeuge
DGUV Regel 109-008 Fahrzeug-Instandhaltung
DIN 4124

07/2015

 

 

Webcode: M1284-50


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