BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gefahrstoffe
Kennzeichnung

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Kennzeichnung von Gefahrstoffen

Gefährdungen

  • Falsch oder nicht gekennzeichnete Gefahrstoffe können zur nicht ordnungsgemäßen Verwendung führen und damit die Gesundheit gefährden.

Allgemeines

  • Es muss festgestellt werden, ob es sich um einen Gefahrstoff im Sinne der Gefahrstoffverordnung handelt. Gefahrstoffe erkennt man u. a. an der Kennzeichnung (siehe Bild); aber auch nicht gekennzeichnete Stoffe/Gemische können Gefahrstoffe sein, wenn bei deren Verarbeitung gefährliche Stoffe entstehen oder freigesetzt werden können.

Schutzmaßnahmen

  • Möglichst ungefährliche Stoffe/Gebinde verwenden.
  • Gefahrstoffverzeichnis erstellen. Auswahlhilfen werden im Gefahrstoffverzeichnis (WINGIS) der BG BAU online angeboten.
  • Arbeitsplatzgrenzwerte einhalten.
  • Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen ergreifen.
  • Persönliche Schutzmaßnahmen wie Augenschutz, Handschutz, Atemschutz und Körperschutz tragen.
  • Betriebsanweisungen (siehe WINGIS) erstellen.
  • Unterweisungen durchführen.
  • Gebinde oder Verpackungen, deren Inhalte als gefährlich eingestuft sind, müssen eine Kennzeichnung tragen, bestehend aus:
    • Bezeichnung des Stoffes oder der Zubereitung ,
    • Piktogramm und zugehöriges Signalwort ,
    • Gefahrenhinweisen ,
    • Sicherheitshinweisen ,
    • Hersteller, Einführer (Importeur) oder Lieferant .
  • Gefahrstoffe nur in zugelassenen Behältnissen aufbewahren und lagern.
  • Beim Umfüllen von Originalgebinden in andere Behälter müssen diese wie das Originalgebinde gekennzeichnet sein. Die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CPL-Verordnung) regelt die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen.
  • Für Gemische, die vorwiegend in der Bauwirtschaft eingesetzt werden, gelten die Einstufungs- und Kennzeichnungsregeln ab dem 1.6.2015.
  • Durch GHS ändern sich die Kennzeichnungselemente:
    • Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen werden durch Gefahrenpiktogramme und Signalwörter ersetzt, (siehe Tabelle)
    • R-Sätze werden durch H-Sätze ersetzt,
    • S-Sätze werden durch P-Sätze ersetzt.

Zusätzliche Hinweise im Sicherheitsdatenblatt

  • Das Sicherheitsdatenblatt enthält weitere Angaben zu
    • Erster Hilfe,
    • Schutzmaßnahmen,
    • Verhalten bei Störfällen u. a.
  • Das Sicherheitsdatenblatt muss den Beschäftigten zugänglich sein.

Zusätzliche Hinweise zu Verwendungsverboten

  • Für bestimmte Stoffe gibt es Verwendungsverbote oder -beschränkungen:
    • Benzol,
    • Asbest,
    • quarzhaltige Strahlmittel,
    • Teer.

GHS-Tabelle (Auszug)

GHS-
Gefahrenpiktogramm
GHS-Kürzel Mögliche Signalwörter Gefahrenklassen
GHS01 GHS01 Gefahr oder Achtung explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff, selbstzersetzliche Stoffe/Gemische, organische Peroxide
GHS02 GHS02 Gefahr oder Achtung Selbstzersetzliche Stoffe/Gemische, organische Peroxide, entzündbare Gase, Aerosole, Flüssigkeiten, Feststoffe,selbsterhitzungsfähige Stoffe/Gemische, pyrophore Flüssigkeiten und Feststoffe, Stoffe/Gemische, die bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden
GHS03 GHS03 Gefahr oder Achtung Oxidierende Gase, Flüssigkeiten, Feststoffe
GHS04 GHS04 Achtung Verdichtete, verflüssigte, gelöste und tiefgekühlt verflüssigte Gase
GHS05 GHS05 Gefahr oder Achtung Verätzung der Haut, schwere Augenschäden, auch metallkorrosive Eigenschaften
GHS06 GHS06 Gefahr Äußerst schwere und schwere akute Gesundheitsschäden oder Tod
GHS07 GHS07 Achtung Akute Gesundheitsschäden, Reizung der Haut, der Augen und der Atemwege, Sensibilisierung der Haut, narkotisierende Wirkungen
GHS08 GHS08 Gefahr oder Achtung chronische Gesundheitsschäden (Organschädigungen) bei einmaliger oder mehrmaliger Exposition, krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Wirkungen, Lungenschäden durch Eindringen von Substanzen in die Lunge (Aspirationsgefahr), Sensibilisierung der Atemwege
GHS09 GHS09 Achtung oder ohne Signalwort giftig für Wasserorganismen mit kurz- und langfristiger Wirkung

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.

Beschäftigungsbeschränkungen

  • Jugendliche dürfen Gefahrstoffen nur ausgesetzt sein, wenn
    • dies zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist,
    • die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist,
    • der Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist,
    • betriebsärztliche oder sicherheitstechnische Betreuung sichergestellt ist.
  • Werdende oder stillende Mütter dürfen mit Gefahrstoffen nur Umgang haben, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist.
  • Gebärfähige Arbeitnehmerinnen dürfen mit Blei oder Quecksilber nur Umgang haben, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert eingehalten wird.
  • Werdende Mütter dürfen krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Stoffen nicht ausgesetzt sein.
Weitere Informationen:
Jugendarbeitsschutzgesetz
Mutterschutzgesetz
Gefahrstoffverordnung
CLP-Verordnung
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
TRGS
DGUV Information 213-034 GHS

07/2015

 

 

Webcode: M1324-50


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