BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gefahrstoffe
Kennzeichnung

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Kennzeichnung von Gefahrstoffen

Allgemeines

  • Es muss festgestellt werden, ob es sich um einen Gefahrstoff im Sinne der Gefahrstoffverordnung handelt. Gefahrstoffe sind nicht nur gefährliche Stoffe und Gemische, die gekennzeichnet sindNummer 1, sondern beispielsweise auch Stoffe und Gemische, die bei der Verwendung entstehen oder freigesetzt werden

Kennzeichnung

  • Gebinde oder Verpackungen, deren Inhalte als gefährlich eingestuft sind, müssen eine Kennzeichnung tragen:
    • Bezeichnung des Stoffes oder des Gemisches Nummer 2,
    • Gefahrenpiktogramme Nummer 3 und zugehöriges Signalwort Nummer 4,
    • Gefahrenhinweise (H-Sätze) Nummer 5,
    • Sicherheitshinweise (P-Sätze) Nummer 6,
    • Hersteller, Einführer (Importeur) oder Lieferant Nummer 7.
  • In der Tabelle Nummer 8 sind die einzelnen Gefahrenpiktogramme mit den zugehörigen Gefahrenklassen und den möglichen Signalwörtern aufgeführt.
  • Die Kennzeichnung ist auf dem Gebinde und im Sicherheitsdatenblatt in Abschnitt 2 angegeben.
  • Das Kennzeichnungsetikett auf dem Gebinde Nummer 1 liefert erste Hinweise auf die gefährlichen Eigenschaften des Produktes, nähere Angaben werden vom Hersteller im Sicherheitsdatenblatt angegeben.
  • Stoffe und Gemische werden gemäß CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet.
  • Gefahrstoffe nur in zugelassenen Behältnissen aufbewahren und lagern.
  • Beim Umfüllen von Originalgebinden in andere Behälter müssen diese wie das Originalgebinde gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung muss deutlich sichtbar und lesbar angebracht sein.
  • Stoffe und Gemische, die als akut toxisch Kategorie 1, 2 oder 3, spezifisch zielorgantoxisch Kategorie 1, krebserzeugend Kategorie 1A oder 1B oder keimzellmutagen Kategorie 1A oder 1B eingestuft sind, müssen unter Verschluss oder so aufbewahrt oder gelagert werden, dass nur fachkundige und zuverlässige Personen Zugang haben.
  • Tätigkeiten mit Stoffen und Gemischen, die als akut toxisch Kategorie 1, 2 oder 3, spezifisch zielorgantoxisch Kategorie 1, krebserzeugend Kategorie 1A oder 1B, keimzellmutagen Kategorie 1A oder 1B, reproduktionstoxisch Kategorie 1A oder 1B oder als atemwegssensibilisierend eingestuft sind, dürfen nur von fachkundigen oder besonders unterwiesenen Personen ausgeführt werden.
  • Die Betriebsanweisung enthält z. B. die Gefahrenhinweise und die Gefahrenpiktogramme der Gefahrstoffe.
  • Im Gefahrstoffverzeichnis werden die Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften aufgeführt.

Sicherheitsdatenblatt

  • Das Sicherheitsdatenblatt enthält weitere Angaben zu
    • Persönliche Schutzmaßnahmen
    • Arbeitsplatzgrenzwerte
    • Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen,
    • Erste Hilfe,
    • Verhalten bei Störfällen u.a.
  • Das Sicherheitsdatenblatt muss den Beschäftigten zugänglich sein.
  • Das Sicherheitsdatenblatt muss mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden.
  • Im Gefahrstoffverzeichnis muss auf die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter verwiesen werden.
  • Das Sicherheitsdatenblatt kann als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung verwendet werden.

Zusätzliche Hinweise zu Verwendungsverboten

  • Für bestimmte Stoffe gibt es Verwendungsverbote oder -beschränkungen:
    • Benzol,
    • Asbest,
    • quarzhaltige Strahlmittel,
    • Teer.

GHS-Tabelle (Auszug)   Nummer 8

GHS-
Gefahrenpiktogramm
GHS-Kürzel Mögliche Signalwörter Gefahrenklassen
GHS01 GHS01 Gefahr oder Achtung explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff, selbstzersetzliche Stoffe/Gemische, organische Peroxide
GHS02 GHS02 Gefahr oder Achtung Selbstzersetzliche Stoffe/Gemische, organische Peroxide, entzündbare Gase, Aerosole, Flüssigkeiten, Feststoffe,selbsterhitzungsfähige Stoffe/Gemische, pyrophore Flüssigkeiten und Feststoffe, Stoffe/Gemische, die bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden
GHS03 GHS03 Gefahr oder Achtung Oxidierende Gase, Flüssigkeiten, Feststoffe
GHS04 GHS04 Achtung Verdichtete, verflüssigte, gelöste und tiefgekühlt verflüssigte Gase
GHS05 GHS05 Gefahr oder Achtung Verätzung der Haut, schwere Augenschäden, auch metallkorrosive Eigenschaften
GHS06 GHS06 Gefahr Äußerst schwere und schwere akute Gesundheitsschäden oder Tod
GHS07 GHS07 Achtung Akute Gesundheitsschäden,
Reizung der Haut, der Augen und der Atemwege,
Sensibilisierung der Haut, narkotisierende Wirkungen
GHS08 GHS08 Gefahr oder Achtung chronische Gesundheitsschäden (Organschädigungen) bei einmaliger oder mehrmaliger Exposition, krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Wirkungen, Lungenschäden durch Eindringen von Substanzen in die Lunge (Aspirationsgefahr), Sensibilisierung der Atemwege
GHS09 GHS09 Achtung oder ohne Signalwort giftig für Wasserorganismen mit kurz- und langfristiger Wirkung

Arbeitsmedizinische Vorsorge

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtvorsorge) oder anbieten (Angebotsvorsorge). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt.

Beschäftigungsbeschränkungen

  • Jugendliche dürfen Gefahrstoffen nur ausgesetzt sein, wenn
    • dies zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist,
    • die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist,
    • der Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist,
    • betriebsärztliche oder sicherheitstechnische Betreuung sichergestellt ist.
  • Werdende oder stillende Mütter dürfen mit Gefahrstoffen nur Umgang haben, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist.
  • Gebärfähige Arbeitnehmerinnen dürfen mit Blei oder Quecksilber nur Umgang haben, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert eingehalten wird.
  • Werdende Mütter dürfen krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Stoffen nicht ausgesetzt sein.
Weitere Informationen:
Jugendarbeitsschutzgesetz
Mutterschutzgesetz
Gefahrstoffverordnung
CLP-Verordnung
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
BGV A1/DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
TRGS
DGUV Information 213-034 GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung von Kennzeichnung von Gefahrstoffen

07/2017

 

 

Webcode: M1324-50


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